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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-09-01 · Heft 36 (1.9.1868) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 36 (1.9.1868)
Date
1868-09-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M. 36 88, gewinn. Allgemein e”^_^ _ Zeitung des Zudenthums. Ei» unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 1. September 1868. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstag-, in 2 bis 21/2 Bogen. Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Vierteljährig 1 Thlr. Inserate werden mit 1»/2 Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitunas - Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das Königl. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Zur Rabbinerversamnüung zu Cassel. — Die Propheten nach ihrer politischen Wirksamkeit. — Literarischer Wochenbericht: Oxford. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Jena, Berlin, Aus der Provinz Posen. Oesterreichischer Kaiserstaat: Prag. Rußland: Wilna, Warschau. Amerika: Baltimore. Donaufürstenthümer: Bukarest. Feuilleton-Beilage: Die Bernfleinküste. — Die spanische Jnquistton. Leitende Artikel. Bonn, 23. August. Zur Rabbinerversammlung;» Cassel. i. Nichts macht sich bemerkbarer, namentlich wieder in den Berichten der öffentlichen Blätter über die Rabbiner-Versammlung, als die Unkenntniß der jüdischen Verhältnisse, und besonders daraus fließend, die Analogisirung mit christlichen Zuständen. Man setzt voraus, daß vie jüdischen Zustände den christlichen auf ähnlichem Gebiete gleich seien, und beurtheilt jene nach diesen- Nun sind bekanntlich zahlreiche Juden gegenwärtig viel vertrauter mit der Tagesliteratur als mit dem Äudenthume, und beschäftigen sich mit jener bei Weitem mehr als mit diesem, und lassen sich darum von denselben Ansichten leiten, wie die Sprecher in dm Tagesblättern. Nun kommt hinzu, daß die immense Mehrheit der Zeitungsschriftsteller die entschiedensten Gegner aller positiven Religionen und alles dessen, was mit diesen zusammenhängt, ist. Was daher aus dem Schvoße irgend einer Confession hervorgeht, wird von ihnen in schroffer Weise aufgefaßt und dargestellt. Es ist daher um so nothwendiaer, immer wieder aus die Verschiedenheit der faktischen Verhältnisse im Judenthume und Christenthume aufmerksam zu machen. Bezeichnet doch z. B. eine durchaus nicht feindlich gesinnte Mittheilung der N. fr. Presse zu Wien die Rabbinerversammlung „diese Vereinigung mosaischer Priester"!, als den vornehmlichen Zweck derselben drückt sie aus: „Versöhnung des auch in der mosaischen Kirche bestehenden Gegensatzes zwischen Religion und Wissenschaft," — während in der R.-V. von der Ausgleichung zwischen Lehre und Leben die Rede war, wobei bekanntlich unter Lehre das bis jetzt bestandene Ludenthum in seinem ganzen Umfange verstanden wird. Die Ausdrücke „Kirche" und „Priester" zeigen hinlänglich, von welcher Anschauung die Berichterstatter in den öffentlichen Blättern ausgingen. Sie sind zu entschuldigen, denn wie würde z. B. der Bericht eines Laien über eine Versammlung von Chemikern, Apothekern u. dgl. ausfallen? Aber um so nothwendiger ist es, über die wirklichen Verhältnisse aufzuklären. Es ist z. B. das allgemeine Verlangen in der protestantischen Kirche, daß den Gemeinden ein größerer Antheil an allen Momenten des kirchlichen Lebens, wie der Wahl der Prediger, der Gesetzgebung über die Kir-

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