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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-08-11 · Heft 33 (11.8.1868) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 33 (11.8.1868)
Date
1868-08-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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32. Jahrgang. Allgemeine 33. Zeitung des Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner vr Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 11. August 1868. Diese Zertmrg erscheint wöchentlich einmal Dienstags, m 2 bis 2^ Bogen., Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Vierteljährig 1 Thlr Inserate werden mit l«/2 Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs - Expeditionen nehmen Beste! lungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das König!. Sächs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Sturmwolken. — Literarischer Wochenbericht: Bonn. Zeitungsnachrichten: Deutschlands Bonn, Aus dem Posenschen. Schweiz: Aus dem Aargaü. Oesterrerchischer Kaiserstaat: Prag,Czernowitz. Frankreich: Paris. Amerika: New-Aork. Abyssinien: Paris. Correspondenz: Monatsberichte aus Ungarn IX. Feuilleton-Beilage: Die Bernfleinküste. — Die spanische Inquisition. — Kuriosum. Leitende Artikel. Bonn, 2. August. Äurmwolken. Daß an einem bedeutenden Theile des Himmels, der über den Bekennern des Judenthumes steht, es um Vieles lichter geworden, daß in weiten Streifen der blaue Himmel der Gleichberechtigung und an ihm die goldene Sonne der Freiheit sichtbar geworden, wir wissen es und empfinden dafür den feurigsten Dank gegen die göttliche Vorsehung und die fortschreitende Entwickelung des Menschengeschlechts. Aber ebenso gewiß ist es, daß noch große Theile unseres Horizontes von bleiernen Wolken überzogen sind und daß selbst an den lichteren Stellen noch unruhig Sturmwolken hin und her fahren, und sich zu irgend einem Gewittersturme zusammenzuballen streben — hoffen wir, vergeblich oder doch vorübergehend. Vor Allem wird jetzt an der Donau das Lied gesungen, welches während der Reaktions- und Confliktszeit an der Spree von den Feudalen und Pietisten unaufhörlich wiederholt ward, und das daselbst erst mit dem Kriegssturm von 1866 und seinen Folgen verstummt ist. Der Köcher der Ultramontanen an der Donau gegen die jetzige Verfassung, die Grundrechte und die confessionellen Gesetzeist erschöpft, und so greifen sie zu derselben stumpfen Waffe, mit welcher sich die Berliner Kreuzzeitungspartei so lange abgemüht hat. Alle Liberalen sind Juden, der gesammte Liberalismus kommt nur den Juden zugute, der ganze Kampf gegen den Syllabus, die Allocution u. s. w. ist ein Kampf für die jüdische Nationalität — dies ist es, was zwar die „Wiener Kirchenzeitung" seit vielen Jahren täglich predigt, was aber gegenwärtig die klerikalen politischen Blätter, wie das „Vaterland", mit großem Pompe in Scene setzen. Das feudale Organ hat die Entdeckung gemacht, daß der Kampf zwischen Kirche und Staat in Oesterreich eigentlich ein Kampf der jüdischen Nationalität gegen das Christenthum sei. Die Staatsgrundgesetze vom 21. December haben „nur den Zweck, die Lage der Juden in Oesterreich noch angenehmer zu machen, als sie zuvor schon war"; der Kampf, der alle Gemüther bewegt, „bewegt sich zwischen der jüdischen Nationalität und ihren Anhängern einerseits, und der gesammten christlichen Bevölkerung andererseits." Der religiöse Streit hat ein „jüdisches Gepräge", den Juden zu Liebe ' „wird ein anderes Staatsrecht in Oesterreich eingeführt" und der christliche Staat in ei-

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