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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-06-23 · Heft 26 (23.6.1868) · p. Seite 522

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 26 (23.6.1868)
Date
1868-06-23
Page
Seite 522 (sequence 12)
Language
German
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jüd. deutsch schreiben fordert, scheint das bei Einigen noch nicht genug, bei Andern viel zu viel gefordert zu sein. Es muß jedoch constatirt werden, daß diese Verschiedenheit in den Forderungen nur in der, dem Einen mehr, dem Andern weniger knappzugemessenen Unterrichtszeit ihren Grund hatte, die 2, 3, höchstens 4 Stunden wöchentlich beträgt, welche wenigen Stunden noch dazu von Gymnasiasten, Realschülern und Töchterschülern nicht immer regelmäßig besucht werden. Ueber das Wünschenswerthe eines ausgedehntern Religionsunterrichts war keine Meinungsverschiedenheit, und die Herren, die so gern den Verfall des religiösen Lebens auf die Schultern der Lehrer wälzen, würden, wenn sie der Verhandlung beigewohnt hätten, sich der Wahrnehmung nicht haben verschließen können, daß ein hoher, sittlicher Ernst und religiöser Eifer in den von ihnen verkannten Männern wohnet, die alle dem wahren Schmerze Ausdruck gaben, daß es ihnen unmöglich gemacht werde, auf dem Gebiete des Religionsunterrichts das zu leisten, was sie für wünschenswerth, ja für nothwendig erachten müssen. Die freien Besprechungen am zweiten Nachmittag brachten Mittheilungen aus dem Lehrerleben und Anregungen verschiedener Art. Von den Letzteren heben wir einen Antrag des Vorsitzenden Blumen au hervor, der zum Beschluß erhoben wurde, nämlich den, die jährlichen Conferenzen gleichzeitig zurPflegedesMännergesangs zu benutzen. Es wird damit nicht nur beabsichtigt, an den Conferenztagen (und Abenden) eine anregende und erheiternde Abwechselung zu bieten, sondern auch, mit der Zeit alte und neue Erscheinungen auf dem Gebiete des Synagogen-Gesanges kennen zu lernen, in ihrer Wirkung zu erproben und event. für gottesdienstliche Zwecke zu verwenden. Die noch anwesenden Mitglieder ordneten sich sofort nach Stimmen und verständigten sich über die Wahl der Gesänge für die nächste Conferenz. (Greef, Männerlieder, Heft I. Nr. 5, 9, 16, 17, 20, 21, 31.*) Es herrschte der Geist der Eintracht und Liebe in der Versammlung, die während der ganzen Dauer der Konferenz durch keinen Mißton gestört wurde, und können wir diese Conferenz als eine der schönsten und anregendsten bezeichnen. Die jüd. Gemeinde zu Dort¬ *) Wir bitten diejenigen Mitglieder, die zur Zeit nicht mehr anwesend waren, hiervon Notiz zu nehmen, sich das betreffende Heft anzuschaffen und ihre Stimme einzuüben. Referent. mund hatte sämmtlichen Besuchern eine gastliche Aufnahme bereitet, wofür wir ihr an dieser Stelle nochmals danken; auch wohnten Mitglieder der Gemeinde, namentlich des Schul- und Gemeindevorstandes den Verhandlungen unausgesetzt bei. Als Ort für die nächste Conferenz wurde Ruhrort erwählt und dürfen wir auf eine reiche Betheiligung an derselben hoffen. B. Monatsberichte aus Ungarn H Neu-Verbaß, Ende Mai 1868. «Fortsetzung folgt.) 2. Auszeichnungen. Außer den in diesen Blättern bereits erwähnten, einigen unserer Glaubensgenoffen aus Anlaß der glücklichen Entbindung Ihrer Majestät zu Theil gewordenen Auszeichnungen hat Se. Majestät mittels Handschreibens vom 23. v. M. zugleich auch die Jsr. Adolf Gottesmann, Bereger Grundbesitzer, und den vr. Knöpfler in den ungarischen Adelstand taxfrei erhoben, wie auch dem Präses der Temesvärer isr. Gemeinde, Sam. Scharmann (Mitglied der ungarisch jüd. Notablenversammlung), die allerhöchste Zufriedenheit für dessen Wohlthatigkeit gegen eine große Anzahl armer Schüler zur Kenntniß bringen lassen. Ebenso erhielt früher Heinr. Levai, leitender Direktor der ersten.ungarischen allgemeinen Versicherungsgesellschaft, in Anerkennung seiner gemeinnützigen Thätigkeit, den Orden der eisernen Krone 3. Klasse. Ueber diese Auszeichnung äußert der „Ungar. Lloyd": Selten ward eine Auszeichnung mit solcher allallgemeinen Befriedigung ausgenommen. Für ein Exempl. des prachtvollen Krönungsalbums, welches die Gebrüder Deutsch in Pest in ihrer Kunstanstalt anfertigen ließen, erhielten dieselben neuerdings eine Auszeichnung u. z. von der englischen Königin einen werthvollen Ring mit dem Namenszug der Königin in Diamanten. Der Ar ad er israel. Verein zur Ausstattung armer Mädchen erhielt von Ihrer Majestät 100 fl. ö. W. zugesandt. Dem jüdischen Wohlthätigkeitsvereine „Maszkil el dal" in Gyöngyösch, welche Ihre Majestäten zu Ehrenmitgliedern zählt, sind auch der Cultus-Minister Baron Eötvös, der Justizminister HorvLth, der Handels-

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