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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-06-02 · Heft 23 (2.6.1868) · p. Seite 464

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 23 (2.6.1868)
Date
1868-06-02
Page
Seite 464 (sequence 14)
Language
German
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Italien. Aus Oberitalien 5. Mai. (Privatmitth.) Die Gemeinde von Alessandria (Piemont) hat vor einiger Zeit die Errichtung eines den Anforderungen unserer jetzigen gebesserten Stellung entsprechenden Tempels beschlossen, und sind die darauf bezüglichen Arbeiten bereits in vollem Gange. Während in dem auf constitutioncller Freiheit beruhenden norddeutschen Länder-Complex zur allgemeinen Verwunderung der völligen Gleichstellung der Israeliten jeder Zoll streitig gemacht wird, hatten wir in Italien ein bezeichnendes Beispiel vom gänzlichen Verschwinden der verjährten Vorurtheile. Durch Ernennung des Advocaten Angelo Segre aus Casale zum Appellations-Rathe am oberen Gerichtshöfe zu Aquila (Süd-Italien), ist nun bei uns auch die höhere Gerichtsbarkeit einem Israeliten geöffnet worden. Herr Angelo Segre war früher Substitut eines Armen- Advocaten am Gerichtshöfe zu Casale, hierauf Armen- Advocat zu Ancona, und von diesem Amte avancirte er zu seiner jetzigen hohen Stellung. Derselbe war viele Jahre hindurch Präsident des israel. Gemeinde- Raths, und Mitglied des Stadtrathes von Casale. Die jüngsten Hefte des Corriere Jsraelitico von Triest enthalten eine ziemlich lebhafte Polemik über die Zulässigkeit und Zweckmäßigkeit einer Rabbiner- Versammlung. Rabbiner Mortara (der, im Vorbeigehen sei es erwähnt, vor etlichen Wochen zum Cavaliere dei SS. Maurizio e Lazzaro ernannt wurde) streitet für dieselbe; Professor Della Torre kämpft dagegen. Man mag übrigens über diesen Gegenstand denken wie man wolle, gewiß ist, daß Zusammenkünfte von Rabbinern zur Besprechung die Zeitfragen betreffender Gegenstände ersprießlich sein könnten; und wenn auch nicht im Sinne des Zweckes, zu welchem sie veranstaltet würden, jedoch immerhin zur Belebung und Erhebung des Gemeingeistes. Die Rabbiner Versammlungen von Wiesbaden, Frankfurt am Main und Breslau haben immerhin auch unter unfern deutschen Glaubensbrüdern viel Gutes gestiftet. Die „Units Cattolica," deren Redacteur vergangene Ostern in Rom war, bespricht im Blatte vom 30. April l. I. die Vorgänge in Rumänien in Bezug auf die Judenverfolgungen. Diese werden zwar von derselben getadelt, ja selbst gebrandmarkt; jedoch zu welchem Zwecke? um die Großmuth upd den Adel der päpstlichen Regierung hervorzuheben, welche ihre geraubten Judenknaben sorgfältig erzieht, und sie abrichtet jedes Jahr dem Papste in declamirten Versen Huldigungen und Danksagungen zu leisten. Nur sollte die Unit-l Cattolica auf die Frage antworten: Ist die gewaltsame Entführung eines unmündigen Knaben von seinem elterlichen Hause eine minder schmähliche That, als die Vertreibung eines Israeliten von seinem Habe und Gut? Anzeigen. Die erste Lehrer- und Dirigentenstelle an der hiesigen vierklassigen jüdischen Religionsschule ist vacant und sofort zu besetzen. Gehalt 350 bis 40» Thlr. Geprüfte Lehrer, welche gleichzeitig in allen Fächern der hebräischen Wissenschaft tüchtig sind, wollen sich baldigst unter Franko- Einsendung ihrer Zeugnisie bei dem Unterzeichneten Vorstand melden. Pleschen, den 30. April 1868. Der Corpor.-Vorstand. A. Danieletviez. Die Stelle eines Vorbeters, Schächters und Religionslehrers, mit einem Einkommen von mindesten 400 Thlr. ist sofort zu besetzen. Qualificirte Bewerber wollen sich unter Einreichung ihrer Zeugnisse an uns wenden, diejenigen welche predigen können werden bevorzugt. Familienvätern zur Kenntnißnahme, daß hier ein Gymnasium ist. Roeßel i/Ostpr. den 21. Mai 1868. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Ein Elementarlehrer und Cantor , nicht Schochet), der über seine vierjährige Wirksamkeit die besten Zeugnisse aufzuweisen hat, sucht zum I. Juli oder August eine gut salarirte Haus- oder Gemeinde-Lehrerstelle. Derselbe ertheilt gründlichen Unterricht im Klavierspiel und Französischen und versteht einen 4 stimmigen Chor zu bilden und zu leiten. Franko-Offerten beliebe man unter Chiffre LI. 6. 1.. an die Exped. d. Bl. zu übersenden._ Zum i. Oktober d. I. ist an der hiesigen Synagogen-Gemeinde die Stelle eines Schochets, welcher zugleich Hülsslehrer und Schamos sein muß, init einem jährlichen Gehalt von 10» Thlr. nebst freier Wohnung und circa 200 Thlr. Nebeneinkommen vacant. Bewerber wollen unter Einsendung ihrer Zeugnisse sich beim Unterzeichneten Vorstande bis zum 15. Juli d. I. melden. Schlawe den 20. Mai 1868. Joseph Loepert. 3!vder rabbi Borb welch freie nahm Bewe könne niffe 2 Schä gust Woh scher I tantei sendu I Vorst ö | rneuii | jolt l werdl dienst | reichr j zeichr 3 emen soll beim ( Vort als ' ange in bi rers Leist, Dis) vvrti leiste sorg;

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