Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 23 (2.6.1868)
- Date
- 1868-06-02
- Page
- Seite 456 (sequence 6)
- Language
- German
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groß die finance auf btefe ihre Logik thut, so muß sie doch ein Gefühl von deren Schwäche gehabt haben. Denn sie wendet nun das Blättchen und erklärt bie rumänischen Juden für Wucherer, Aussauger, Betrüger re. Sie stützt sich hierbei allein auf ihre Logik. Aber, sie wird uns doch gestatten, Beweise hierfür zu verlangen, factische Beweise, welche etwas mehr sagen wollen als klerikale Logik. Wir wollen ihr zunächst einen Gegenbeweis liefern. Das Appellgericht in Jassy hat in öffentlicher Sitzung und durch feierliches Erkenntniß, als die dortigen Juden ihre Sache vor dasselbe brachten, sie von jedweder Ursache und Schuld fr eigesprochen und das Verfahren der Verwaltungsbeamten als ungerechtfertigt und gewaltthatig verurtheilt! Wir möchten doch die logischen Einwände der ünanee hiergegen hören! Aber freilich die finance macht sich kein Gewissen, ihre Lügen gegen die Aussprüche gesetzlicher Gerichtshöfe aufrecht zu erhalten, wenn es gilt, Männer zu bekämpfen, die sie gern zu Grunde richten möchte. Doch hat sie bis jetzt nichts damit erreicht, als sich selbst in der öffentlichen Meinung zu Grunde zu richten. Doch genug hiermit. Dergleichen -Fanfaronaden halten in unserer Zeit den Gang der Ereignisse nicht auf. Aber man muß seine Leute immerhin kennen. Rumänien VIII. Bonn, 25. Mai. Wir erhalten so eben aus Jassy folgende Piöce mit der Bitte um Abdruck. Wir brauchen kein Wort hinzuzufügen: sie spricht selbst laut genug. Aufruf an die Hochgeehrten Rabbmen aller jüdischen Cultuögemcinden Europas. Eine furchtbare Verfolgung bedroht die Existenz aller Juden Rumäniens. Seit zwei Jahren agitirt die sogenannte democratisch-liberale Partei gegen die jüdische Bevölkerung des Landes, facht die niedrigsten Leidenschaften an und predigt in Wort und Schrift einen Ausrottungskrieg gegen die rumänischen Juden. Beschimpfung, Hohn und Spott wird auf das Haupt dieser Unschuldigen in einem fort gehäuft und sogar das Judenthum in! Acht erklärt. In den Mairien, Präfecturen, und Gerichts-! tribunalen, ja sogar in der Deputirtenkammer selbst werden Reglements votirt, Ordonnanzen erlaffen, Beschlüsse! gefaßt und Reden gesprochen, würdig einer langst ver-I gangenen düstern Zeit. Tausende jüdischer Familienväter! werden ihrem heimatlichen Herde gewaltsam entriffen und! mit Weib und Kind einem unsäglichen Elende preisge-I geben. Ein Federstrich des Ministers genügt, verbriefte! Rechte zu vernichten und trotz der Landesconstitution, trotz! der Pariser Convention vom Jahre 1858 alle Juden Ru-I mäniens vogelfrei zu erklären und außerhalb der Gesetze! zu stellen. Ungescheut und öffentlich wird den heiligsten Men-I schenrechtenHohn gesprochen, und die Agitation zum leitenden! Staatsprinzipe, die Willkühr zum Gesetze erhoben. Wer weiß, welches Unheil der nächste Moment bringen! wird! Wer weiß, wann und wie diese Agitationen m-I den werden! Nur ein Collectivschritt der garantirenden I Großmächte kann diesen Gewaltthaten und Verfolgungen ein Ende machen und die so Hartgeprüften vor einem | unverdienten Untergange bewahren. An Euch, Ihr Wächter Israels, wenden wir uns in! unserer schweren Bedrängniß. Erhebt Euer mächtiges Wort, sprechet zum Herzen unserer Glaubensbrüder von I der Höhe Eurer Kanzel und fordert sie auf, ihren gierungen und gesetzgebenden Körperschaften Collectivnoten unverweilt zu überreichen, damit die Hartbedrängten schützt und vor der Wiederkehr ähnlicher Verfolgungen bewahrt werden. Die mächtige Fürsprache der israelitischen Cultusgemeinden wird gewiß von den hohen Regierungen gebührend berücksichtigt werden und die Unterzeichner der Convention vom Jahre 1858, welche dm rumänischen Juden ihre Civilrechte garantirten, werden gewiß nicht zögern, den gerechten Wünschen unserer Glaubensbrüder zu entsprechen und dem von allen Großmächten Unterzeichneten internationalen Vertrage Achtung und Geltung zu verschaffen. Möge das heilige Gotteswort der muthigen Wächter Israels weithin tönen auch außerhalb der geweiheteu Hallen Jehovah's, mögen unsere Glaubensbrüder an allen Enden des Erdballs wie Ein Mann sich erheben, die Verfolgten und Geächteten zu beschützen und die Verfolger und Peiniger zu brandmarken und möge Israel wie einst die Glaubensfahue nach dem Westen, jetzt das Banner der Humanität nach dem Osten tragen zum Heile aller Confeffionen, aller Racen und aller Völker 11122 ri« ttvtt N172121 Nlil' Btt r« BIS»»ö 1«1'1 B. lnd l -el!. Bd. lerliv!ange wd I lEinstii [über 1 Fürs Buch Famil im B ewigte [mit L BerU lltteta' t. L lunter; lassen!Abrm Prof, sein 1 |ben S geflos jungt Die S splenl « in se und gebei treffe innei von niß men kraft licht