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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-05-05 · Heft 19 (5.5.1868) · p. Seite 379

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 19 (5.5.1868)
Date
1868-05-05
Page
Seite 379 (sequence 13)
Language
German
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m russische Produkt „Splietrtia" (AungeUtragerei), sdie hier in großen Massen entwickelt und mit jüdische Pikanterie gewürzt ist. Aus den vielen Folgen, welche diese Verhältnisse nach sich ziehen, wollen wir nur constatiren: 1) daß die jüdischen Interessen nicht vertreten werden, und das zu einer Zeit, wo eine solche Vertretung ja mehr als nöthig ist; 2) daß viele Taufen Vorkommen, was gewiß bei einer anderen Ordnung der Dinge nicht der Fall wäre, und 3) daß wir in der Residenz nicht einmal ein bestimmtes Bethaus haben, und unseren Gottesdienst in gemietheten Quartieren verrichten müssen, von deren Gestalt und Reinlichkeit man lieber schweigen soll. Schon vor einigen Jahren hat der Herr I. Günzburg 70 oder 75,000 Rub. zu einer Synagoge versprochen, und bis vor Kurzem hat Niemand daran gedacht, die Sache etwas weiter vorrücken zu lassen. Nur zu Anfang dieses Winters haben zwei der hiesigen Gebildeten, Herr Joseph Baxt und Dr. Jacob Traugott, die Sache mit Energie wieder angeregt, indem sie bei den hiesigen wohlhabenden Leuten Spenden für einen Synagogenbau zu sammeln, oder vielmehr unterschreiben zu lassen, anfingen. Sieben, acht Leute, bei denen sie ansprachen, sollen bis circa 6000 S.-R. unterschrieben. Die Sache, wie sie sagen, ging ganz gut vorwärts. Aber im Mauseloch entstand ein Aufruhr, als hätte man Speck zu riechen bekommen. „Was? Die Gebildeten werden eine Synagoge bauen, die Gebildeten werden alles in ihre Hände nehmen! Nein — das kann und darf nicht sein!" und man fing zu agitiren an. „Herr Günzburg wird es übel nehmen, daß man ohne ihn — Herr Günzburg war zur Zeit in Paris — die Sache aufnimmt," ließ man den Unternehmern sagen. „Herr Günzburg wird glauben, daß es ihm zum Trotz geschieht, und wird die versprochene Summe versagen, ohne welche man doch nicht zum Bau einer Synagoge treten kann. Ueberlassen Sie uns die Sache, wir werden mit Herrn Günzburg verhandeln, und schneller Erfolg ist gesichert." Die Gebildeten, denen es nicht um ihre Herrschaft, welche man fürchtete, sondern um die Sache selbst zu thun war, gingen daraus ein, Herr Günzburg, der wahrscheinlich nicht ein mal dachte, es übel zu nehmen, hat die Summe wieder versprochen und die Sache — blieb wieder stecken. Mögen nun unsre Gemeinde und alle ansässigen Juden zusehen, von wem sie ihr Heil zu erwarten haben, von den Gebildeten, oder von ihren lieben „Frommen"! .... a. l. Anzeigen. Die Israel. Gemeinde zu Stadthagen, (Fürstenthum Schaumburg-Lippe) wünscht möglichst bald einen Lehrer, welcher auch Borbeter ist, zu engagiren. Der jährliche Gehalt ist auf 2o0 Thlr. und freie möblirte Wohnung festgesetzt, es kann aber das Einkommen durch etwaige Ueber nähme des Schächteramts und Ertheilung von Privatunterricht bedeutend gesteigert werden. Seminaristisch gebildete Bewerber wollen ihre Zeugnisse einsenden an den Unterzeichneten Vorsteher Samson Salfeld. 1 Bekanntmachung. i Die Stelle eines Vorbeters, Schächters und Leh- D rers kann sofort anderweitig besetzt werden, mit einem H D fixirten Gehalt von 200 Thlr. und ca. 100 Thlr. A Nebeneinkommen. Hierzu geeignete Bewerber können % sich aufs allerbaldigste entweder persönlich oder bei A |> portofreier Einreichung der dazu erforderlichen Atteste und mit Bemerkung, der Bedingungen, beim Unter- & D zeichneten melden, wo sie dann das Nähere ersehen D A werden. D Rügenwalde d. 10. April 1868. A | Der Vorstand der Synagogen Gemeinde. ' | Die israelitische Gemeinde in Gotha beabsichtig; einen jungen Mann, Seminaristen, welcher gleichzeitig dem Amte eines Lehrers, Vorbeters und Schächters vorstehen kann, sofort mit 200 Thlr. Salair und entsprechenden Nebeneinkünften zu engagiren. Gefl. Offerten werden franco Adr. H. Heinemann Gotha erbeten. Die hiesige Kantor- und Schächterstelle, welche ein jährliches Einkommen von ca. 300 Thlr zusichert, ist vom i. Mai o. ab vacant. Reflectanten, mit guten Zeugnissen versehen und mit den entsprechenden Fähigkeiten ausgerüstet, belieben sich bei dem Unterzeichneten Vorsteher sofort zu melden. Zu bemerken ist, daß ein "yVas"? vorgezogen wird und daß Reisekosten nicht erstattet werden. Xions d. 12. April 1868. Der isr. Korpor. Vorstand. Jacob Hirsch. Annonce. Zu einer an unserer Elementarschule vacanten Lehrerstelle mit einem jährlichen Gehalte von 200 Thlr. belieben sich israelitische Reflectanten — unter Einreichung ihrer Qualificationszeugnisse — in portofreien Briefen an den Unterzeichneten Vorstand recht bald wenden. Cz arnikau den 17 April 1868. Der israelitische Schulvorstand. t: ,1 i t

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