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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-04-28 · Heft 18 (28.4.1868) · p. Seite 364

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 18 (28.4.1868)
Date
1868-04-28
Page
Seite 364 (sequence 19)
Language
German
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864 - •.: ::.weit rle ä läujuä'cn zusannnengestellt, und .n:v r■::):[{'c:\ die dreifach? 'Jlisll.i^c cvk'toit: auf; -y:d tu 'owHubiw:c\ mit WidetPnlichleit und Ge- ..ww^ä; w;w ^LvanUo bä 'Huöiibuu^ ihvcv 'länu . wä bcv 'äbiibob.uiuo Pell au ihrer pertvwüvi:, ^ivahfam ansgeführt; auf absichilicke;:.::;;i des <>w Hers Pell. älo die Bevlefnng zu Ende war, forderte der Pradeu AngeUagteu auf, sich für schuldig oder uw zu erllären. Ell'au erhob sich und mit fester ..:ue fragte er den Vorsitzenden, ob er seine Erltäg mit weirereu Bemerkungen begleiten dürfe. Die wort lautete: es stände ihm frei, Alles zu sagen, s er in:- Sinne hatte — „aber, fügte der Borsitzende '.zu, erwägen Sie wohl, bekennen Sie die Wahrheit; v dadurch kennen Sie sich vor Gott und Menschen uigen und ein milderes llrtheil erwarten; die 29ahr- 7 kommt immer an den Tag, und wehe Ihnen, wenn e dieselbe absichtlich entstellt baden!" Ellan zögerte nicht zu antworten: „Hoher Gerichts- : es, ich bin hierher gekommen mit dem festen Entschlüsse, nur die 'Wahrheit zu sagen und ganz'allein die Wahrt'än. Habe ich dies gethan, so werde ich mich ruhig Ihrem Unheil unterwerfen, wie es auch anssatten möge. Ich werde die Strafe hinnehmen als eine wohlverdiente für meine Vergehen, lieber die Bedeutung dieser bin ich selbst noch nicht im Klaren, und Sie sollen mir zur Entscheidung verhelfen. Hinsichtlich der Anklagepunkte erkläre ich mich theils für schuldig, theils für unschuldig. Ich habe Theil genommen au Contrebande, niemals aber widersetzlich oder gewaltthätig gegen Beamte gebandelt. In Allem, --was die Anklage in Bezug auf meinen Ueberfall gegen Wilhelmine Poll berichtet, erkläre ich mich für schuldig; es ist Alles so geschehen. Dagegen bin ich völlig unschuldig an dein Tode des Försters Poll, und habe sogar niemals etwas erfahren" wo und wie er getödtet worden. Es wird mir leicht sein, die Anklage wegen Widersetzlichkeit und Gewaltthat an Beamten zurückznweisen. Sie beruht nur auf Boraussetzuugen. Aus. früheren Zeiten liegt keine Thatsache vor, aus welcher meine Theilnahme an solchen Handlungen erwiesen werden könnte, und bei dem letzten traurigen Vorgang ist es ja bereits ansgemacht, daß ich während desselben meinen Ueberfall in Nendorf ausführte, also in derselben Zeit sehr weit von dein Schauplatz der That entfernt war. Ich bin bereit, Alles, was iä) jemals, an Contrebande vollführt habe, soweit mein GeWchtniß reicht, zu bekennen, ohne jedoch andere Personen in Mitleidenschaft zu ziehen, d. h. verrathen zu w-llen. Mein Herr Bertheidiger hat mir aber gesagt, : ■: dieses Bekenntnis; nicht hier, sondern vor der Stenerllöroe abzulegen sei. Hinsichtlich des zweiten Punktes P'N Sie mich nur ein Geständnis; über die Triebfe- :;i machen, die mich zu dieser That geführt, nicht um 'e zu - entschrlägen, sondern weil dies auch für den n und schwersten Anklagepunkt nothwendig ist." Elkan so rach nun mit einfachen, aber ergreifenden Worten, mit bewegter Stimme, die aber jede Absicht, etwa zu rühren, vermied, veu seiner Liebe zu Wilhelminen, dü während seiner Berpslegnug im' Poll'schen Hause begonnen, bei seinen Besuchen als Hausirer sich gesteigert, und durch die Zurückweisung zur Leidenschaft angeschwollen, die mit jedem gescheiterten Versuche an Gewalt und Kraft zngenonuneu, bis sie ihn zur völligen Verblendung und zu verzweifelten Handlungen gebracht. Ich habe dies Alles schon zur Genüge diesen Blattern anvertraul. Tie einfache Erzählung machte, da sie durchaus das Gepräge der Wahrhaftigkeit trug, einen liefen Eindruck, und athemlos lauschte Jeder den Worten des Mannes. Selten noch hatte sich in diesem Saale mit dem Kampfe um die Schuld oder Unschuld eines Menschen eine so tief psychologische, ja romantische Erregung verbunden, und hatte früher die Persönlichkeit des Angeschuldigten im Vergleich mit dem Gewichte der Anklagen verloren, so gewann sie jetzt nur so mehr durch das Interesse an bem unglücklichen Gefühlsleben dieses Mannes. Jetzt fuhr er fort: ' „Ich habe schon gesagt, daß der Förster Poll mich mehrere Male und zwar innuer heftiger und entschiedener abgewiesen. Da ich aber nicht Herr meiner Leidenschaft zu werden vermochte, umschlich ich das Hauö desselben oft und lange Zeit, mit nur mit einem Blicke die Gestalt derer zu gewahren, welche zum Gegenstände aller meiner Gedanken und Gefühle geworden. Da traf mta> eines Tages Poll, fuhr wüthend auf mich ein, drohte mir mit seinen Leuten und Hunden, itnd daß er mich niederschießen würde wie eine räudige Katze. Ich blieb ihm nichts schuldig; ich verfluchte ihn, seine Tochter, sein Haus und die Stunde, in welcher er mich verwundet im Gebüsch gefunden und nach seinem Hanse gebracht. Hätte mich doch damals lieber die Kugel getödtet, oder wäre ich an meinem Blutverluste verendet! ... So schieden wir, und ich sah ihn nicht wieder. In derselben Nacht wurde er getödtet. Ich aber war weit von dem Orte entfernt und erfuhr erst vierzehn Tage später von dem geschehenen Unglück. Da ich jedoch, nachdem ich mit Poll so hart znsammengestoßell, wohl über vierundzwanzig Stunden im Sturme meines Schmerzes umhergerannt, kann ich ein Alibi nicht Nachweisen, da ich dies erst für die folgenden Tage vermöchte. Dennoch glaube ich den Beweis führen zu können, daß ich der Thäter nicht gewesen." Diese letzten Worte erregten ein allgemeines Erstaunen, und da Elkan erschöpft einige Augenblicke innehielt, ging ein Flüstern und Murmeln durch den Saal, welches von der Theilnahme zeugte, die der Angeklagte geweckt Halle, von der Spannung, mit welcher mau die weitere Entwickelung erwartete. Endlich - hob er von Neuem an: „Es sind zwei Beweisgründe für meine Thäterschaft ausgestellt worden, die jedoch nur, wenn sie beide richtig sind, in ihrer Verbindung einige Kraft besitzen, aber BäSKSfeS??!??

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