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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-04-14 · Heft 16 (14.4.1868) · p. Seite 322

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 16 (14.4.1868)
Date
1868-04-14
Page
Seite 322 (sequence 20)
Language
German
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bekannt, denn wteitt Herr hatte in Verbindung damit gestanden. Durch die vielen Streifzüge durch das Land besaß ich eine sehr genaue Ortskenntniß. Von kräftigem Körperbau, unternehmend, ausharrend, ja verwegen, war ich ein willkommenes Werkzeug. Kaum war es mir angeboten, schlug ich ein und wurde — ein Mitglied der Schmuggler. Wie ich fühlte und dachte, waren Gewissensbisse nicht gut möglich, und da gewisie Herren des Ländchens nicht ohne einigen Antheil am Gewinne waren, machte ich mir noch weniger Bedenken." «Fortsetzung folgt.) Correspondenz. Wien, im März. Als Nachtrag zu der in No. 31. 32. des vorigen Jahres gegebenen biographischen Skizze des Dr. Adolph Fischhof nehmen Sie wohl folgenden Bericht auf. ' Dem vr. Adolph Fischhof wurde am 25. d. von einer Deputation des deutsch-demokratischen Vereins im dritten Wiener Bezirk folgende Adresse überreicht, welche von der durch oen Verein am 13. d. abgehaltenen Volksversammlung beschlossen wurde: „Euer Wohlgeboren! Hochverehrter Herr Doktor! Zweimal zehn Jahre sind verflossen, seitdem Sie in schwungvoller Ansprache den 13. März 1848 als einen großen, bedeutungsvollen Tag begrüßten! Und in der That hat die hohe Begeisterung der Gesammtbevölkerung Wiens, zu welcher vorzüglich Ihr mannhaftes Auftreten die Anregung gab, den 13. März zum glorreichsten Tage der österreichischen Geschichte gemacht, unvergeßlich der Erinnerung Wiens, ganz Oesterreichs! Dasjenige, was Sie damals in markigen Worten als Wunsch aussprachen und formulirten, es reist jetzt der Erfüllung entgegen. Aber noch ist die Saat nicht vollständig aufgegangen, die Sie und mit Ihnen die trefflichsten Patrioten in jenen glorreichen Tagen legten. Wir Alle, die wir jene denkwürdige Epoche mitmachten, mit erlebten, vergegenwärtigen uns lebhaft Ihr unermüdliches, uneigennütziges, echt patriotisches Handeln! Noch sehen wir Sie die Fahne des Lichtes, der Freiheit und des Rechts vorantragen, noch empfinden wir jene Begeisterung, welche Ihr zündendes Wort in uns erregt, noch sehen wir Sie auf der Rednertribüne des Reichstages zu Wien und Kremsier unter den besten Männern jener Zeit hervorragen und der Freiheit, immer nur der Freiheit das Wort reden! Aber auch zur Zeit, als in unserem armen Vaterlande der Genius der Freiheit die Flügel senkte, da blieben Sie unter uns, Sie litten mit uns und lehrten uns mit Zuversicht einer besseren Zeit entgegensehen. Wir danken dem Schicksal, welches Sie nach einem so thatenreichen, verdienstvollen Leben in der Vollkraft des Geistes erhalten und uns die freudige Genugthuung verschafft hat, in Ihnen fürder einen der Vorkämpfer unserer neuen freiheitlichen Aera zu sehen. Mögen Sie im Bewußtsein treu erfüllter Bürgerpflicht und im Vollbesitze unserer tiefsten Verehrung einen Theil jenes Lohnes finden, welchen die Geschichte Männern des Volkes für ewige Zeiten bewahrt." (Folgen Tausende von Unterschriften.) Dr. Fisckhof dankte bewegt für diese Erinnerung an einen Mann, der seit 20 Jahren nicht mehr in der Oeffentlichkeit wirke. Er betonte, daß das Jahr 1848 sich nur mit dem Einreißen und Wegräumen alten Schuttes beschäftigen konnte; das Jahr 1868 habe den Beruf, einen kräftigen, gesunden Neubau aufzuführen, und darin sei' die Regierung zu unterstützen. Leider halte ihn ein nervöses Kopfleiden von jeder öffentlichen Thätigkeit ab. Kuriosum. Wenn der weltbekannte Ausspruch Buffons: le style est l’homme, das heißt also: an dem Style kannst du den Menschen, seine Gesinnung und seinen' Charakter erkennen, wahr ist, so giebt es Niemanden, dessen Wesen weniger geheimnißvoll ist, als das Gros der ultramontanen Schriftsteller. Sie überbieten sich an Grobheit und Geschmackswidrigkeit; bereits bringen sie es bis zur Brutalität. Ein kleines Beispiel bringen wir aus den „Münchener neuesten Nachrichten". Da heißt es wörtlich: „Bei den jüngsten Zollparlamentswahlen habe man es wörtlich deutlich und öfter als einmal hören können: Wenn die Franzosen nur erst den Preußen eine Schlappe beigebracht hätten, dann würden die baierischen Bauern mit ihren Pfaffen voran die ketzerischen Hunde verjagen, sie zu Wurstfleisch hacken und in Judendärme füllen." Neben der Rohheit zeigt sich hier deutlich die deutsche Gesinnung und die Tapferkeit, welche diese Menschen besitzen. Erst sollen die Franzosen die Preußen Niederschlagen — dann wollen die Baiern nachrücken und ausführen, womit sie eben drohen. Uebrigens weiß die Geschichte zu erzählen, daß es die Baiern im Gefolge der Franzosen nicht bei der bloßen Drohung gelaflen. Verlag von Baumgartners Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirfchfeld. Verantwortlicher Redakteur Dis H. Lotze.

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