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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-04-14 · Heft 16 (14.4.1868) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 16 (14.4.1868)
Date
1868-04-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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. Jayrg Allgemeine M 16. Zeitung des Zudcnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von . Rabbiner vr Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 14. April. 1868. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis 2ll2 Bogen. Preis des Jahrgangs i Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Bierterjährig 1 Thlr. Inserate werden mit Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das Königl. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. I n h a l t; Leitende Artikel: Zum Peßach. — Rumänien. — Literarischer Wochenbericht: Berlin, Bonn. Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Berlin,Bonn,Aus der Provinz Posen. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Pest, Krakau. Belgien: Brüssel. Frankreich: Paris. Feuilleton-Beilage: Aus den Papieren eines jüdischen Seelsorgers. — Correspondenz. — Kuriosum. Leitende Artikel. Bonn, 5. April. Zum peßach. Bor fast viertehalb Jahrtausenden zog aus dem Lande der Pharaonen, aus dem Lande der Krieger- und Priesterherrschaft, des Kastenwesens, der Thieranbetung, des Fremdenhasses, mit einem Worte aus einem Lande der erniedrigendsten Knechtschaft ein kleines Volk, dessen Sklavenketten gebrochen worden. Und diesem Volke, als es auszog, wurde zugerufen: „Gott ist einzig und einig, Schöpfer des einigen Weltalls, in keinem Bilde anzubeten, zu lieben und zu ehrfürchten!" „Alle Menschen sind dieses Gottes Kinder, du hast sie alle zu lieben wie dich selbst." „Du sollst frei sein, keines Menschen Knecht, sondern nur deines Gottes Diener, der Boden gehöre dir, arbeite auf ihm in Freiheit, die Stadt und Staat lenken, seien sie Richter oder Könige oder Priester, wähle sie dir selbst, und sie sollen unterthan sein dem Gesetze, das sie nicht willkürlich verändern dürfen!" „Ein Gesetz und Ein Recht sei für Alle, Einheimische wie Fremde, auch den Fremdling liebe wie dich selbst, du darfst ihn nicht bedrücken und er hat ein Anrecht gleich Allen an den Wohlthaten, die du zu spenden hast!" „Rufe Freiheit aus im Lande, von Jobeljahr zu Jobeljahr, für alle seine Bewohner, daß sie frei seien und ihr verlorenes Eigenthum wieder erhalten!" Mit diesen und anderen gleichartigen Rufen zog das Volk aus, zog dieses Volk durch die Jahrtausende, und besteht noch, ob Hunderte von Nationen untergegangen, und feiert diesen Auszug „aus dem Hause der Knechte" noch heute, feiert ihn, ob seine Kinder am Ufer des stillen Oceans oder des Caspischen Meeres, am Fuße der Andes, oder des Himalaya weilen. Was hat dieses Volk so beständig in seinem Bestände, in seinem Leid und in seinen Festen gemacht? Nickis Anderes, als daß es jene Rufe gehört, in seinen Geist ausgenommen, dafür gelitten und gestritten und sie bethätigt hat, so viel es dies vermocht und so gut es dies verstanden. Und das ist die Arbeit des Menschengeschlechtes: Diese Rufe die an Israel ergangen, als es aus Egypten zog, allmählig durchdringen zu.lassen durch seine innerste Seele, durchdringen zu lassen durch alle Verhältnisse und sie zur Herrschaft zu bringen in allen seinen Theilen; frei sich zu ihnen zu entwickeln, und sie selbst zu entwickeln in freier Bewegung, in Selbstthätigkeit, in Selbstbestimmung. Dies ist eine Arbeit, die nicht ein Jahrhundert, nicht ein Jahrtausend vollendet. Es ist

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