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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-01-14 · Heft 3 (14.1.1868) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 3 (14.1.1868)
Date
1868-01-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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32. Jahrgang. Allgemeine M S Zeit««« -cs Zudcnthilins. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippson^n Bonn. Leipzig, den 14. Januar 186&J Diese Zeitung-erscheint wöchentlich einmal Dienstag s, m 2 bis 21/2 Bogen. Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Vierteljährig 1 Thlr. Inserate werden.mit a1I2 Ngr. für die Petltzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestel- , lungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das Königl. Sächs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die Verfolgungen in Rumänien. — Skizzen aus Holland. VIII. Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Potsdam, Leipzig, Aus dem ehem. Herzgth. Nassau, Hannover, Bayreuth. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Pest, Aus Oberungarn. Belgien: Brüssel. Frankreich: Paris. Correspondenzr Monatsbericht aus Ungarn. VI. Feuilleton-Beilage: Gallerte von Abgeordneten jüdischen Glaubens. — Cornmendatore Jsacco Artorn. — Kuriosa. Leitende Artikel. Bonn, 6. Januar. Die Verfolgungen in Rumänien. In voriger Nummer theilten wir das Rundschreiben des rumänischen Ministers mit, durch welches den Präfekten zwar die Verfolgung der Juden als Ziel der Regierung dargestellt, sie aber zur Vorsicht gemahnt wurden, um die öffentliche Meinung Europa's nicht wieder aufzuregen. Dieses Ministerium hat nunmehr durch die eben geschehenen Neuwahlen zum rumänischen Landtage eine überwiegende Majorität und dadurch die Bürgschaft seiner Fvrtexistenz erhalten. Die Belehrung über die anzuwendende Vorsicht muß aber auch für uns eine Aufforderung zur Vorsicht d. h. zur Wachsamkeit sein, und wir dürfen nicht ermüden, so schmerzlich dieses Geschäft auch für uns sei, jeden Akt der Verfolgung und Bedrückung, der in Rumänien vor sich geht, zu registriren und vor Europa zu denunziren. Wir wünschten wohl, daß wir hierin mehr von den jüdischen Publicisten unterstützt würden, deren Zahl, wenn auch von den Gegnern weit überschätzt, doch nicht ganz gering ist, die sich aber in Angelegenheiten der Juden einer gar zu großen Zurückhaltung befleißigen. Es ist nämlich schon vorauszusetzen, daß die ministerielle Ermahnung zur Vorsicht von den rumänischen Präfekten und Bürgermeistern, die gewohnt sind, nach Art der benachbarten Paschas etwas autokratisch zu wirthschaften, nicht immer beachtet werden. Und diese Voraussetzung wird leider durch jede Post aus Rumänien bestätigt. Wir geben heute nach dem „Echo Danubien“ zwei neuerliche Vorgänge, von denen der erste in der That zu den brutalsten gehört, die wir seit langer Zeit zu verzeichnen hatten. Der Unterpräfekt Tachi Taliano des Distriktes von Unter-Bistrita in Bacau hat den Bürgermeistern befohlen, aus den Dörfern alle Juden nackt vor den Augen aller Bauern auszutreiben, sie sammt ihren Frauen und Kinvern, ihnen die Schlüssel ihrer Häuser, ihrer Keller und Böden abzunehmen; endlich den armen Verjagten zu verbieten, sich mit Maismehl aus ihren eigenen Vorräthen zu versehen, um sich unterwegs zu ernähren. — Der obenerwähnte Unterpräfekt hat lügnerische Protokolle fabricirt, in welchen gesagt wird, die Juden hätten die Landleute geplündert, indem sie deren Bodenerzeugnifse um niedrigen Preis kauften. Die' Bürgermeister sind durch Drohungew gezwungen worden, diese Protokolle zu unterzeichnen, und so sind die unglücklichen Juden der Gefahr ausgesetzt, vor Hunger oder Kälte unter Beschimpfungen und Erniedrigungen zu sterben. Kein Land-

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