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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-12-24 · Heft 52 (24.12.1867) · p. Seite 1048

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 52 (24.12.1867)
Date
1867-12-24
Page
Seite 1048 (sequence 20)
Language
German
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104» zuließ*), deutet auf diese Vereinfachung hin. Von größerer Wirksamkeit aber war es in dieser Beziehung, daß in dem ganzen, 470 lDMeilen großen Lande und für eine Nation von ungefähr 3—7 Millionen (in den verschiedenen Zeiträumen) nur ein Heiligthum und sonst kein anderer Tempel, kein Altar, keine heilige Stätte existiren sollte. Denke man, wie alle anderen Länder von zahllosen Tempeln und Altären bedeckt waren, in großen und kleinen Städten, in Flecken und Dörfern geopfert wurde, ja, gewifle Geschlechter und Familien ihre eigenen Altäre und Opferritus hatten, so sieht man ein, daß der mosaische Opfercultns auf das geringste Maß reducirt war und nur durch die Ausführung der Vorschrift, daß alle Männer drei Mal im Jahre nach dem Heiligthume wallfahrten sollten, einer Vorschrift, welche der Natur der Verhältnisse nach stets nur theilweise erfüllt werden konnte, im Bewußtsein des Volkes sich erhielt. Um so interessanter ist es, einmal zusammenzuzählen, wie groß die Zahl der vorgeschriebenen Opfer das Jahr hindurch war, wobei eben nicht übersehen werden darf, daß sie für die ganze Nation dargebracht wurden. Zuerst an den hohen Festen. An den 7 Tagen des Peßach täglich 2 Stiere, l Widder, 7 Lämmer und 1 Ziegenbock, also zusammen >4 Stiere, 7 Widder, 49 Lämmer und 7 Ziegenböcke. — Am Schabuoth (1 Tag) 2 Stiere, 1 Widder, 7 Lämmer, 1 Ziegenbock. — Am Drommetenfest (1 Tag) 1 Stier, 1 Widder, 7 Lämmer, l Ziegenbock. — Am Versöhnungstage I Stier, I Widder, 7 Lämmer, l Ziegenbock. Dazu für Priester und Heiligthum l Stier und 1 Widder und für das Volk > Widder und 2 Ziegenböcke. — Am Succoth am ersten Tage 13 Stiere, am 2. 12, am 3. I I, am 1. io, am 5. 9, am 6. 8, am 7. 7 Stiere, dazu jeden Tag 2 Widder, 14 Lämmer, 1 Ziegenbock, zusammen also 70 Stiere, 14 Widder, 98 Lämmer und 7 Ziegenböcke. — Am Schmini-Azereth 1 Stier, 1 Widder, 7 Lämmer und I Ziegenbock. Ehe wir weiter gehen, sei hier darauf aufmerksam gemacht, wie in allen diesen Zahlen der Festopfer die Zahl 7 vorherrscht, wie die Zahl der Festtage selbst 7 war. Am deutlichsten tritt dies gerade am Succoth hervor, wo um am 7. Tage 7 Stiere zu haben, am 1. Tage 13 geopfert wermischen Kaisern verboten. Die Zahl der Opferthiere war sehr groß, wie schon der griechische Name Hetakombe andeutet, die aus 100 Opferthieren aus einmal bestand; in Rom fanden bisweilen Opfer von 300 Stieren Statt. *) Zu den unblutigen Opfern wurde nach dem mosaischen Gesetz nur Getreide (Mais als Mehl und zwar feinstes gereinigtes Weizenmehl), Oel, Salz, Weihrauch und Wein gebraucht; ausgeschlossen waren besonders Honig und Sauerteig, wiederum ein Gegensatz zum Heidenthume, wo Honig eine sehr große Rolle bei den Opfern spielte. den sollten, so daß die Gesammtzahl der an diesem Feste geopferten Stiere 70 wurde. — An sämmtlichen hohen Festtagen wurden demnach 90. Stiere, 27 Widder, 175 Lämmer und 20 Ziegenböcke (eigentlich nur 19, der 20. „zum Asasel" szum völligen Hinwegschaffenj wurde in die Wüste geschickt» geopfert. Will man nun die Opfer an den Neumonden, Sabbathen und Tagen des Jahres zusammenrechnen, so kommt die Frage nach der Zahl dieser Zeitmesser herein. Sicher ist, daß die Monate nach dem Umlauf des Mondes gezählt wurden; aber ebenso fest ist es, daß am Tage nach dem ersten Pessachtage das erste Getreide der Erndte dargebracht werden mußte, und daß dieses Pessach am 15. des l. Monats gefeiert wurde; ebenso war das Succoth Erndtedankfest. Offenbar mußte also das Mondjahr mit dem Sonnenjahr in Uebereinstimmung gebracht werden, weil sonst diese Feste öfter ganz außerhalb der Erndtezeit rücken mußten. Im Pentateuch wird von einem Schaltmonat nicht gesprochen, aber ebensowenig ist eine Spur gegen einen solchen. Ohne uns daher weiter in diese Streitfrage hier einzulassen, genügt es zu unserem Zwecke, die Zahl der Tage und Sabbathe nach dem Sonnenjahr als durchschnittlich anzunehmen, da, wie gesagt, das Mondjahr immer wieder mit dein Sonnenjahr ausgeglichen werden mußte. An jedem Neumond wurden wie ain Peffach und Schabuoth 2 Stiere, I Widder, 7 Lämmer und 1 Ziegenbock geopfert. Die Einsetzung von resp. 2 Neumondstagen ist späteren Ursprungs. Wir haben also an 12 Neumonden 24 Stiere, 12 Widder, 84 Lämmer und >2 Ziegenböcke; in einein Schaltjahre 26 Stiere, 13 Widder, 91 Lämmer und 13 Ziegenböcke. An jedem Sabbath wurden als Sabbathopfer 2 Lämmer dargebracht, was auf 52 Sabbathe 104 Lämmer machen würde. Ebenso wurden täglich 2 Lämmer dargebracht, was auf 365 Tage 730 Lämmer ausmacht. Für das ganze Jahr erhalten wir demnach 114 Stiere, 39 Widder, 1093 Lämmer und 32 Ziegenböcke; in einein Schaltjahre würden 116 Stiere, 40 Widder, 2000 Lämmer und 33 Ziegenböcke herauskommen. Wir machen noch darauf aufmerksam, daß die Tages- und Jahresopfer nur in Lämmern bestanden, während Stiere, Widder und Ziegenböcke für die Festtage und Neumonde aufbehalten waren. Für eine so große Völkerschaft waren dies sicherlich sehr bescheidene Zahlen. Verlag von Baumgartners Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirschfeld. Verantwortlicher Redakteur Br. H. Lotze.

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