Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 51 (17.12.1867)
- Date
- 1867-12-17
- Page
- Seite 1022 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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1022 Provinzen Rußlands so hart mitgenommenen Glaubensgenossen Etwas mitzutheilen, worüber sie sich gewiß nicht wenig wundern werden. Die leitenden Artikel der jüngsten Nummer d. Z. d. J's über Herrn v. Z. haben wir mit größter Spannung und Verwunderung gelesen. H. v. Z. zieht sehr stark gegen die dortigen Israeliten los, und gerade dadurch documentirt er eine alle wahre Freiheit ins Gesicht schlagende Richtung. Und eben das hätten wir dem Sohne eines so edlen Vaters am allerwenigsten zugetraut. Wie ganz anders würde in einem solchen Falle sein verewigter Vater gehandelt haben, dem das gute Recht über Alles ging, der nicht auf die Schale, sondern auf den Kern sah, der die Menschen nicht nach ihrer Confession, sondern nach ihrem innern Werthe bevrcheilte und schätzte! Der edle Vater, Johann Heinrich v. Z., geboren 1742, gestorben im Februar 1829, drückt sich in seinem Testamente also aus: „Sie mögen (die Angehörigen), wenn sie können, auf meinen Sterbetag nach Vermögen etwas an die Armen geben ohne Unterschied der Religion, denn unter andern Bekenntnissen habe ich die frömmsten und rechtlichsten Menschen kennen gelernt, und von einem Juden habe ich die größte Freunoschaft erhalten, die alle Christen übertrosfen hat." So der edle Vater. Welche Schlagschatten werfen solche Worte auf seinen Sohn, den Herrn Bürgermeister in Mitau! Wird er nicht erröthen, wenn er dieses liefet?. F. II. Anzeigen. Zum l. April wird bei uns die Stelle eines Vorbeters, Lehrers und Schächters vacant. Dieselbe bringt 250 bis 300 Thlr. jährlich nebst freier Amtswohnung ein. Meldungen sind an den Unterzeichneten Vorstand zu richten. Drossen, d. IO. Decbr. 1867. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. In hiesiger Synagogen-Gemeinde ist die Stelle eines Cultusbeamten frei, der die Funktionen eines Religionslehrers, Schächters und Vorbeters zu versehen hat. Gehalt 300 Thlr. jährlich bei freier Wohnung und mit Nebenaccidentien von circa 80 Thlr. Qualificirte Bewerber wollen sich franco an uns wenden. Stralsund, im Decbr. 1867. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. C. David. 3- Die Stelle eines Predigers und § Religiovslehrers, welchem auch zull 8 gleich die Ertbeilung des Unter-8 § richts in den höheren wtfsenschaftlichen f 1 Leetionea an der hiesigen israelitischen | DPrivatfchule obliegt, wird mit einem 8 Hs jährlichen Einkommen von circa 600 § I Thlr. am 1. April k. I. vacant. Re- ] Isiectante« belieben sich zu wenden an | | de« Vorstand der Synagogen- § i Gemeinde in Aenendnrg, W/P. ff Durch Den Tod des bisherigen Inhabers ist die hiesige Lehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle, verbunden mit einem jährlichen Gehalte von circa 200 Thalern und freier Wohnung, vacant geworden. Geeignete Bewerber, welche sich einer Prüfung in den Realien bei dem Fürstl. Superintendenten und in den Religionswissenschaften bei unserem Rabbinen dem Herrn Dr. Auerbach in Nordhausen zu unterziehen haben, wollen sich in francirten Briefen bei dem Unterzeichneten Vorstande melden. Immenrodeb Gondershausen, d. 22. Nov. 1867. Der israel. Cultus-Vorstand. _Julius Heilbrun. An unserer Gemeindeschule sollen 1. ) die Stelle eines akademisch gebildeten Lehrers, der die facultas docenti erworben hat, mit einem jährlichen Gehalte von 400 Thlr., und 2. ) die Stelle einer geprüften Lehrerin mit einem jährlichen Gehalte von 250 Thlr., baldmöglichst besetzt werden. Bewerbungen wolle man srankirt an den Unterzeichneten Vorstand einsenden. Gleiwitz, im Novbr 1867. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Zu Ostern k. I. findet in hiesiger israelitischer Gemeinde ein unverheiratheter Religionslehrer, Vorbeter und Schächter, der auch befähigt ist, den deutschen Elementarunterricht zu ertheilen, ein sehr günstiges Engagement. Gehalt, incl. Schächtergebühren, beträgt 200 Thlr. p. a. nebst freier Wohnung, Mittag- und Abendtisch. Qualificirte Bewerber wollen mit dem Unterzeichneten Vorstande in Unterhandlung treten. Neustadt i.Mecklbg., im Decbr. 1867. _D. I. Wolfsberg._ Die hiesige, mit 200 Thlr. baar, freier Wohnung und Holzentschädigung dotirte jüdische Lehrerstelle ist vacant und wollen Bewerber darum sich bei uns baldigst melden. Tirschtiegel, den 4. December. 1867. Der Magistrat. Fitzner.