Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 49 (3.12.1867)
- Date
- 1867-12-03
- Page
- Seite 984 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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984 S» eben erschiene«: Hamburg, 1867. B.S.Berendsohn. 9 i 1 oah Eine Auswahl von Predigten. Zur Erbauung, so wie besonders zum Vorlesen in den Synagogen, die des Äedners ermangeln. Von Dr. Ludwig P h ilippson, Rabbiner. Gr. 8. 1 fte Sammlung. Zweite Auflage broch. Preis 1 Thlr. 10 Sgr. 2te Sammlung. Preis 1 Thlr. 10 Sgr. 3te Sammlung. Preis 1 Thlr. 10 Sgr. _Baumgärtners Buchkandlung in Leipzig. Aufruf zur Hilfe! Ein schon hochbetagter Amtsgenvsse hatte vor Kurzem das Unglück, seinem Schwiegersohn, einen Goldschmied, nach längerem Augenleiden, zu dessen Heilung vergebens die rcnommirtesten'Augenärzte aufgesucht wurden, erblindet zu sehen. Ihm obliegt nun die schwere Sorge, seiner vom Schicksal hart geprüften Tochter einen Erwerbszweig zu verschaffen, um sich und die Ihrigen zu ernähren. Zu diesem Behufe beabsichtigt sie, Hebamme zu werden. Es fehlen jedoch die nöthigen Mittel, die mit der Vorbereitung zu diesem Berufe erforderlich sind. Der Vater selbst hat bereits während der Leidenszeit des nun Erblindeten sein Letztes hingegeben. Er wendet sich daher durch mich an die Herzen alter Menschenfreunde, besonders aber an seine Collegen mit der dringenden Bitte um baldige Unterstützung zur Ausführung dieses Planes. Jede Gabe, die hierzu verabreicht wird, ist ein Lichtstrahl, der das finstere Geschick einer untergehenden Familie wieder zu erhellen vermag, und wird daher mit Dank angenommen. Außer mir sind zur Annahme von Beitragen noch bereit die Herren Cantoren Frank in Königsberg und Abel in Dessau. Schwerin, in Mecklenburg, d. 18. Nov. 1867. H. Kleimenhagen, Religionslehrer. Gern unterstütze ich obigen Aufruf durch meine Fürsprache, möge dieselbe dazu beitragen milde Herzen und Hände zu öffnen, daß die neue Existenz gegründet werde. Dr. Salomvn Cohn, Landesrabbiner. QSjöT] In tiefe Trauer wurde unsere Gemeinde versetzt durch das am 16. d. M. erfolgte Hinscheiden unseres bvjährigen, allgemein geachteten und geliebten Seelenhirten, des Rabbiners Herrn Salomon Radt, eines wahren Frommen, welcher zu seiner Lebensaufgabe nicht allein Verbreitung der reinen Gotteslehre machte, sondern auch eine nnerinüdliche Thätigkeit und Sorge für seine Gemeindemitglieder bewahrte. Beinahe 40 Jahre wirkte er in unserer Gemeinde, und erwarb sich durch seinen Schatz von Wissen, seinen offenen ehrlichen Character, seine Toleranz, obgleich der streng orthodoxen Richtung huldigend, und durch freundliches Entgegenkommen gegen Jedermann, ohne Unterschied der Confession, die unbegrenzte Liebe und Achtung der ganzen Gemeinde, welche auch in richtiger Würdigung seiner Verdienste allen seinen Anordnungen mit der größten Bereitwilligkeit Folge leistete. Die seltenen Tugenden des Verblichenen haben ihm in den Herzen Aller, die ihn kannte», ein bleibendes Denkmal geschaffen und sichern ihm einen dauernden Nachruhm. Das Bewußtsein, seine Pflicht erfüllt zu haben, und das Vertrauen zu Gott, in dessen Schickungen er sich stets ohne Klage fügte, halfen ihm sein durch fortwährendes Studiren gesteigertes körperliches Leiden mit Gleichmuth Ertragen. Sanft wie sein Leben war auch der Tod, welcher ihn in eine bessere Welt führte, wo gerechter Lohn seiner wartet. Wenn die Pflege und Sorgfalt seiner liebenden Gattin und Kinder, wenn der Fleiß des ihn behandelnden Arztes, wenn die inbrünstigen Gebete und die heißen Thränen der ganzen Gemeinde den Todesboten von der Wohnung des Geehrten hätten zurückhalten können, o dann lebte er noch in unserer Mitte. Aber der Allmächtige gebot, daß wir den Trefflichen, welchen wir mehrere Jahrzehnte besaßen, jetzt betrauern und in dem Einen Manne soviel verlieren sollen. Wir sprechen die Gefühle der ganzen Gemeinde aus, wenn wir sagen: Wehe! Wir haben verloren, was wir nie wiederfinden. Die Zahl derer, welche ihn zu seiner Ruhestätte begleiteten, aus allen Confeffionen und sogar aus weiter Ferne herbeigeeilten Freunden und Verehrern des Verblichenen bestehend, die ganze trauernde Gemeinde und die heißen Thränen, welche an seinem Grabe stoffen, sprechen laut für die allgemeine Verehrung und Liebe, welcher sich der Verstorbene zu erfreuen hatte. Friede seiner Asche! Kozmin Großhzgth. Posen, im Nov. >867. Der Corporations-Borstand u. die Repräsentanten. Verlag von Baumgärtner's Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirschfeld. Verantwortlicher Redakteur Ilr. H. Lotze. Hierzu Feuilleton-Beilage Nr. 49.