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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-11-26 · Heft 48 (26.11.1867) · p. Seite 965

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 48 (26.11.1867)
Date
1867-11-26
Page
Seite 965 (sequence 17)
Language
German
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Allgemeine Zeitung des Iudenthums Femlleton-öeilage zu Nr. 48. Leipzig, den 26. November 1867. Gediichtnißrede für den verewigten Kapaportgehalten zu Prag den 3. November 1867, von Prof. Dr. Kämpf. (Nach stenographischem Berichte im Auszuge mitgetheilt von B.) Vorbemerkung des Berichterstatters. Wir werden uns in der Mittheilung des ersten Theils der Rede, in welchem das rhetorische und ästhetische Interesse vorwaltet, beschränken, um für die letzteren Theile, die ein reales Interesse darbieten, mehr Raum zu gewinnen. — Der Redner läßt im Eingänge ein Streiflicht fallen auf den Umstand, daß „aus unserer Mitte, aus dem Kreise der Verpflichteten," kein Mund sich geöffnet, um an der Bahre des Mannes, von dem man, wie einst vom Mischnah-Lehrer R. Akiba sagen konnte, „daß sein Ruhm verbreitet war von einem Ende der Welt bis zum andern"*) — das zu sagen, was zu sagen sich geziemt hätte. Aber das Schweigen habe dem Ruhme des Verewigten keinen Eintrag gethan, es habe „seinen dichtbelaubten Lorbeerkranz auch nicht um ein einziges Blatt ärmer gemacht." Das Schweigen selber war 'gar sehr beredt**). .... Und auch gegenwärtig dränge zum Sprechen mehr das Interesse Derer***), in deren Mitte der Verewigte gelebt und gewirkt; denn wo ganz Israel spricht, da kann die Gemeinde allein nicht schweigen, die ein Menschenalter hindurch den beneidenswerthen Vorzug genossen, den hervorragenden Mann an der Spitze ihrer *) ivid w übi2n jpDtt ^bin 172W. **) trbttn man. ***) -"rn anp*'. religiösen Angelegenheiten zu sehen, ihn den Ihrigen nennen zu dürfen.... Der Redner will es nun versuchen, die Größe und Bedeutung des Heimgegangenen in ihren Hauptbeziehungen zu würdigen, doch müsse man sich hierin mit Wenigem begnügen, denn von der Größe und Bedeutung des Verewigten gelte, was einst jener Moabiter- König zu einem Seher bezüglich des Lagers Israelis sagte: „Du wirst nur einen Theil davon sehen, das Ganze aber vermagst Du nicht auf Ein Mal zu überschauen*)." . . . Der Redner beschränkt sich auf die Hervorhebung dreier Momente: der Verklärte war groß als Mensch, als Gelehrter, wie als Führer und Leiter auf dem religiösen Gebiete. Als Menschen zeichnete ihn aus seine Friedensliebe**); als Gelehrten — die Ursprünglichkeit seiner Anschauung und die Eigentümlichkeit seiner Forschungsweise***); und als Führer auf dem religiösen Gebiete — sein versöhnliches Walten7), das frei war von allen hierarchischen Bestrebungen. Bezüglich der Friedensliebe bemerkt Redner, daß es ein gewaltiger Jrrthum wäre, anzunehmen, daß diese etwa nur auf Schwäche, Furchtsamkeit und Aengstlichkeit beruhte; sie war vielmehr Prinzip und wurde bei dem Verewigten nach und nach zur Natur . . . Aus einer sehr edlen Familie abstammend, aber in materieller Beziehung in seiner Jugend nicht günstig gestellt, hatte sein edles Gemüth schon frühzeitig sich die hohe und glänzende Tugend der Resignation zu eigen gemacht, und eben daraus floß seine bewunderungswürdige Zufriedenheit mit dem Bestehenden; er nahm die Lage stets, wie sie war, seine Weltanschauung war eine optimistische im strengsten Sinne des Wortes — er war ein zweiter Nahum isch gam so —: „Alles zum Guten!" — war auch sein Wahlspruch .... Daraus entsprang seine Gemüthlichkeit, die ein *) na-in Nb nbsn ,N8in in2p öök. **) üibim ,i72w „rt»b v" — „Friedmann" war sein Name, und Friede war mit ihm. ***) ‘■pnN lini-> nrin „s-nis-p". t) '121 D21 l'l'QW „in 5" TÖ1Ü '2.

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