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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-09-24 · Heft 39 (24.9.1867) · p. Seite 781

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 39 (24.9.1867)
Date
1867-09-24
Page
Seite 781 (sequence 13)
Language
German
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son aus dem Curorte Füred Korrespondenzen mitzutheilen pflegte, welche dieselbe Beschuldigung erhoben, hielt mit dem Tadel gegen Hrn. F. nicht zurück. „Man kann jemandem eher alles andere anfoktroyiren," äußert „P. N.“ unter andern, „als die Art und Weise der Unterhaltung. . . Das einzige Mittel, die Angelegenheit in das gewünschte Geleise zu bringen, ist, daß unsere Anstalten selbst alles Mögliche thun, um das Publikum anzuziehen."*) Die schnöde Behandlungsweise, welche unfern Glaubensgenoflen seitens so mancher Beamten, nach dem Beispiele der vormärzlichen Zeit noch hie und da zu Theil wird, dürfte gegenüber dem öffentlichen Verdammungsurtheile denn doch bald ein Ende nehmen. So z. B. zeigte jüngsthin in Stuhlweißenburg ein der bessern Claffe angehörender Jsraelite bei der städtischen Caffe eine Quittung zur Bezahlung vor, da donnerte ihm der Cassabeamte entgegen: „Einem Juden zahlen wir nicht, mit einem Juden haben wir nichts zu thun!" Einige Tage darauf rief ihm wieder ein zweiter Beamte zu: „Sie sind Jude und ein Jude hat hier nichts zu suchen!" Da auch der Bürgermeister keine Abhülfe schaffte, so wandte sich der erwähnte Israelit an die Redaction des „Hon,“ welche jenen Beamten tüchtig die Leviten las. Nun wollten dieselben in langen Episteln sich weiß waschen; *) Koloman T6th, Landtagsdeputirter, erzählt in seinem trefflichen Witzblatte Kolons Miska“ folgende hieher passende Episode aus seinem heurigen Füreder Badeaufenhalte. „Eines Tages sehe ich, wie zwei Juden bei ihren Glaubensgenossen in geheimnißvoller Weise Gaben sammeln. Für wen mögen diese wohl sammeln? fragte ich meinen Nachbar. — Gewiß für einen „von unfern Leuten;" denn wenn ein armer Jude kommt, da schlagen sie gleich Alarm, aber für nationale Zwecke geben sie nichts. — Nun, wenn das so ist, dachte ich, so will ich gegen sie demonstriren, indem ich für jüdische Zwecke spende, dann werden sie auch billig sein und für unsere Zwecke spenden. Ich gehe also hin zu dem jüdischen Sammler und mir den Bogen höflichst erbittend, zeichne ich zwei Gulden. Ich wollte schon gehen, als der Sammler bemerkte: „Sie wissen vielleicht nicht einmal, zu welchem Zwecke Sie subscribirt haben?" — O ja, für irgend einen armen Juden. — „Nein, antwortete jener, wir sammeln das für ein bedrängtes ungarisches Schauspielerpaar, welches ohne diese Unterstützung nicht weiter reisen könnte; aber das Ganze ist eine heikle Sache, und bleibe unter uns." — Aber, schließt der freisinnige populäre „T6th Kälmän," wegen der Judenfresser war es vielleicht besser, daß dies nicht verschwiegen blieb." — allein der „Hon“ geißelte nochmals ihr dummes Borurtheil, und drohete, ähnliche Amtsmißbräuche, sobald dieselben ihm mitgetheilt werden, jedesmal vor das Forum der Oeffentlichkeit zu bringen. Jedenfalls ein probates Mittel das! «Schluß folgt.) Anzeigen. Die Synagogen-Gemeinde zu Svrau N.-L. sucht, da die bisherigen Anmeldungen zu keinem Resultate führen konnten, zum sofortigen Antritte, oder zum 1. Januar 1868, einen geprüften Religionslehrer, der auch Schächter und Vorbeter ist, womöglich verheirathet, bei einem festen Gehalt von 250 Thlrn. und einem Nebeneinkommen von etwa 100 Thlrn. Reflectirende wollen sich unter Beifügung ihrer Atteste bei dem Unterzeichneten Vorstände in portofreien Briefen melden. Persönliche Vorstellung wäre erwünscht. Jonas Herrschet. S. C. Levy. Davidt Badt. Die Lehrerstelle der israel. Gemeinde zu Schotten (Großherzogth. Hessen) ist zu besetzen, und wollen sich unverheirathete tüchtige Reflectanten wegen des Nähern an den Unterzeichneten Vorstand wenden. Jacob Kaufmann. Die Lehrerstelle an der hiesigen jüdischen Elementarschule ist vacant. Das etatmäßige Gehalt, neben freier Wohnung und dem etatmäßigen Brennbedarf, betragt 162 Thlr. jährlich. Durch Privatunterricht kann dieses Einkommen sehr verbessert werden. Bewerber mögen ihre Zeugnisse bald einsendeu. Bentschen, den 9. Septbr. 1867. Der jüdische Schulvorstand. Zum 1. Januar 1868 soll in hiesiger Gemeinde die Stelle eines Cantors und Religionslehrers besetzt werden. Das fixirte Gehalt beträgt 500 Thlr jährlich ohne Nebeneinnahmen. Musikalisch gebildete Bewerber, welche gründlichen Unterricht im Hebräischen zu geben vermögen, sollen unter Einreichung ihrer Zeugnisse sich bald an den unterzeichueten Vorstand wenden. Groß-Glogau, l. Septbr. 1867. Der Synagogen - Gemeinde - Vorstand. Für die hiesige israelitische Gemeinde wird zu töan win ein Religionslehrer, Schächter und Borbeter gesucht. Die Stelle trägt 150 Thlr. ein, bei freier Station. Gadebusch in Mecklbrg., September 1867. S. Franck, Vorsteher.

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