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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-09-17 · Heft 38 (17.9.1867) · p. Seite 760

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 38 (17.9.1867)
Date
1867-09-17
Page
Seite 760 (sequence 12)
Language
German
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760 woriet worden; doch die bis jetzt gegebenen Antworten genügen nicht, erscheinen vielmehr gesucht, gezwungen und gedrungen ivrgl. Jost: Gesch. der Jud. Th. I. S. 52j. Das Wort nere'a'b bezeichnet nach Raschi (Sanhedrin 21'*): „große Schrift", nach Anderen in Tosesot daselbst: „weiße Schrift auf schwarzem Grunde", nach Samuel Eideles: eine von Laban herstammende Schriftart. Raschi sucht nicht, wie die andern Kommentatoren, für das Wort necla'b eine paffende Ableitung zu finden; sondern stellt nur das Sachverhältniß auf, und bezeichnet im Allgemeinen, welche Schriftart es gewesen. Was er aber unter großer Schrift versteht, giebt er deutlicher an in Sabbat 1 l;V’ 's br ,'-nas ansb m?:n l'Ni 1“ mb'“ia pvrrN mra» nv*m8H ansa nb« ,aarpn yiaba Q->au-oa „Es sind große Buchstaben, die den assyrischen nicht ähnlich sind. Obschon die Sprache die heilige war, so war doch die Schrift der Buchstaben eine andere" — und erklält daselbst (eine Seite früher) wie hier im Sanhedrin irna? aro mit: ,,-in:n ->as ba ans Schrift der jenseits des Flusses Wohnenden." In Betreff der großen Buchstaben hat R. Niffin (Sanh. 21”) das Richtige getroffen, ob auch die Bemerkungen Raschis in Schabbai ihm entgangen waren. Wir wollen es versuchen eine andere, vielleicht minder gezwungene Erklärung zu geben. Hierbei versichern wir nicht nur, daß wir sie nirgends gelesen und nim- R. Simon, Sohn Gamliels lehrte: Jedes Gebot, von den Kutäern ausgeübt, wird von ihnen genauer als von Israeliten beobachtet. R. Simon entgegnete: Dies fand in früheren Zeiten statt, als sie beisammen in ihren Dörfern gehaust; doch jetzt werden sie, aller Gebote und Gebräuche baar, verdächtig und ausgeartet. Also früher wohnten sie in Dörfern und wohl nur in denen zahlreich beisammen, die wie Le bona dem Berge Gerisim nahe lagen, und beobachteten die Gesetze des Pentateuchs zwar nach ihrer Deutung und Auslegung, doch ziemlich streng. Allein später zogen sie nach andern Plätzen, .zerstreuten sich unter Römer und Griechen, und verletzten selbst die Gesetze, die, ausdrücklich mer gehört; sondern theilen zugleich mit, daß wir von einem Gelehrten in Amsterdam, der auf unser ausdrückliches Ersuchen in den bedeutenden ihm zu Gebote stehenden Bibliotheken nachgesucht, die briefliche Anzeige erhielten, sie in keinem der betreffenden Werke gefunden zu haben. — In Jud. Cap. 21 V. 19 finden wir den Ort Lebona verzeichnet, der vier Stunden südlich von der bedeutenden Stadt Schechem, etwa drei Stunden von dein heiligen Berge Gerisim und nordwestlich von Schilv auf der Straße nach Jerusalem liegt. Lebona war wegen der Nähe Schechems und des Gerisimtempels wohl schon früh von Samaritanern bewohnt; doch nach der Zerstörung Schechems und des Heiligthums auf Gerisim durch JochananHyrkanus haben die Schriftgelehrten dieser Sekte sich hierher wahrscheinlich zurückgezogen und zahlreich angesiedelt, um so mehr als nach der Verwüstung ihres Tempels der in der Nähe liegende Berg Gerisim ihnen nicht nur heilig geblieben, sondern auch als Opferstätte bis in die neueste Zeit benutzt ward. Demnach ist nrcia'b oder richtiger, wie es Sabbat 105* geschrieben ist, ■’Kna'b lebonaische Schrift, gewissermaßen eine pars pro toto, nichts Anderes als die in Lebona bei den Samaritanern gebräuchliche oder die samaritanische Schrrst. — Zum Beweise, vast oll Samaritaner eine Zeitlang in kleinen Oertern beisammen gewohnt haben, diene folgende Stelle aus Jer. Pesrchim fol. 2. v'sni: a'rnsna niLvn ba nia-i ■>3r a"n -isn •bN-mr?2 -pm na aytpiv an ,ns ,p':“isisa papiaa sno nnaN-o :-i«th am ,mso '“va stbi msa ib znb pera -ras? ba« •p pbpbipm zn pman im Pentateuch verzeichnet, keine andere Deutung zulassen. — Merkwürdig ist, daß schon R. Chananel (Top fot Sanh. 21") eine solche Vermuthung in Betreff ves Lebonai aufgestellt, allerdings ohne nähere Bezeichnung irgend eines Ortes. (Schluß folgt.)

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