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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-09-10 · Heft 37 (10.9.1867) · p. Seite 740

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 37 (10.9.1867)
Date
1867-09-10
Page
Seite 740 (sequence 12)
Language
German
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740 telung ein Ouartal-Officier Schmidt seine Mitwirkung zusagte. Derselbe ging darauf mit Herrn Dauge nach der Wohnung des Hirsch Petschierstecher und forderte von diesem die Auslieferung seines Sohnes. Da sein Verlangen nicht gewillfahrt wurde, so befahl der Ouartal-Officier dem Jungen, ihm seinen Paß vorzuzeigen. Wie er es vermuthet hatte, besaß dieser wirklich keinen Paß, und er nahm ihn nun mit sich, um ihn, dem Gesetze gemäß, der Polizei zu überliefern. Statt dessen übergab er ihn jedoch dem genannten Dauge, der ihn Tags darauf per Eisenbahn nach Kreutzburg und von da nach Alt-Saucken beförderte. Herr Müller soll sich nicht wenig darüber gefreut haben, daß es ihm gelungen ist, eine Seele zu retten. Soviel >vir aber hören, soll Herr Pastor Müller desto weniger um das Seelenheil seiner Gemeinde besorgt sein, die — wie man uns versichert, — zum großen Theilc aus Spielern und Trunkenbolden besteht. v. — q).. — Amerika. AuS Maryland, 24. Juli. (Privatmitth.) Wir hatten uns an einen unserer geschätzten Correspondenwn in Amerika gewendet, um die biographischen Skizzen der amerikanischen Abgeordneten jüdischen Glaubens für unsere „Gallerie" zu erhalten. Wir theilen hier aus der Antwort Einiges mit, weil es Amerika mit einigen Zügen charakterisirt. Ihr Schreiben kam mir vor einigen Tagen richtig zu, ich werde bestrebt sein, Ihrem Wunsche zu willfahren, nur müssen Sie mir ein wenig Zeit gönnen, die Materalien zu sammeln. In einem Lande, in welchem die Gleichheit Aller vor dem Gesetze so in Saft und Blut übergegangen ist, wie in diesem, wird es von der allgemeinen Presse gar nicht, von der jüdischen nur vorübergehend bemerkt, wenn ein Glaubensgenosse eine hervorragende Stelle einnimmt. Dazu kommt noch ein anderer Umstand. Während es in anderen Ländern immer nur die Edelsten und Fähigsten aus unserer Mitte sind, die zu einer solchen Stellung berufen werden, trifft hier gar oft die Wahl einen Mann, dessen ganzes Verdienst darin besteht, daß er ein tüchtiger Parteigänger ist und kein Mittel scheut, die Interessen seiner Partei zu fördern. So saß während des letzten Congreffes im Hause ein gewisser M. Str. aus Pensylvanien, ein aus Deutschland eingewanderter Israelit, der ein ganz unbedeutender Mensch sein soll, auch niemals sich hören ließ. Der bedeutendste und hervorragendste Israelit war unstreitig der ehemalige Senator von Louisiana, Jndah Benjamin, ein anerkannter Staatsmann und wohl der ausgezeichnetste Redner im Congresse, der beim Beginne der Revolution mit seinem Staate ausschied, unter Jefferson Dawis Staatssecretär (8ecret»lok State) wurde, aber glücklicher als jener noch rechtzeitig flüchtete, und gegenwärtig in London lebt, woselbst er zur Advocatur bei den dortigen Gerichtshöfen zugelassen wurde. Auch Senator Aoulee von Florida war ein bedeutender Mann, der aber dem Judenthum ganz und gar entfremdet ist. Außer diesen beiden ist mir nur noch Phillips von Alabama bekannt, der lange Zeit im Hause saß. Daß es in den Häusern der einzelnen Unionsstaaten nicht an Israeliten gefehlt, versteht sich von selbst. Hier in Maryland saß Colonel Mendez I. Cohen eine Zeit lang im Hause. Derselbe befindet sich gegenwärtig im Bade, und ich hoffe nach seiner Rückkunft Material für Ihre Zwecke von ihm erhalten zu können, da er sowohl persönlich mit vielen der hervorragendsten Männer bekannt ist, als auch im Besitze einer reichen, in dieses Fach rinschlagenden Büchersammlung sich befindet. Außerdem habe ich mich mit kundigen Männern in Correspondenz gesetzt. Anzeigen. Zu Ostern 1868 wird bei der hiesigen israelitischen Gemeinde die Stelle eines unverheiratheten Religionslehrers, Vorbeters und Schächters frei. — Gehalt incl. Kostgeld 300 Thlr. Pr. Cour, nebst freier Wohnung und Schächtergebühren, die ca. 40—50 Thlr. eintragen. Befähigte, militärfreie, approbirte Persönlichkeiten wollen sich baldmöglichst an den Vorstand wenden. Stavenhagen, Mecklbg. Schwerin, August 1867. Der Borstand. Ostern künftigen Jahres wird bei unserer Gemeinde die Stelle eines Chasan, Schochet und Religionslehrers vacant und wollen verheirathete Bewerber, welche examinirt, ihre Zeugniffe beim Unterzeichneten Vorsteher gefälligst einsenden. Einkommen Thlr. 250 incl. Nebeneinkommen, garantirt, je nach den Fähigkeiten auch mehr. Calbe a/S. d. 26 August 1867. Bernhard Kraft.

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