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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-09-10 · Heft 37 (10.9.1867) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 37 (10.9.1867)
Date
1867-09-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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m 81. Jchrgang. Allgemeine M b7. Zeitung des Zvdenthnms. Ein ' unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 10. September 1867. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, DrenstagS, m 2 bis 2»/2 Bogen. Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2Thlr. Mertel,abria! Tblr Jnsercte werden mit l«/2 Ngr. für die Detitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nebmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Haupt-Zeitungs-Burean hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel.: Die Sühne nach dem Begriff des Judenthums. — Literarischer Wochenbericht: Dresden, Münster. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Samoczyn, Rostock, Schnaittach. Oefierreichischer Kaiserstaat: Wien, Karlsburg, Przemysl. Schweiz: Aus dem Aargau. Genf. Italien: Rom. Rußland: Petersburg, Aus Kurland. Amerika: Maryland. Feuilleton - Beilage r Aus den Papieren eines jüdischen Seelsorgers. — Notiz. Leitende Artikel. Bonn, 1. September. Die Sühne nach dem Begriff des Iudenthums. Oberflächliche Betrachtung begnügt sich, die Aehnlichkeiten großer Erscheinungen in der Geschichte wie in der Natur zu finden uud aufzustellen. Tiefere Prüfung zeigt die Verschiedenheiten, welche sie eben zu gesonderten Erscheinungen machen, die Gegensätze, die zwischen ihnen stattfinden, die widersprechenden Elemente, welche sie unvereinbar auseinander halten. Dies zeigt sich insonders bei der Charakterisirung des Judenthums und des Christenthums. Weil das letztere aus dem ersteren entsprungen und einen Theil seines Inhalts ans ihm gezogen, in diesem also eine Uebereinstimmung beider zu finden ist, und weil man aus dem Nivelliren, aus der Gleichmacherei einigen Vorschub für die praktische Gerechtigkeit, die man gewöhnlich Toleranz nennt, ziehen zu können glaubte, erklärte man beide Religionen als in ihren Hauptmomenten dieselben. Kam man aber hiermit wirklich einen Schritt vorwärts? Durchaus nicht. Denn die Wirklichkeit wächst aus der tiefinnersten Wurzel einer Erscheinung hervor und bildet so den besonderen Stamm, der in seiner Eigenschaft weder von der Gleichart des Bodens noch der Temperatur mit anderen Gewächsen gestört und verändert wird. Gerade die Wirklichkeit also ist ein Beweis der tiefer liegenden Verschiedenheit, und fordert uns so auf, die letztere zur klaren Erkenntniß zu bringen. In der Regel geht daher auch die Periode des Vertuschens und der äußerlichen Ausgleichung bald wieder vorüber. Es kann demnach weder als eine Feindseligkeit noch als eine Schmähung oder Verdächtigung angesehen werden, wenn in besonnener und möglichst objektiver Weise die tieferliegenden Differenzmomente geprüft und faßlich aufgestellt werden, und es ist nur zu bedauern, daß dies von jedem jüdischen Forscher immer noch wiederholt werden muß, wenn er einen vergleichen-, den Blick auf das Christenthum wirft. Wir haben dies genugsam von christlicher Seite erfahren. Eine der wesentlichsten Verschiedenheiten, die jedoch noch lange nicht genug betont worden ist, findet in der Lehre beider Religionen über die Sühne, d. h. über die Vergebung der Sünden und die Versöhnung des Sünders mit Gott statt. Und doch hat das Jndenthum gerade hierin ein zwiefaches Interesse. Zuerst nämlich das allgemeine, seine Lehre über diesen unendlich wichtigen Gegenstand klar und vollständig zu erfassen; alsdann aber weil die Lehrer des Christenthums behaupten, daß in diesem allerbedeutendsten Zwecke der Religion das

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