Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 34 (20.8.1867)
- Date
- 1867-08-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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31. Jahrgang. Allgemeine 34 Zeitung des Zudenthumö. Ein «»parteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 20. August. 1867. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in 2 bis 2V2 Bogen. Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2Thlr. Vierteljährig l Thlr. Jllserate werden mit 1 »/* Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das König!. Sächs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die Verfolgungen in den Donaufürstmthümern. — Analekten. — Literarischer Wochenbericht: Frankfurt a. Main. Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Berlin, Bonn, Cvln, Frankfurt a. M., Hamburg, Baden-Baden. Schweiz: Bern. Türkei: Constanttnopel. Amerika: Aus dem Westen Amerikas. Korrespondenz: Monatsberichte aus Ungarn. I. Feuilleton - Beilage r Aus den Papieren eines? jüdischen Seelsorgers. — Eine Geschichte aus dem Jahre 1712. — Kuriosa. Leitende Artikel. Bonn, 11. August. Die Verfolgungen in den Donaufürsten- Ihümern. Daß die Vorgänge in Jassy und Galacz nicht ohne einen lauten Wiederhall bleiben werden, ließ sich voraussetzen. Wir bringen heute zwei Stimmen, und zwar entgegengesetzter Art hier bei, die zugleich nicht ohne charakterisirenden Werth für die Länder, aus denen sie zu uns herübertönen, erscheinen. Die erste ist aus Italien. Die Freimaurerloge in Livorno: Amici veri dei Virluosi —„Wahre Freunde der Tugendhaften," — die dem großen Orient in Frankreich untersteht, hat folgende Adresse an die Logen der Moldau und Walachei gerichtet: Vor wenigen Tagen wurde Europa durch die Nachricht von unerhörten Grausamkeiten aufgeschreckt, die an romanischen Bürgern in Jassh verübt wurden, welche in den Augen ihrer Unterdrücker keiner andern Schuld theilhast sind, als daß sie im israelitischen Glauben geboren wurden. Ein Schrei des Unwillens erhob sich inmitten aller civilisirten Völker, um dieses Geschehniß zu brandmarken, und mächtige Fürsten wandten sich mit Protesten an Eure Regierung, um sie in der gerechtesten und menschlichsten Angelegenheit zu Rath zu ziehen. Auch die Freimaurerei, diese hundertjährige Beschützerin der Humanität, darf sich nicht stillschweigend verhalten, ja ihr vor allen steht es zu, ihre Stimme zu erheben, um jene unsinnigen Verletzungen der heiligsten Principien der Freiheit und Gesittung zu verdammen. Unsere Loge wendet sich daher mit einer bestimmt vorgezeichneten Pflicht an Euch, theuerste Brüder, die Ihr mit so großer Selbstverleugnung Euch der schwierigen Aufgabe gewidmet, Euer Volk zu erleuchten und es auf den Weg des Guten hinzulenken, um Euch zmn mnthigen Kampf gegen die eines edlen Volkes unwürdigen Tendenzen und Leidenschaften aufzurufen. Sagt ihm, dem vor Kurzem zum selbstständigen Regiment gelangten Volke, daß es der Welt das kostbare Element der Freiheit, des Fortschrittes und eines geordneten bürgerlichen Lebens wahren müsse, um sich auf die würdigste Art für jenen Beruf vorznbereiten, den ihm die Vorsehung vielleicht unter den der alten leidigen Tyrannei müden Völkerschaften vorbehält. Sagt ihm, daß dieser Beruf Schaden nehmen, ja unmöglich sein würde, wofern es auf dem Wege der Unduldsamkeit und Unterdrückung verharren sollte, denn, wer sollte 'im Rathe der freien Völker eine Station will-