Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 33 (13.8.1867)
- Date
- 1867-08-13
- Page
- Seite 650 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3224737-3226581-3226615--25226-3260719- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
650 trag), „socitStaires“ (zahlen 5 Fr. das Jahr) und aus „adhdrents" (zahlen nach Belieben), — daß das Counts jedes Jahr (am 31. Mai) gewählt wird, und daß jedes Jahr eine „moralische und finanzielle" Rechnung gelegt wird. Dem Pariser Comite sollen nationale Comitös untergeordnet werden. Die Mitglieder des gegenwärtigen Comitss sind: Altgeld (Geh. Regierungsrath in Düsseldorf), ArtbsDufour, Cäsar Cantu (ehemaliger Deputirter des italienischen Parlaments!, Michel Chevalier (Senator), August Couvreur (Mitglied der belgischen Kammer, Redakteur der „Jndöpendance Belge"), Jean Dvllfus (Maire von Mühlhausen), Joseph Garnier (Chefredakteur des „JourM des Economistes"), A. Gratry (Mitglied der französischen Akademie), Isidor (Großrabbiner des israelitischen Consistoriums in Paris), Baron v. Liebig (München, Vicepräsident des Comitös), Martin Paschoud (Pastor der reformirten Kirche in Paris), Frsdöric Paffy (Generalsekretär des Comites, Adresse: Rue des Saints-Peres 61), Charles Summer (Senatsmitglied der Vereinigten Staaten, aus Boston), vr. Varrentrapp aus Frankfurt. Das Comitv für den internationalen Friedenscongreß erließ unter dem 6. Juli c. folgenden Aufruf: In Erwägung, daß die Herstellung und Aufrechterhaltung des Friedens eine der ersten Pflichten und In-' tereffen der Nationen ist; daß dieses Ziel nicht anders erreicht werden kann als durch die Conföderation der Völker, welche untrennbar von ihrer politischen Emancipativn; in Erwägung, daß der Frieden eben so nothwendig aus der Freiheit erwächst, als der Krieg aus der Unterdrückung; in Erwägung, daß die Ermangelung eines internationalen Rechts, welches zugleich den Frieden und die Freiheit sichert, das einzige Mittel, den Nebeln und Verbrechen der Eroberungs- und Angriffskriege vorzubeugen, nur gesucht werden soll und kann in der freien, dauernden und öffentlichen Vereinigung der Bürger jeder Nation, welche die Großartigkeit dieses Werkes erkennen und besten Verwirklichung wirksam anstreben: Fordern die Unterzeichneten zur Bildung eines internationalen Friedenscongrestes auf, besten erste Sitzung am 9. September 1867 in Genf eröffnet werden soll und dessen Zweck sein wird, in allen Ländern durch alle Mittel, welche den Mitgliedern zur Verfügung stehen, zur Gründung und Aufrechterhaltung der Freiheit, des Rechts und des Friedens in Europa zu sorgen. Sie beschließen, daß, um Mitglied des Congresses zu sein, es genügt, sich zu unterzeichnen und einen oder mehrere Beiträge von 25 Centimes (7 Kr. oder 2 Sgr.) beizusteuern. — Sie laden alle Freunde der freien Demokratie ein, daran Theil zu nehmen und sich dazu einzufinden oder vertreten zu lasten. Bon den Unterzeichneten Namen heben wir folgende hervor: Achard. Louis Blanc. Dolfi aus Florenz. Jules Favre. Garibaldi. Carl Grün aus Heidelberg. A. Lacroix, Buchhändler. Lavertujon, Redakteur. Mauro Macchi, Mitglied des italienischen Parlaments. Stuart Mill. P. Prövost. Sandou. Albert, vorm. Mitglied der provisorischen Regierung. Carnot. Victor Hugo. Simon von Trier. Seinguerlet. Prof. Schiff aus Florenz. Amand Gögg. James Fazy. Al. Herzen. Arnold Reichenbach. Carl Vogt. Wertheimer, Rabbiner. Fürst P. Dolgorukow. G. D. Hardegg. Demmler aus Schwerin. Olshausen vorm. Mitglied der provisorischen Regierung von Schleswig-Holstein, vr. Nauwerk. vr. A. Ladendorf. Geh. Rath Welcker. Erwähnen wir nur noch, daß beide Comites sich an die preußische Fortschrittspartei gewendet, um ihren Beitritt zu erwirken, daß aber diese für ihren größeren Theil durch Schulze-Delitzsch abgelehnt hat, während die Fraction Johann Jacoby zustimmte. Die Gründe, die der Erstere vorbrachte, sind nur scheinbarer Art. Wenn ein Krieg, meint er, zwischen Frankreich und Deutschland ausbricht, so zpürde man sie beschuldigen, versucht zu haben, das Vaterland wehrlos zu machen. Auf vorausgesetzte Beschuldigungen hin darf aber eine Partei niemals ihr Verfahren regeln; sie entgeht ihnen ja doch nicht. Außerdem wäre die obige Beschuldigung völlig ungerecht, denn das Ziel des Friedensbundes kann und darf nicht sein, blos einen Staat zur Entwaffung zu bringen, sondern nur alle zugleich. Ja, die Entwaffung eines Theils wäre geradezu gegen den Zweck des Bundes, da dadurch dem anderen Theile erst recht die Herrschaft und Gewalt gegeben wäre. Jndeß dies geht uns hier Nichts weiter an; wir wollten nur die Fakta aufstellen und unsre Ansicht darüber aussprechen. Wer unsre Schriften kennt, der weiß, daß wir zu aller Zeit und unter allen Umständen dem allgemeinen Weltfrieden mit Energie das Wort redeten und ihn als den zukünftigen Zustand der Menschheit mit Zuversicht voraussetzten. Es kann daher nicht fraglich sein, daß es uns sehr nahe liegt, über diese neue Erscheinung unsere Meinung zu sagen, ja daß wir berechtigt und verpflichtet hierzu seien.