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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-07-23 · Heft 30 (23.7.1867) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 30 (23.7.1867)
Date
1867-07-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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31. Jahrgang M 30. Allgemeine Zkitvug des Zudcnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philkippfon in Bonn. Leipzig, den 23. Juli 1867. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in 2 bis 2Va Bogen. Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2Thlr. Vierteljährig 1Thlr. Inserate werden mit 11/2 Ngr. für die Vetitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupr-Expedition für beide Letztere hat sich das Königl. Sachs. Haupt-Zeittmgs-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Etwas über Nathan den Weisen vom jüdischen Standpunkte. — Spenden für die israelitische Bibelanstalt zur Vollendung der Ausgabe mit großen Typen. — Literarischer Wochenbericht: Altstrelitz. Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Berlin, Dresden, Bad Ems. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Pest, Neu-Verbäß. Großbritannien: London. Ostindien: Amsterdam. Nachträge. Feuilleton-Beilage: Proceffe gegen jüdische Bücher und Gebete. — Correspondenz. Leitende Artikel. Bonn, 14. Juli. Etwas über Nathan den Versen vom jüdischen Standpunkte. Bor Kurzem erschien von Simon Bacher eine hebräische Uebertragung von Lessings Nathan dem Weisen. Wir erhielten in diesen Tagen eine Kritik dieser Uebersetzung, die sich jedoch zuvörderst über den Nathan selbst des Weiteren ansläßt. Klassische und epochemachende Schriftwerke sind solche, deren geistiger Inhalt so tief eingreifend und umfassend, die Gegenwart wie die Zukunft beherrschend ist, daß nicht allein die Zeit, in welcher sie geschaffen worden, sondern auch viele folgende Jahrhunderte daraus zu schöpfen vermögen, unter neuen Verhältnissen immer wieder neue Gesichtspunkte aus ihnen und für sie sich ergeben, und darum auch die Diskussionen über sie, ihre Tendenz, ihren Charakter und Werth sich erneuern und wiederholen. Der Gegenstand ist zu bedeutend, als daß ihm, nach der ausgedehntesten Besprechung desselben, während des verflossenen Jahrhunderts, nicht immer wieder eingehende Betrachtung gewidmet werden müßte. Es handelt sich um Lessings Nathan. Lessing hat in demselben Fragen berührt, welche die ganze Menschheit betreffen, und somit ist es erklärlich, daß seine Beantwortung derselben immer und immer wieder vor das Forum der jeweiligen Zeit gezogen wird. Man weiß, daß er von christlicher Seite ans dem Schoße gewisser Parteien die schärfste Verurtheilung gefunden. Neu ist es, daß er diese auch von jüdischer Seite erfährt. Und doch hat auch diese eine gewisse Berechtigung. Hören wir sie. Die folgende Kritik läßt sich zuerst über das Original selbst aus und bespricht dann die hebräische Uebersetzung. Wir gestatten uns daher, den ersten vom zweiten Theile zu trennen, und unsere Ansicht über das Original der des Kritikers unmittelbar folgen zu lassen. Die Redaktion. Raab, im Juni. Nathan der Weise. Dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen von Gotthold Ephr. Lessing. Jn's Hebräische übersetzt vvn Simon Bacher. Wien, 1866. Eigenthum, Druck und Verlag von Jacob Schloßberg. Lessing's Nathan ist hinsichtlich seiner kulturhistorischen Bedeutung sowohl, als in Bezug auf feinen hohen klassisch-literarischen Werth bereits vielfach und in tiefeingehender, umfassender Weise gewürdigt worden. Die berufene Kritik hat demselben die vollste Gerechtigkeit

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