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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-07-16 · Heft 29 (16.7.1867) · p. Seite 578

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 29 (16.7.1867)
Date
1867-07-16
Page
Seite 578 (sequence 12)
Language
German
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578 in Mödling befinde, ohne ärztlichen Beistand gelassen, und als hätte er für denselben keine Arznei verordnet, ebenso entstellt, als dieses nach den eigenen Aussagen der Anna Maria Schnitzer und des Heinrich Schnitzer auch die am Schlüsse des Aufsatzes mit durchschossener Schrift gedruckte Bemerkung, daß diese den Kranken „gewiß auf das Beste gepflegt haben würden", ist, nachdem beide Zeugen angaben und dem Dr. Pollak sogleich erklärten, daß sie dies schon ihrer Armuth wegen zu thun geradezu außer Stande seien. Es ist daher in diesem Theile des Aufsatzes, nachdem damit Dr. Pollak unter Mittheilung entstellter Thatsachen einer bestimmten unehrenhaften Handlung beschuldigt wird, der Thatbestand des §. 488 St. G. begründet. Belangend den Eingang des verfolgten Artikels, so ist bei dem Umstande, als Ritter v. Pawlikowski das Benehmen des Dr. Pollak zum Beweise anführt, daß die Katholiken und das katholische Priesterthum zuweilen auch jedem einzelnen Juden zur beliebigen Chicane, Zungendrescherei und Schmähung schon vollständig überliefert sei, wol außer Zweifel, daß damit ein im Aufsatze bezogenes und von Dr. Pollak nicht in Abrede gestelltes Schreiben desselben über den Pfarrer (in Mödling) gemeint sei, somit auch der Vorwurf der Chicane u. s. f. sich auf Dr. Pollak beziehe. Der Verfasser hat auch bezüglich dieses Umstandes, worin der Thatbestand der Ehrenbeleidigung begründet ist, den Wahrheitsbeweis angetreten, und zwar mit dem nämlichen ihm ungünstig en Erfolge, weil aus dem erwähnten Schreiben wol auf eine Gereiztheit des Dr. Pollak wider den Pfarrer geschlossen, keineswegs aber eine Chicane u. s. s. des Dr. Pollak gegen die Katholiken und das katholische Priesterthum überhaupt gefolgert werden kann, für welchen ganz ungerechtfertigten Anwurf es an jedem sonstigen Anhaltspunkte gebricht. Erschwerend ist im vorliegenden Falle die Strafbarkeit der Handlungsweise aus zwei Richtungen, und die aus dem ganzen Inhalte d es Aufsatzes Hervorleuchtende besondere Gehässigkeit des Verfassers, der ganz unberufen eine ihn unmittelbar nicht im Entferntesten berührende Sache vor die Öffentlichkeit zog; mildernd ist lediglich die bisherige Unbescholtenheit des Verurtheilten. In Erwägung dieses gewichtigen Milderungs-Umstandes wurde die Strafe von vierzig Gulden Oesterreichischer Währung, eventuell acht Tagen Arrests, für angemessen erkannt. Wien, 3. Juli. (Privatmitth.) In der heutigen „Neuen freien Presse" wird ein großer Lärm aus einer Dispensation gemacht, welche der Papst 1863 einem gewissen Landauer, einem Juden, gegeben, um eine Katholikin zu heirathen und mit ihr katholisch getraut zu werden; so wie daß diese Trauung in Oesterreich anerkannt worden. Selbstverständlich wird dies benutzt, um eine Revision des Concordats als möglich und nothwendig zu fordern. Es heißt darin unter Anderem: dieser Landauer sei noch heute stolz darauf, ein Israelit zu sein. Es muß dies ein sonderbarer Stolz sein, da die Kinder dieser Ehe sämmtlich katholisch getauft werden! Wien, 25. Juni. Im Jahre 1866 wurden in Wien 25,571 Kinder geboren, wovon 958 jüdischer Religion (noch einmal so viel als protestantischen Glaubens). Unter jenen 25,571 Geburten war leider die größere Hälfte unehelich, nämlich 13,176. Es thut uns sehr leid, daß nicht auch die Zahlen nach den Religionsverhältnissen angegeben sind. Der Todesfälle waren 23,861, von denen 721 jüdischer Religion waren. (Die Tagesblätter, denen wir diese Notizen verdanken, geben die Bevölkerung Wiens im verflossenen Jahre nicht an, so daß wir aus den obigen Zahlen nur herausziehen können, daß die 26. Geburt eine jüdische, dagegen erst der 33. Todesfall ein jüdischer gewesen. Also auch hier zeigt sich das jüngst von uns in Preußen nachgewiesene Moment, daß die durchschnittliche Lebensdauer bei der jüdischen Masse eine größere ist als bei der christlichen Bevölkerung. Bei der letzteren überstiegen die Geburten um 63/4°/o die Todesfälle, während bei den Juden dies um 250/o der Fall war. Abgesehen von allen Einwanderungen vermehrt sich die jüdische Bevölkerung dnrch diese größere Lebensdauer in erheblichem Maße. Red. d. A. Z. d. I.) Pest, 28. Juni. Der Izraellta magyar egylet brachte seinem Gründer, dem zurückgekehrten Schriftsteller Eduard Horn, dieser Tage eine Ovation dar. Horn erwähnte in seiner Antwort der Amnestie, bei

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