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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-06-25 · Heft 26 (25.6.1867) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 26 (25.6.1867)
Date
1867-06-25
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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31. Jahrgang M 26. Allgemeine Zeitung des Zudcnthums. Ein ««parteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 25. Juni 1867. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in 2 bis 2'/» Bogen. Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2Thlr. Vierteljährig i Thlr. Inserate werden mit 1 ll2 Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das Königl. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die Begräbnißplatzfrage. I. — Aus Holland: Skizzen aus Holland V. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Vom Federsee. O esterreichischer Kaiserstaat: Wien, Pest, Triest. D o n a u'f ü r st e n t h ü rii e r: Bukarest, Bottuschan, Bonn. Schweiz: Aus dem Aargau. Frankreich: Paris. Egypten. Feuilleton-Beilage: Gallerte von Abgeordneten jüdischen Glaubens. — Das Testament des vr. Simeon Abrahams. Correspondenz. Leitende Artikel. Bonn, 16. Juni. Die Segräbnißplatzfrage. i. Von Zeit zu Zeit tauchen innerhalb des Judenthums Fragen auf, die von verschiedenen Seiten diskutirt werden, deren Diskussion jedoch auf die praktische Wirklichkeit keinen oder nur sehr geringen Einfluß übt. Das Leben lebt sich auf der Grundlage weiter, welche es seit so vielen Jahrhunderten inne hat, und auf der cs nur ganz allmählich seine Entwicklung verfolgt. Solche Diskussionen knüpfen sich in der Regel an irgend einen einzelnen Vorgang, und dienen allerdings Pazu, die streitigen Punkte zu einem klarern Bewußtsein zu bringen, und darum sind sie auch von Nutzen, wie sie denn weder zu vermeiden noch etwa tvdt zu schweigen sind. Wir erinnern an die Frage über die Gebetsprache, über die Beschneidnng u. dgl. Allerdings gab es Fragen im Judenthum, so lange es eine Casreistik in ihm giebt, nur daß jene früher korrespondenzlich unter den Rabbinen und Gemeinden befJr< sprechen wurden, während sie jetzt durch die Presse sofort in die Oeffentlichkeit treten; wobei jedoch auch nicht zu verkennen ist, daß in unserer Zeit die aufgeworfenen Fragen viel tiefer in das innerste Wesen des Judenthums eingreifen, als es in früheren Zeiten meist der Fall war. So ist es in diesem Augenblicke die Frage wegen der jüdischen Friedhöfe, welche die Aufmerksamkeit auf sich zieht und deren Besprechung in diesem Blatte nicht fehlen darf. Seitdem es in mehreren Ländern Europas Sitte geworden, daß die Kirchhöfe als Eigenthum der örtlichen Gemeinden aufhörten einen ausschließlichen konfessionellen Charakter zu tragen, so daß trotz Widerstreben, Katholiken und Protestanden einen gemeinsamen Kirchhof haben, auf welchem die Todten der Reihe nach begraben werden, trat auch die Frage ans, ob auch die Juden ihren spezifischen Begräbnißplatz behalten sollen? An den meisten Orten freilich konnte diese Frage nicht von selbst entstehen. Die jüdischen Gemeinden hatten ihren aus eigenen Mitteln erworbenen Friedhof, in dessen Benutzung sie nicht gestört werden konnten. Die Frage kam erst, wenn entweder in Städten bei deren großem Wachsthum die Friedhöfe überhaupt weiter hinaus verlegt werden mußten, um nicht gesundheitsschädlich mitten unter den Härrsern zu liegen, oder wenn die jüdische Gemeinde zur Vergrößerung ihres Friedhofs oder zu Erwerb eines

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