Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 24 (11.6.1867)
- Date
- 1867-06-11
- Page
- Seite 481 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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481 wählte Großrabbiner von Paris. Direktor ist Herr Großrabbiner Trenel, der zugleich im Talmud unterrichtet, Großrabbiner Wogue in der heil. Schrift und Theologie, Albert Cohn in der jüdischen Geschichte und arabischen Sprache, Professor Janet in der Philosophie, Isidor Cahen in der französischen Literatur, Pros. Manuel in der alten Literatur, Häment in der Mathematik und Cantor Naumburg im liturgischen Gesang. Nachträge. London, 31. Mai. Sobald Sir Francis Goldsmid die Kunde von den Vorgängen in Jassy hatte, begab er sich zum Minister des Auswärtigen Lord Stanley. Er kam aber zu spät, denn Lord Stanley hatte bereits an Lord Lyons nach Konstantinopel sehr entschiedene Weisung ertheilt, beim Fürsten Carl zu Gunsten der Juden zu interveniren, die wahrhaft herzerschütternde Berichte über ihre Lage hierher geschickt haben. Diese pötzliche Judenhetze ist um so auffallender, als Fürst Carl sich zu Gunsten der vollständigen bürgerlichen Gleichstellung der Juden in der Moldau erst vor Kurzem persönlich ausgesprochen, man darf wohl sagen, verpflichtet hat. Paris, 1. Juni. Wie ungerecht und grundlos, und daher um wie schamloser die Angriffe der klerikalen Blätter gegen die Juden bei Gelegenheit des projektirten italienischen Anlehens waren, ergiebt sich immer mehr, je näher die wirklichen Vorgänge bekannt werden, es ergiebt sich, daß gerade die jüdischen Banquiers unparteiisch die gerechten Rücksichten auf den Clerus vertheidigten. Rothschild wies das Projekt nur darum zurück, weil er für den Fall, daß der Clerus nicht zahlte, gehalten sein sollte, die fälligen Summen selbst executivisch beizutreiben. Aber auch Erlanger machte zwei vorgängige Bedingungen, einmal wollte er in keiner Weise gezwungen sein, im Nichtzahlungsfalle gegen die Geistlichkeit selbst Vorgehen zu müssen, und dann fand er den Zeitraum von vier Jahren zu kurz und zu schwer auf dem Clerus lastend, mit Einem Worte ungerecht. Der italienische Finanzminister gab im ersten Punkte nach, im zweiten nicht, worauf denn der gegenwärtige Vermittelungsvorschlag angenommen wurde, von welchem die „Köln. Zeitg." sagt: „Der Bankgesellschaft würde somit die Rolle eines Versöhners zwischeu dem bischöflichen Clerus einer- und der Regierung andererseits zufallen, da sie dem Staate die nöthigen Summen innerhalb der festgesetzen vier Jahre liefere, während sie dem Clerus gestatte, die Beträge in einem Zeiträume von 25 Jahren in Ratenzahlungen abzutragen. Man hofft, daß diese Combination auch in Rom gute Aufnahme finden werde, weil sie ganz derjenigen entspricht, welche in ähnlichem Falle in Spanien die Gutheißung des heiligen Stuhls erfahren hat." Anzeigen. Bekanntmachung. Die Gemeinde Shaari Zedek in Äew-Aork wünscht einen Prediger anzustellen, der auch als Cantor fungiren kann. Geneigte Bewerber wollen daher Zeugnisse nebst Belegen über religiösen Lebenswandel an den Präsidenten der Gemeinde Herrn Ephraim Japha Nr. 14 Barclaystreet New-Uork sofort einsenden. Fixirt. Gehalt: Zweitausend Dollars jährlich und Nebeneinkünfte damit verbunden. Ritus: Minhag Polen. Im Aufträge des Vorstandes S. Latz, Sekretair. Zu Michaelis 1867 wird die Stelle eines Religionslehrers und Schächters vacant. Das Gehalt beträgt bei ganz freier Station 80 Thlr. Pr. Ct. Reflectanten wollen sich in frankirten Briefen bei dem Unterzeichneten Vorstand melden. Rehna in Mecklbg. im Mai 1867. H. M Cohn. Bei der Gemeinde in Oldenburg ist im Herbste die Stelle eines Lehrers, Kantors und Schächters zu besetzen. Gehalt 275—300 Thlr. jährlich, nebst Emolumenten; Wohnung, Licht und Feuerung frei. Anmeldungen an Landrabbiner Wechsler in Oldenburg. Offene Lehrer- und Cantor-Stelle. In hiesiger israel. Gemeinde wird im Herbste d. I. die Lehrer- und Cantorstelle, mit einem fixen Jahresbezug von Thlr. 400. — nebst freier Wohnung vacant. Unverheirathete Bewerber wollen sich ehestens an den Unterzeichneten Vorstand wenden. Ruhrort, (Rheinpreußen) 3. Juni. 1867. Der Vorstand: Hermann Jsaae.