Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 23 (4.6.1867)
- Date
- 1867-06-04
- Page
- Seite 455 (sequence 7)
- Language
- German
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Großeograort da erklä- Kjringt; hunberedl lrechts. cr die Hegel, it. s. w. st st'hr einiger , weil c Verf. dieser;g als mittel- ^epflegl m uvtcn), gegen ße geziehen c dorh ans >issensix Get, derist. - 1867, eichtes, r Paß . wenn ersprels von estoßen m Ge-;r wir Malerei 'e oder e Mi- 'ealität mischen zu wld Z Herr wandte 455 Neimkraft besitzt, daß ihm poetische Empfindungen und Bilder, bisweilen in glücklichem Ausdruck, nicht fehlen, erkennen wir gern an. Nun wischen sich aber hier hinein ganz unvermittelt Ausdrücke des jüdischen Jargons, unangenehme Inkorrektheiten des Styls und stoßen uns in dem Augenblicke ab, wo wir von einem dichterischen Aufschwung uns gehoben zu fühlen begannen. Dabei gestehen wir offen, daß der Verf. dieser Gedichte uns den eigentlichen Charakter des jüdischen Volksgeistes nicht immer zu treffen scheint, sondern ihm oft Gefühle und Gedanken imputirt, die außerhalb des Kreises seiner Originalität liegen. Wir können daher nur wünschen, daß der Verf. nach einer reineren Geschmacksbildung eifrig streben möge, und glauben, daß seine Begabung ihn noch zu bedeutenden Leistungen führen werde. — Fest-Predigten von vr. M. Jo öl, Nabb. der isr. Gem. zu Breslau. Breslau, 1867. (Schletter.) Der Geist der Beredtsamkeit offenbart sich in sehr verschiedener Art, ohne daß die eine die andere ausschließt, die eine der anderen eine weniger bedeutende Stufe anweist. Die vorliegende Sammlung, welche eine Anzahl Predigten für jedes der fünf Feste enthält, gehört zu denen, welche wir als vorzugsweise dogmatisirende bezeichnen möchten und welche besonders darauf ausgehen, die in der Tiefe der religiösen Institutionen ruhenden und sich an sie anschließenden Gedanken heben und den Hörern zugänglich zu machen suchen. Die sinnige Auffassung und Betrachtung ist der Vorzug, den diese Predigten besitzen. Sie setzen das Denkvermögen der Hörer in Bewegung, reichen ihnen gediegenen Stoff, befestigen so die religiöse Ueberzeugung und stärken das religiöse Bewußtsein. Diesem Inhalte entspricht die Form, die lebendig und lebhaft, aber ohne stärkere Bewegung, ohne leidenschaftliche Energie, die edel und korrekt, aber ohne höheren Schwung und Fülle überredet, aber nicht überwindet, beschäftigt, §ber nicht hinreißt, befriedigt, aber nicht entzückt. Wir finden in diesem Charakter der vorliegenden Predigten ein Verdienst, namentlich in der Gegenwart. Denn wie wir es schon einmal angedeutet, ist in der letzteren Zeit die jüdische Homiletik darum zurückgegangen, weil eine Menge von Jüngern hereindrang, welche mehr Eifer als Geschick, mehr theologisches Wissen als Geschmack und Bildung besitzen, und daher das Feld der jüdischen Predigt, zu einem Tummelplatz der Unförmlichkeit und Abgeschmacktheit machten. Die korrekte und gehaltene Form dieser Predigten kann daher nur heilend und bessernd wirken. — Frankfurt a. d. Oder, im Mai. Es ist in der That ganz eigenthümlich, die Stoffe der Bibel immermehr Gegenstand der Poesie, der Dogmatik, der Musik, Malerei, Smlptur re. werden zu sehen. Ja, in neuester Zeit hat man's sogar erlebt, daß ein Meister in der Schule Terpsichoren's seine Hand nach der reichen Schatzkammer der Heiligen Schrift ausstreckt, um sich aus derselben ein Sujet für ein „Großes Ballet" herauszuholen. — In dem Werke, das wir — allerdings nur kurz — besprechen wollen, hat man es mit einer poetischen Bearbeitung jener höchst interessanten alttestamentlichen Historie zu thun, in welcher Jacob und seine Söhne als die „handelnden Personen" auftreten, und der Vorjüngste der Letztern, der vielgeprüfte Joseph, die „Nolle des Helden" zu spielen berufen. Verfasserin unseres Gedichtes ist eine Dame, Frau Louise v. Ploenuies, welcher insofern schon ein glückliches Talent zugestanden werden muß, als sie es verstanden, das Gute wirklich gut zu verarbeiten, das Schöne wahrhaft schön neuzugestalten. — Wird zumeist auch nur das Geschichtliche „umschreibend" wiedergegeben, so wird doch auch — mit Gebrauch der Dichter-Freiheit — da und dort so manche „Lücke" glücklich ausgefüllt, überall mit großem Geschick der Rahmen dem Bilde resp. das Bild dem Rahmen angepaßt, das Ganze aber unter einen Gesichtspunkt gestellt, der durchaus nicht anders alsein „höherer" genannt zu werden verdient. — Noch muß hervorgehoben werden, daß unsere Dichterin, wiesle zuweilen in die Vergangenheit zurückgreift und an frühere passende Momente der Patriarchengeschichte anknüpft, ihre Blicke auch in die ferne Zukunft schweifen läßt, um dem spätern „Geschicke der Söhne Jacobs" resp. der späteren Stellung „Israels unter den Völkern" poetisch gerecht zu werden. — Die „Liebesgeschichte von Jnssuf und Suleika," — welche in den „Sagen des Orients" eine so hervorragende Stelle einnimmt, — wird hier, wie es sich gebührt, nur als flüchtige Episode bestandet. Wir erfahren nur, daß S. den I. „tief und zärtlich" liebt, und wie sie an ihm Rache nimmt, sobald sie sich getäuscht und ihre Neigung verschmäht sieht. Alsdann verschwindet sie sogleich vor unfern Augen, um den „Brüdern" des Helden Platz zu machen, die alsbald wieder in heroischem Lichtglanze auftauchen, um ihre Stellen, wie sie ihnen gebühren, einzunehmen. — Die Aufgabe, „Joseph und seine Brüder" poetisch zu schildern, wird vollständig erfüllt und dabei dem Text der Urkunde Rechnung getra-