Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 19 (7.5.1867)
- Date
- 1867-05-07
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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31. Jahrgang M 19 Allgemeine Zeitung des Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Di'. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 7. Mai 1867. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in 2 biS 2>/r Bogen. Preis des SahrgangS t Thlr. Halbwhrig 2Thlr. Bicrtelrahtlg > TlK. Inserate werden mit 11 /•> Nar. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Me Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das Königl. Sachs. Haupt-Zcitungs-Bureau hier unterzogen. Inhalt. leitende Artikel: Polemisches VI. Baltische Monatsschrift. in. (Schluß.) — Literarischer Wochenbericht: Frankfurt a. M. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Hannover. Oesterreichischer Kaiserstaat: Pest, Aus der Nyir. G r o ß b r i ta n i e n: Manchester. N o r d a m r i k a: Chigago. Feuilleton-Beilage: Gallerie von Abgeordneten jüdischen Glaubens. — Zwischen Peßach und Schabnoth. — Kuriosa aus Amerika. Leitende Artikel. Bonn, 28. April. Polemisches. VI. Äattische Monatsschrift. III. (Schluß.)*) Also der Rationalismus, wie er vor einigen Jahrzehenden in der christlichen Welt vorherrschend gewesen und jetzt einer Reaktion Platz gemacht haben soll, soll *) Zu dem vorangegangenen Theile dieses Artikels fügen wir nachträglich noch folgende Bemerkungen hinzu. Wenn der Redakteur der B. M. der Lehre von der identisch sein mit der gegenwärtigen jüdischen Theologie mit der in ihr vorwaltenden und von ihr vorbereiteten Anschauung der jüdischen Religionslehre. Wir fürchten, der Redakteur der V. M. gleicht hierin einem Blinden, der von Farben hat sprechen hören, und nun alle Fargöttlichen Weltschöpfnug gegenüber auch den Spinozismns in das Feld führt — womit er freilich auch Nichts weiter bewiesen hatte, als daß es auf eine für den Menschen unlösbare Frage verschiedene, aus Vernunftschlüssen hervorgehende Antworten giebt — so möchten wir ihn nur fragen, ob er wirklich glaubt, diesen Spinozismus richtig erfaßt und verstanden zu haben? Wir wenigstens haben seit der Rechtfertigung Spinozas in der kleinen Schrift von Herder „Gott" zahlreiche Darstellungen des Spinozismus durchlesen, von denen jedoch eine jede dieses System anders auslegte und selbstverständlich die anderen als irrthümlich Gezeichnete. Einer jeden anderen Lehre die Vernunftnläßigkeit abzusprechen, gerade weil-es einen Spinozismus giebt, ist darum um so mehr ein sehr vermessener Sprung, welchen dem gedachten Redakteur wohl Niemand nachthun wird. — Zu den geschichtlichen Beweisen über die Toleranz im Judenthume fügen wir noch einen hinzu. Ungefähr um 160 vor d. gew. Zeitr. errichtete der Priester Onias bei Heliopolis in Aegypten einen Tempel mit Opferkultus für die zahlreichen ägyptischen Juden, den erst Vespasian im Jahre 70 nach d. g. Z. schließen ließ. Obwohl dies widergesetzlich war, nahm mau von Jerusalem aus den Priestern, die im Oniastempel fungirten, ihre Priesterwürde, ihren Antheil an den Priesterrechten nicht, ein Gesetz gestattete sogar, daß Opfer- und Nasiräergelübde, die ausdrücklich für den Oniastempel gelobt waren, auch daselbst erfüllt und damit gelöst werden könnten. (Menach. 109, 1. Jcr. Joma 43, d.) Könnte #•