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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-04-30 · Heft 18 (30.4.1867) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 18 (30.4.1867)
Date
1867-04-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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31. Jahrgang. M 18 Allgemeine Zeitung -es Zndenthums. Ei» unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 36. April 1867. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in 2 bis 2>/z Bogen. Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2Thlr. Vierteljährig 1 Thlr. Inserate werden mit i*/2 Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postäillter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das Königs. Sächs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Polemisches ^1. Baltische Monatsschrift. III. — Die Petition der 416 Gemeinden und der norddeutsche Reichstag. — Literarischer Wochenbericht: Bonn. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Hamburg, Alzey, Offenbach a. Main, Mainz. Oesterreichischer K ai s er st a a t: Wien, Prag, Pest, Neu - Verbaß, Pest. Schweden: Gothenburg. Großbritanien: London. Asien: Smyrna. Feuilleton-Beilage: Gallerie von Abgeordneten jüdischen Glaubens. — Das Testament einer amerikanischen Dame. — Kuriosum. Leitende Artikel. Bonn, 22. April. Polemisches. VI Baltische Monatsschrift. III. Im Septemberheft tritt ein neuer Gegner auf die Bühne, und zwar in der Person der oben genannten Monatsschrift selbst. Es hatte sich nämlich der Rabbiner zu Mitau, Herr S. Pucher, veranlaßt gesehen, den Auslassungen des Pastors Müller eine ausführliche Antwort entgegenzustellen, die im Septemberheft unter der Ueberschrift „die Emanzipation der Juden und die 3udenMission" enthalten ist. Diese Antwort hat uns, wir gestehen es gern, sehr erfreut, indem sie uns den Beweis lieferte, daß auch in Kurland bereits jüdische Kräfte vorhanden sind, um Gegner energisch abfertigen zu können. Es ist dies eine Beruhigung, aber auch ein Beweis, welche Fortschritte die Bildung bei den Juden auch dort gemacht, uud wie weit die Wirksamkeit der neueren jüdischen Theologie reicht. Die Erwiederung des Herrn Pucher ist in edler, korrekter Sprache abgefaßt, und geht auf's Gründlichste und Positiveste zu Werke. Sie zeigt insonders, daß das, was die Gegner als Reform bezeichnen, und ihm darum so gern ein gehässiges Moment insinuiren — und dies thun gerade die evangelischen Pastoren am liebsten, deren ganze Existenz aus einer Reform erfloß — nichts Neues im Judenthum ist, sondern als Entwickelung durch die ganze Geschichte dcS Judenthums geht, so daß z. B. der ganze Talmudismus nichts Anderes bedeutet. Er geht zu diesem Zwecke die verschiedenen Phasen der jüdischen Geschichte durch, zeigt, daß das Zelotengeschrei einer Handvoll von Neuorthodoxen gar keine Wichtigkeit hat, und hält die Fahne der weltgeschichtlichen Mission des Judenthums aufrecht. Jeder, der die dortigen Verhältnisse kennt, und welche Gene sie bei Behandlung eines solchen Themas auferlegen, wird Herrn Pucher große Besonnenheit nicht absprechen. Es kann daher nicht wie ein Vorwurf klingen, wenn wir an seiner Arbeit das Eine vermissen: eine mehr präzisirte und konkretere Beweisführung. Wie er es verstand, durch gelegentliche Anführungen aus dem Talmud und Midrasch die Ethik derselben in klares Licht zu stellen, so hätte er es auch hinsichtlich der neueren jüdischen Theologie thun müssen. Wenn er richtig bemert, daß Herr Pastor Müller gerade

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