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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-04-16 · Heft 16 (16.4.1867) · p. Seite 328

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 16 (16.4.1867)
Date
1867-04-16
Page
Seite 328 (sequence 20)
Language
German
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828 Correspoudenz. Eine U)ai)lgcfd)id)tc. Lemförde (Hannover), 18. März. Die Wahl eines dritten Bürgervorstehers im hiesigen Flecken sollte vorgenommen werden. Der Tag und die Stunde der Wahl war anberaumt. Es repräsentirten sich als Wahlvorstände der Herr Magistrat mit zwei Rathsherrn. Man schritt zur Wahl. Rach vollständiger Verabreichung der Stimmzettel, wurden dieselben gezählt, und das Resultat ergab, daß zwei Herren auf der engeren Wahl standen; nämlich, der Vorstand der hiesigen jüdischen Gemeinde Namens G. und ein Bürger christlicher Confession Namens F. Ein jeder dieser beiden Herren hatte 80 Stimmen für sich. Die beiden Herren wurden vom Magistrate gefragt, ob Einer zu Gunsten des Andern zurücktreten wolle. Darauf erhob sich Herr F. und verzichtete auf diese Würde. Das war ein Strich durch die Rechnung. Man hatte gewiß gemeint, der „Jude" werde zurücktreten. (Beiläufig bemerkt ist aber dieser „Jude" der Geeignetste zu diesem Amte unter allen Bürgern hiesiger Gemeinde, selbst den Magistrat nicht ausgenommen.) Man wußte sich jedoch schnell zu resolviren und sagte, ungeachtet der Auffordeschen Partei in der Volkskammer. Das. 1849. 8. (S. 21.) Der Hochverrathprozeß gegen Dr. Johann Jacoby, wegen seiner Betheilignng an den Sitzungen der deutschen Reichsversammlung in Stuttgart. Verhandelt am 8. December 1849 vor dem Königsberger Schwurgericht. Königsberg 1849. 8. iS. 87.» Ueber das Wesen und die Wirkung der griechischen Tragödie. In Rnpps: KönigSberger Sonntagspost 1859, S. 217. 18. Zwei Reden des Dr. I. Jacoby, gehalten in der KönigSberger Urwähler-Versammlung vom 10. und 1l. November 1858. Berlin 1859. 8. Schiller, der Dichter und Mann des Volks. Schillerrede im Königsberger Handwerkerverein. Königsberg 1859. 8. «S. 12.) Gotthöld Ephraim Lessing, der Philosoph. Berlin 1863. 8. (S. 65.) Das Königliche Wort Wilhelms I. Ein Gedenkblatt für das Volk. Hamburg 1863. 8. 'S. 16.) Vertheidigungsrede des Dr. Johann Jacoby vor den Schranken des Gerichtshofes am 10. Febr 1863. Extra-Blatt der Königsberger Hartungschen Zeitung, Donnerstag d. 19. Febr. 1863. Smd die Mitglieder des Herrenhauses Volksvertreter? Vortrag in dem Vereine der Verfassungsfreunde am 2!. März 1863 gehalten. Königsberg 1863. 8. (S. 12.» Rede des Abgeordneten Dr. Johann Jacoby, gehalten in der Wahlmännerversammlung des U. Berliner Wahlbezirks am 13. November 1863. Mach stenographischer Aufzeichnung.) Leipzig 1863. 8. (S. 16.) Ein Urthell des Berliner Kriminalgerichts, Beleuchtet. Das. 1864. 8. (£>. 52.) Vertheidigungs-Rede des Abgeordneten Dr. Johann Jacoby vor dem Berliner Kriminalgericht. Am 1. Juli 1864. Gotha 1864. gr. 8. (S. 16.) Dr. Johann Jacoby vor dem Criminalsenate des Kammergerichts. Am 9. Januar 1865. Leipzig 1865. 8. (S. 29.) Ob stehendes Soldatenheer? Ob Volkswehr? Zwei Reden im Preußischen Abgeordnetenhause, gehalten am 20. April 1865. Das. 1865. 8. (S. 16.) Heinrich Simon. Ein Gedenkbuch für das deutsche Volk. Zweite wohlfeile Ausgabe. Mit Heinrich Simons Portrait. Berlin 1865. 12. Der freie Mensch. Rück- und Vorschau eines Staatsgefangenen. Das. 1866. 12. (S. 46) Mahnruf an Preußens Vertreter. Im Königsb. Telegr. 1861. Nr. 4. 12. Januar. rung auf Verzichtleistung, bei gleicher Stimmenzahl müsse gesetzlich das Loos entscheiden. Doch dieses Spielen in ernsten Dingen sollte der Magistrat bitter bereuen. Ein jüdischer Bürger bat ums Wort und ersuchte, wenn das Gesetz es erlaube, die Stimmzettel noch einmal zu zählen, vielleicht könnte man sich ja geirrt haben. Hierauf ein allgemeines Murmeln, daß man dem Herrn Magistrate und den Herren Rathsherren in dieser Sache mißtraue. Indem man nun mit dem nochmaligen Zählen zögerte, setzte sich der Bruder des eben genannten Mischen Bürgers zu dem Herren Magistrate und sagte: „Kommen Sie, Herr Bürgermeister, wir wollen noch einmal zählen." Der Magistrat und die Rathsberren bieten ihre Rechenkunst auf, und siehe da, welches Wunder! Der „Jude" hatte eine Stimme mehr, als genannter F. Jedoch um 30 zu zählen, dazu gehört schon ein gewisses Alter, und die Rathsherren haben an Jahren wohl kaum die Zahl sechzig erreicht. Sie wurden ersucht, noch einmal zu zählen; und sollte man es wirklich glauben, es fanden sich zwei Stimmen mehr für den „Juden". Doch aller guten Dinge müssen drei sein. Das Experiment wird zum dritten Male vorgenommen und man hätte weinen sollen, es sei in der Wahlurne nicht geheuer, — der „Jude" hatte drei Stimmen mehr! Ein Erröthen bemächtigte sich aller Gesichter, besonders der des Herrn Magistrats und der beiden Rathsherren; und beschämt schlich sich Einer nach dem Andren nach Beendigung der Wahl davon. Das sind heut zu Tage die Vorstände einer Flecken-Gemeinde. Abgesehen von allem Andren bietet diese Affaire ein anschauliches Beispiel zu den Rechnungen mit Ursache und Wirkung. Denn wenn sich 3 Rathsherren 3mal irren ist ----- 9 Rathsherren, die sich einmal irren, oder: 1 Rathsherr, der sich 9mal irrt. Ob wirklicher Jrrthum, darüber denke Jeder das Seinige. H. Höchster, Lehrer. Die alten Synagogen. Das Journal „der Architekt", das zu London erscheint, giebt die Beschreibung der ältesten Synagogen Mitteleuropas; die ehrwürdigsten und wichtigsten Reste in diesem Genre sind die Synagogen von Worms, Regensburg, Prag und Frankfurt. Alle diese Bauwerke, sagt der Verfasser dieser architektonischen Betrachtungen, sind klein; und was sonderbar an ihnen ist, keine von ihnen weist beim ersten Blick Spuren des zu der Zeit ihrer Erbauung üblichen Baustyles auf. Der Verfasser bespricht vorzugsweise den Charakter der Synagoge zu Worms, die er für die Älteste hält und die er mindestens bis zum 12. Jahrhundert hinaufführt, obgleich man ihrem noch höheres Datum zuschreibl. Die Synagogen von Frankfurt und Prag sind, sagt er, von derselben Zeit und nach demselben Plane erbaut. Es besteht in Spanien noch eine vollständige Synagoge aus dem Mittelalter; sie steht in Toledo und ist von R. Samuel Hanagid, Finanzminister König Peter des Grausamen, erbaut und in eine Kirche umgewandelt. In England giebt es, nach demselben Journal, auch Reste einer Synagoge aus derselben Zeit in der Stadt Bury St.-Edinuml. Verlag von Baumgartners Buchhandlung in Leipzig. — Druck von Z. B. Hirschfeld. Verantwortlicher Redakteur Dr. H. Lotze.

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