Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 14 (2.4.1867)
- Date
- 1867-04-02
- Page
- Seite 280 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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280 ein ansehnliches Vermächtniß bekommen, der Paduaner hat Niemand je einen Heller geschenkt. Die arme Anstalt muß nothwendig der reichen Platz machen. Ihr Correspondent aus Oberitalien irrt. Die Gemeinde von Padua zählt wenigstens 800 Seelen. Der Jsraelite, eine gute Monatsschrift, die in Livorno seit einem Jahre erschien und deren Hauptmitarbeiter H. Benaniozegh war, ist jetzt aus Mangel an Abonnenten eingegangen. Statt dessen erscheint jetzt dort, unter der Leitung eines gewissen Gallichi, eine andere Monatsschrift Jl Romanziere israelitico betitelt. Sie besteht meistens aus liebersetzungen. Ans Oberitalien, 8. März. (Privatmitth.) Am 17. v. M. war das Comitö, welches vom Congresse vom Ferrara zur Ausführung der daselbst gefaßten Entschlüsse ernannt worden war, in Florenz versammelt. Es wurde die Zusammenberufung von Repräsentanten sämmtlicher Gemeinden Italiens (dießmal auch der Lombardisch-Benetianischen Gemeinden) auf die letzte Woche des nächsten Monates April nach unfern Oster-Feiertagen festgesetzt. Es werden bei dieser Gelegenheit hochwichtige Angelegenheiten für unsere Gemeinden zur Sprache kommen. Unter andern über die Sicherung des Bestandes der Gemeinden selbst gegenüber dem in Aussicht gestellten Gesetze über vollständige Trennung vom Staat und Kirche, durch welches wahrscheinlich auch die bis nun beinahe überall gültige Gemeindeconstitution von 1857 ihre Kraft verliert, die isr. Gemeinde-Administration der Aufsicht der politischen Behörden entzogen, aber auch des Schutzes derselben als solche verlustig wird. Ein anderer Gegenstand für die nächsten Berathungen ist die Rabbiner-Schule, deren Existenz in Padua mit diesem Jahre zu Ende geht, und deren Erhaltung nun wohl sämmtlichen Israeliten - Gemeinden Italiens obliegt. Es ist nun angeregt worden, daß diese von Padua nach Livorno verlegt werde, da in letzterer Stadt sich bereits bedeutende Fonds zur Stiftung einer solchen Anstalt vorfinden. Die besonders für die minder vermögliche, arbeitende Klasse fühlbare Preiserhöhung der unumgänglichen Lebensbedürfnisse hat in vergangenen Monaten manchen gesellschaftlichen Schlamm aufgerührt. In Turin hatte dieß einen Arbeiter -Kravall zu Folge, welcher durch Wohlthätigkeits-Vereine beschwichtigt wurde. Allein in Modena verstand es der Ingrimm einer gewissen Partei die hungernden Land- und Arbeitsleute gegen die Juden zu reizen; unsere Glaubensgenossen hatten daselbst eine bange Stunde; ja es war der Unfug bereits mit Plünderung einiger offenen Läden begonnen; allein dem energischen Auftreten der öffentlichen Sicherheitsbehörden gelang es alles ins Geleise zu bringen. Dem feindseligen Vorhaben derselben Klasse in Reggio wurde durch kluges und entschlossenes Benehmen die Möglichkeit der Ausführung abgeschnitten. Mit dem eben erschienenen siebenten Hefte ist die Herausgabe von S. D. Luzzatto's Jsaia mit italienischer Uebersetzung und hebräischem Commentar zu Ende gebracht. Ein herrliches Werk, welches allein hiilreichen würde, dem Verfasser Ruhm und Bedeut - sainkeit in der jüdischen Wissenschaft zu verleihen. Anzeigen. Bekanntmachung. Die Gemeinde Shaari Zedek in New-Avrk wünscht einen Prediger anzustellen, der auch als Cantor fungiren kann. Geneigte Bewerber wollen daher Zeugnisse nebst Belegen über religiösen Lebenswandel an den Präsidenten der Gemeinde Herrn Gphraim Japsta Nr. 14 Barclaystreet New-Uork sofort einscnden. Fixirt. Gehalt: Zweitausend Dollars jährlich und Nebeneinkünfte damit verbunden. Ritus: Minhag Polen. Im Aufträge des Vorstandes S. Latz, Sekretair. Vacanz. Durch einen Ruf unseres Lehrers Herrn Kuttnauer nach Baltimore wird unsre Religionslehrer- und Cantorstelle mit dem 1. März vacant. Der fixirte Gehalt beträgt st. 400 sowie weitere 50 fl. als Wohnungsvergütung. Nebengefälle nicht unbedeutend. Reflectirende wollen ihre Anmeldungen francirt unter Beilage ihrer Zeugnisse an den Unterzeichneten alsbald machen. Musikalisch gebildete, sowie solche welche befähigt sind deutsche religiöse Vorträge zu halten, werden bevorzugt. Seligenstadt b. Frankfurt a/M., 24. Febr. 1867. Für den Vorstand der isr. Gemeinde M Bacharach.