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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-02-19 · Heft 8 (19.2.1867) · p. Seite 161

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 8 (19.2.1867)
Date
1867-02-19
Page
Seite 161 (sequence 17)
Language
German
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Allgemeine Zeitung -cs Zudcnthums. FeMeton-Leiiage M Nr. 8. Leipzig, den 19. Februar 1867. Vor Ranch's Mose?) Das ist der Mose, der begeistert glüht, Des Herrn Verheißung seinem Volk gehalten, Den Fels mit seinem Wunderstab gespalten, Mit dem Jehovah flammend sich berieth. Das ist der Mose, gläubig im Gemüth, Der, wie er seine Arme hochgehalten, Jsrael's Größe wußte zu entfalten, Wie sein Gebet den Sieg vom Himmel zieht. Geoffenbart hat in des Meisters Seele Sich des Propheten hohe Lichtgestalt, Daß sie dem Leben wieder sich vermähle, Daß sie ein neues Wunder uns erzähle, Wie Odem selbst in Steinesbusen wallt, Durch seines Meißels zwingende Gewalt. M. v. 8t. Verschenkt! — Verkauft!*) **) Novelle. (Sortierung.) 4. Es war für Lämle eine große Befriedigung, einmal drei Menschen vor sich zu haben, welche mit Achtung und Dankbarkeit auf ihn sahen und seinem Geschwätz ein aufmerksames Ohr liehen. Er war daher auch seinerseits sehr achtsam'für sie, schaffte eifrig herbei, was ihnen zur Bequemlichkeit dienen und ihren Hunger stillen konnte. *) Das Gedicht wurde von der Verfasserin dem Künstler übersandt, nachdem sie das Gipsmodell der „Mosesgruppe", das gegenwärtig im Rauchmuseum zu Berlin ausgestellt ist, zum ersten Mal gesehen hatte. Das Kunstwerk in Marmor befindet sich in dem Vorhof der Friedenskirche zu Potsdam. **) In No. 7. haben sich in Kap. 3. der Novelle mehrere Druckfehler eingeschlichen. Sp. 2. Z. 12. vu. muß es statt „Nacht" heißen: „Macht"; S. 142. Sp. 1. Z. 3. v. o. statt „in denen" lies „indem"; Sp.2. Z.4. v. u.statt „Herr"lies „Narr", S. 143. Sp. 1. Z. 13. v. u. statt „Herrn" lies „Narrn." Das war freilich kärglich genug. Am folgenden Tage mußten Hanna und ihre Kinder ihm nach all den Plätzen folgen, die ihm lieb waren und merkwürdig schienen; sie mußten über Trümmer klettern und Gerolle, die längst von Gras und Schlingpflanzen überwuchert worden, in die finsteren Wälder dringen, Höhen und Felsklippen erklimmen: denn der rastlose Irre wurde sehr aufgebracht, wenn sie ihm widerstanden. Nur von einem Orte hielt er sich fern, nach welchem Hanna gern gepilgert wäre, von der Felsschlucht, in welcher die Gräber der früheren Gemeinde, das Grab ihres Schwiegervaters sich befanden. Als sie dieses Verlangen ausdrückte, schrak Lämle zurück, und schrie heftig: „-Mein, nein! diesen heiligen Ort betrete ich nicht! Von dort wird der Lichtglanz ausgehen und um die Felsen in die Welt dringen, wenn meine Hinde wiederkommt und ihre Mutter ..." So vergingen zwei Tage, während eine immer größere Unruhe sich des armen Weibes bemächtigte, deren Herz bei dem Gedanken an ihren Mann und ihren ältesten Sohn und deren trauriges Geschick angstvoll schlug. Am Morgen des dritten Tages hielt sie sich nicht länger zurück, und forderte ihren sonderbaren Wirth auf, ihr die Mittel zu schaffen, einige Nachrichten über ihren Mann und über das Schicksal von Speyer einziehen zu können. Lämle schien einige Augenblicke nachzusinnen, dann sprach er schnell: „Ihr habt Recht. Ich habe ganz daran vergessen vor der Freude, Euch hier zu sehen. Wir müssen ja aber wissen, was draußen vorgeht." In dem raschen Wechsel seiner Gedanken war mit einem Male die Neugierde geweckt, und ohne zu zögern, machte er sich auf und rief Hanna nur noch zu: „Wartet nur, bis ich wiederkommc; ich weiß schon, was ich zu thun habe." Mit einem raschen Griffe hatte er einen Sack erfaßt, der in einer Ecke seiner Trümmerhöhle gelegen, und ihn auf seine Schulter geworfen. Es waren darin seine selbst geschnitzten Spielsachen, Kochlöffel und andere Geräthe enthalten, Noch einen Augenblick und er war durch den Ausgang seiner Wohnung verschwunden. Die arme Frau konnte nichts weiter thun, als sich in Geduld fassen, die ihr schmerzlich genug fiel. Wohin eilt er? Wann wird er wiederkommen? Wird er unser nicht bald vergessen? Diese Fragen gingen ihr durch den Kopf, und ihr thränenfeuchter Blick, den sie nach Oben richtete, sagte nichts

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