Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-02-19 · Heft 8 (19.2.1867) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 8 (19.2.1867)
Date
1867-02-19
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3224737-3226581-3226590--24690-3260158
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

JSS 8. Zl^Jahgang, 3111 J C!tl C t It t Zritung des ZudkkthumS Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 19. Februar 1867. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in 2 bis 2*/*2 Bogen. Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2Thlr. Vierteljährig l Thlr. Inserate werden mit 1 Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das Königl. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel.: Dreißig Jahre. — Das Verbot des Schächtens der Thiere nach jüdischem Ritus in der Schweiz. Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Berlin, Bonn, Memel. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Pest. Frankreich: Paris, Bonn. Nordamerika: Neu- Jork. Feuilleton-Beilage: Vor Rauch's Mose. — Verschenkt! Verkauft! (Forts.) — Rachel. (Schluß.) Leitende Artikel. Bonn, den 10. Februar 1867. Dreißig Jahre. (Fortsetzung.) Wissenschaft des Judenthums! Was bedeutet dies? — Sie ist so sehr das eigenthümlichste Erzeugniß der letzten vierzig Jahre,*) daß wir wohlberechtigt sind bei einem Rückblicke auf diesen Zeitraum etwas länger hierbei zu verweilen. Man hat mit dieser Bezeichnung in jüngster Zeit vielen Mißbrauch getrieben. *) Die derartige Bezeichnung finden wir zuerst in der 1822 zu Berlin unter Redaktion von Zunz erschienenen „Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthnms," die auch durch einen Aufsatz von Immanuel Wolf „über den Begriff einer Wissenschaft des Judenthums" eingeleitet wurde. Wer irgend einige vergessene Körner vom Speicher des Judeuthmns gesammelt, irgend einige spezielle Materialien zusammengetragen, ein altes, oft wenig bedeutendes Manuskript hat drucken lassen, wirft stolz mit „Wissenschaft des Judenthums" um sich, daß dieses schöne Wort fast in Verruf zu kommen droht. Andere wiederum leugnen höhnisch das Vorhandensein einer solchen Wissenschaft überhaupt. Man spricht bekanntlich der Theologie und Jurisprudenz den Charakter einer Wissenschaft überhaupt ab; höchstens gesteht man ihnen eine wissenschaftliche Behandlung zu, da beide nur gegebenes und streng formulirtes Material systematisch und höchstens kritisch zu bearbeiten hätten, Systematik und Kritik aber zwar zur Wissenschaft gehören, aber nicht Wissenschaft seien. Jndeß, das Judenthum ist keine Theologie und keine Jurisprudenz, wenn auch beide in ihm enthalten sind. Gegebenes an sich muß jede Wissenschaft haben, nämlich ein Objekt, und z. B. die Naturwissenschaft hat gegebene, abgeschlossene Gegenstände, die ihrer Behandlung unterliegen. Das Judenthum ist eine große historische Erscheinung, die in einer steten Entwickelung vor sich ging, die ihre großen Phasen hat, den Mosaismns, Prophetismus, Talmudismus, Rabbinismus und die gegenwärtige Entwickelungsepoche innerhalb des modernen Culturlebens.*) Das Judenthum hat einen *) Wir ziehen es vor, diese gegenwärtige Entwickelungsphase mit keinem besonderen Namen schon zu bezeichnen. Denn es ist gefährlich etwas Halbfertiges durch einen Namen bereits charakterisiren und damit in gewisse Schranken bannen zu wollen. Auch der Name

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.