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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-01-22 · Heft 4 (22.1.1867) · p. Seite 76

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 4 (22.1.1867)
Date
1867-01-22
Page
Seite 76 (sequence 16)
Language
German
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76 si 1 oah. Eine Auswahl von Predigten. Zur Erbauung, so wie besonders zum Borlesen in den Synagogen, die des Redners ermangeln. Von Dr. Ludwig Philip p s o n, Rabbiner, gr. 8. iste Sammlung. Zweite Auflage. broch. Preis 1 Thlr. 10 Sgr. 2te Sammlung. Preis 1 Thlr. 10 Ngr. 3te Sammlung. Preis 1 Thlr. 10 Ngr. Baumgärtners Buchhandlung in Leipzig Am Sabbalh 't verrichtete in Gewährung eines allseitig ausgesprochenen Wunsches ein Schüler des berühmten Weintraub in Königsberg, Herr Kantor I. Borchardt ans Stargard in Pom., die gottesdienstliche Andacht in unserer Synagoge. Fühlen wir uns auch nicht zu einer sachverständigen Kritik befähigt, so dürfen wir doch aussprechen, daß wir in unserem Gaste einen mit seltenen Stimmmitteln begabten Sänger kennen lernten, dessen kräftiger und klangreicher Tenor selbst die schwierigsten Passagen im Coloraturgesauge mit Leichtigkeit zu überwinden weiß. Der Gesang, vereint mit einem von gründlichem Verständniß zeugenden Vortrage versetzte die versammelten Zuhörer in die andachtsvollste Stimmung, die im Verlauf des Gottesdienstes mehr und mehr gehoben wurde und einen nachhaltigen Eindruck zurückgelassen hat. Der Unterzeichnete Vorstand kann es sich nicht versagen Herrn Borchardt für den gewährten Genuß den wärmsten Dank im Namen der Gemeinde abzustatten. Allenstein den 3. Januar 1867. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. I. Frankenstein. Dank. Mehrmals schon hat mir meine Gemeinde große und reiche Liebesopfer gebracht, doch nichts gleicht der Fülle an Güte und Treue, an Liebe und Werthschätzung, womit sie mir gestern bei meinem 23 — fünfundzwanzigjährigen Amts-Jubiläum in ihrer Mitte entgegengekommen ist und mir dasselbe zu einem wahrhaft hohen Feste gemacht, zu einem Feste, das eine Weihe über meine Vergangenheit, einen Segen für meine Zukunft ausgegossen. Mein ganzes Wesen ist ihr dafür in frommer, unauslöschlicher Dankbarkeit geweiht, die ich dadurch zu bethätigen hoffe, daß mein ferneres Leben in ihrer Mitte eine Anbetung, ein Preis Gottes, eine laute Verkündigung seines Namens und seiner Lehre sein soll zu blühendem Segen, zu fruchtreicher Ernte für ihre künftigen Geschlechter. Daß ein solches Benehmen der Gemeinde ihrem Diener der Religion gegenüber der Gemeinde selbst als sicheres Zeichen der Eintracht, zur höchsten Ehre gereicht, braucht nicht erst erwähnt zu werden. — Zu dieser Ehrenhöhe hinauf führt meine Gemeinde unablässig ihr erster Vorsteher, der Kaufmann Herr Herrmann Frühberg, der seit Jahren auch Stadtverordnetenvorsteher ist. — Dieser umsichtige, erfahrene, kenntnißreiche Mann versteht es, wie in allen städtischen Angelegenheiten so auch in Sachen der Gemeinde auf alles Edle und Gute sein Augenmerk zu richten und es so weit als möglich ins Leben zu rufen. Wie fast sämmtliche Bürger der Stadt kommen aber auch alle Glieder der Gemeinde ihm willig entgegen, so daß Allen in meiner Gemeinde das Verdienst gebührt, dessen sich brave, edle Herzen jemals rühmen dürfen. Bei meinem Jubiläum sind mir wie von Vielen der Edelsten hiesiger Stadt, — von der christlichen Geistlichkeit beider Konfessionen, von sämmtlichen Herren Schullehrern und ihren Gesangvereinen, ja selbst von den ersten Vertretern der städtischen Behörden und vielen würdigen Männern und Frauen, — so auch von nah und fern viele ehrenreiche Beweise aufrichtiger Theilnahme und geschätzten Wohlwollens zugegangen, so daß es mir nicht möglich ist, allen diesen Lieben und Theuren, Edlen, Hohen und Würdigen, die mich mit ihren Kundgebungen unaussprechlich beglückt haben, einzeln dafür zu danken, wie ich es wohl gern möchte. — Mit diesen Zeilen spreche ich daher ihnen Allen gleichmäßig meinen wärmsten, seelenvollsten Dank aus, verbunden mit dem brünstigen Flehen für ihr Heil und Wohlergehen in Allem, was das Herz erfreut, das Leben beglückt. Für mich wird der gestrige Tag ein heiliger, denkwürdiger sein alle Tage meines Lebens. Immer wieder und wieder blicke ich, wie gestern, in tiefer Demuth zu Gott empor mit den Worten Jakobs: pn rv’Töy *-scn n7baai a^onn virttp Bleicherode, den 9. Januar 1867. M. H. Pineus, Lehrer und Prediger. Bemerkungen. Es war uns mitgetheilt worden, daß die Allg. Zeitung des Judenthums in dem Oesterreichischen Zeituugs-Preis-Courant für 1866 nicht gestanden. Es ist dies unrichtig; das Blatt stand nur sonderbarer Weise unter dem Buchstaben A. Wir werden es hoffentlich bewirken, daß unsere Zeitung in dem Preis-Courant für 1867 unter Z. ausgenommen werde. Herrn Rabb. Lindermann in Saalfeld in Pr. für Bütow in Ortelsburß 1 Thaler. Die Red. Verlag von Baurngärtner's Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirschfeld. Verantwortlicher Redakteur Sfrr. H. Lotze. Hierzu Feuilleton-Beilage Nr. 4.

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