Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 28 (1864)
- Issue
- Heft 53 (27.12.1864)
- Date
- 1864-12-27
- Page
- Seite 828 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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828 wird — vom mosaischen Speisegesetze an bis zum Abschlagen der Bachweiden, während das religiöse Gefühl im wirklichen Leben sich mit der Abschlagszahlung begnügen muß. Richmond, im November. (Jew. Chr.) Jüdische Nachrichten aus den conföderirten Staaten sind so selten, daß wir dem Herrn sehr dankbar sind, der uns folgenden Auszug aus einer Zeitung aus Richmond schickte. Ein jüdischer Held — Capitän Madison Marcus. Dieser tapfere Officier, welcher Donnerstag, den 13. dss. getödtet wurde, hatte den Oberbefehl bei der heldenmüthigen Bertheidigung des Fort Girmer, als dieses von einer großen Anzahl Neger und Weißen ange- ' griffen wurde. Seine Vertheidigungsmacht bestand aus 5 Compagnien des 15. Georginischen Regiments und einigen wenigen Zuzüglern aus anderen Commandos. Er instruirte seine Mannschaft, ihr Feuer aufzubewahren, bis der Feind fast ganz nahe bei ihnen wäre, so wie dies geschah, gab er Befehl und ein schrecklicheres Feuer aus Kanonen und gezogenen Büchsen empfing nie einen Feind. Die Neger, welche sogleich in den Graben unter den Wällen sprangen, bemühten sich, einander auf ihre Schultern heraufzuziehen; aber sobald das Weiße des Auges eines Negers über dem Rande sichtbar wurde, wurden sie niedergeschossen. Capitän Marcus befahl seiner Mannschaft, die Bomben in dem Fort als Handgranaten zu benutzen. Sie ex« plodirten, ehe sie den Boden des Grabens erreicht hatten und viele der Neger wurden durch dieses Verfahren so verstümmelt, daß ihre Körper gar nicht mehr zu erkennen waren. Unsere Bertheidigung war heldenmüthig und das Resultat, wie es nur erwünscht werden konnte. Capitän Marcus war ein junger Mann zwischen 25 und 30 Jahren. Er war ein Israelit, und obgleich ein großer Theil seiner Glaubensgenossen, welche in der Armee dienten, den Urlaub erhielten, um den Versöhnungstag, an welchem keine Arbeit verrichtet werden darf, und das gleich darauffolgende Laubhüttenfest zu feiern, verlangte er keinen Urlaub, da er glaubte, in der Ausübung seiner Vaterlandspflicht seinen Gott in angemessener Weise zu verehren. Die Begräbnißceremonien wurden in der deutschen jüdischen Synagoge von Rev. Herrn Nüchelbacher verrichtet. Anzeigen. Bei hiesiger Gemeinde ist zum 1. Januar oder 1. April 1865 die Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schächters vacant. Fixes Gehalt ist 175 Thlr. bei freier Wohnung und Heizung. Die Schechita bringt etwa 70 Thlr. ein. Reflectanten wollen sich an den Unterzeichneten wenden. Holzminden. Der Vorstand der israel. Gemeinde. Ein zweiter Lehrer, der die Kenntnisse besitzt, den Unterricht in den Anfangsgründen in Hebräisch Lesen und Uebersetzen in der Thora vermag, mit guten Zeugnissen versehen ist, wird von der hiesigen Synagogen-Gemeinde gewünscht. Bewerber mögen ihre Papiere an den Vorstand der Synagogen-Gemeinde hier frei einsenden. Für diese Stelle ist 350 Thlr. Gehalt incl. Schullocal, Wohnung und Heizung ausgesetzt. Sch loch au, den 4. December 1864. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Lewin Aron Sol-irr. Die Cantor-Stelle im Tempel des Humanitäts-Vereins ist gegenwärtig vacant. Cantoren, die musikalisch gebildet und einen Chor zu leiten verstehen, wollen sich unter Franco-Einsendung ihrer Atteste an den Vorsitzenden des Vereins, Herrn S. Fiegel, melden. Gehalt 3- bis 400 Thlr. und einem Nebeneinkommen von circa 200 Thlr. Reisekosten für Probe-Vorträge werden nicht vergütigt. Posen, im November 1864. Der Vorstand. Die Stelle eines musikalisch gebildeten Cantors, welcher jedoch auch an der öffentlichen Religionsuno Elementarschule in den seinen Fähigkeiten entsprechenden Fächern oder Elasten mit zu unterrichten hat, ist hierorts vacant und gleich oder auch mit Frühjahr zu besetzen. Das Gehalt ist vorläufig, außer den Nebeneinkünften, auf Thlr. 300 fixirt. Qualificirte Bewerber wollen sich baldigst melden. Neuwied, Ans. December 1864. Der Vorstand der Sgnagogen-Vemeinde. Die Stelle eines Elementarlehrers, der zugleich die Functionen eines Predigers und Vorbeters zu versehen hat, dabei einige musikalische Kenntnisse besitzt, mit einem jährlichen Gehalte von 500 Thlrn., ist hier vacant. Reflectirende hierauf wollen sich in portofreien Briefen wenden an den Verwaltungs-Rath der israelitischen Gemeinde in Saarlouis, wobei noch bemerkt wird, daß sich Mittel darbieten, in freien Stunden durch Privatunterricht die pecuniären Verhältnisse zu verbessern.