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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-12-27 · Heft 53 (27.12.1864) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 53 (27.12.1864)
Date
1864-12-27
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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28. Jahrgang. 53. Allgemeine Zeitung des Iudruthums Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Nr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 27. December 1864. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in 1 Va bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Vierteljährig 22'/2 Ngr. Inserate werden mit 1'/r Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Deilagegebühren betragen für 1 Bogen 4 Thlr., für l/2 Bogen 3 Thlr., für l/t Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt- Expedition für beide Letztere hat sich das Königs. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Nkit Nr. 53 läuft das Abonnement auf diese Zeitung ab. Um in der Zusendung keinen Aufenthalt zu erfahren, werden die resp. Abonnenten ersucht, rechtzeitig das Abonnement zu erneuern. Die VerlLAsdvekkLllälniiA. Inhalt. Leitende Artikel: Tag und Dauer. — Zerstreute Bemerkungen. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Preußen: Berlin, Von der Elbe. Oefterreichischer Kaiserstaat: Lemberg, Treviso, Wien, Prag. Frankreich: Paris. Amerika: Philadelphia, Richmond. Leitende Artikel. Bon«, 18. December. Tag und Dauer. Wer, wie Schreiber dieses in einer fast offenen Landschaft wohnt, außerhalb der Ringmauern der Stadt, in welcher die dichtgedrängten Häuser schmale Straßen bilden, so daß ihm alle Zeit der Blick über die weile Flur und auf die Bergzüge ringsum gestattet ist, der wird folgende Beobachtung machen. Nicht die Sonne ist die Beherrscherin des Tages, nicht von ihr hängen die Beschaffenheit des Wetters, die Gestaltung der Temperatur, darum die Freundlichkeit oder Unbehaglichkeit der Natur/ der Kampf der Elemente und die Zustände ab, die sich für den Menschen daraus entwickeln. Vielmehr werden die Zügel der Herrschaft von der mächtigen Luftströmung geführt, die fast ununterbrochen durch die Erdatmosphäre geht, die Bewegung der Luft, welche bald leise zitternd, sanft und milde über die Oberfläche des Bodens hinzieht, bald aber mit rascherem und stärkerem Flügelschlag über den Erdball fährt, als Wind, als Sturm, ja als Orkan aus allen Weltgegenden daherbraust. Wie dieser Wind bald längere Zeit eine und dieselbe Richtung linder oder heftiger, wechselnd von Minute zu Minute an Stärke und Schnelligkeit einhalt, bald launenhaft von einem Pol zum andern überspringt, dann unvermuthet wieder zu einer andern Weltgegend zurückkehrt, so gestaltet er von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde unsere atmosphärischen Zustände, von denen so vieles abhängt im Leben der Menschen und Freud und Leid mehr ausgestreut werden, als wir es vermuthen. Jetzt fegt er den blauen Himmel rein und wolkenlos, daß die Sonne strahlenreich hervortritt, Licht und Schatten in Fülle ausbreitet, alles verklärt, alles verherrlicht. Dann aber wieder treibt er das düstere Gewölk in wildem Fluge unter dm Himmelsgewölbe dahin, verdüstert den geringen Um-

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