Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 28 (1864)
- Issue
- Heft 48 (22.11.1864)
- Date
- 1864-11-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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28, Jahrgang. Allgemeine Zeitung -cs Zudcnthums. Ein unparteiisches Organ für alles Wische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner srr Ludwig Philipps»« in Bonn. Leipzig, den 22. November 1864. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in 1*/* bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Vierteljährig 22^2 Ngr. Inserate werden mit 1 ^2 Ngr. für die Petitzcile oder deren Raum berechnet. Beilagegebühreu betragen für 1 Bogen 4 Thlr., für */2 Bogen 3 Thlr., für */* Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs - Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt- Expedition für beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Haupt-Zeitungs'Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Gott nach der Bibel. Von Guizot. — Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Aus Baden, Hamburg, Frankfurt. Preußen: Bonn, Friedeberg. Oesterreich: sch er Kaiserstaat: Prag, Wien, Wien, Lemberg, Wien, Teplitz. Tunis: Paris. Holland: Rotterdam. Korrespondenz: Jüdische Briefe von Albert Cohn. II. — Leitende Artikel. Bonn, 13. November. Gott nach der Bibel. Von Guizot. Vor kurzem erschienen in Paris: „Mditations sur 1'0886iiee Ü6 1a religion clireliennc par BL Guizot. Paris, 1864." Guizot, der berühmte Professor der Geschichte, Staatsmann und Minister bis zur Februar-Revolution von 1848, tritt hier also auf dem Gebiete der Theologie auf. Allerdings können wir ihm hier eine entscheidende Stellung, eine wissenschaftliche Bedeutung nicht zuschreiben. Er ist ebenso unbekannt mit der hebräischen Sprache unserer h. Schrift wie mit der griechischen der neutestamentlichen Schriften und citirt die Stellen aus beiden nach der Vulgata. Aber niemand wird dennoch die Wichtigkeit eines so ernsten und abgeschlossenen Denkers und seiner Meinungen verkennen wollen. Guizot ist Protestant und in den verschiedenen kirchlichen Fragen, welche während und nach der Zeit seines großen politischen Einflusses zu Tage traten, hielt er sich seinem Charakter und seiner Stellung gemäß möglichst objeetiv, indem er mit sehr hohem Interesse alles Religiöse auffaßte, aber den Grundsatz der Glaubensfreiheit stets zu dem seinigen machte. Wir werden später einige kritische Blicke auf die vorliegende Schrift werfen, die der erste Theil eines vierbändigen Werkes sein soll, und heben heute nur einige interessante Capitel hervor. Allerdings erhalten wir von dem Verfasser weder neue Gesichtspunkte noch tief eingehende Resultate. Aber was er sagt, zeichnet sich durch Klarheit, Bestimmtheit und richtige Würdigung, gleich weit von den Extremen entfernt, so aus, daß, bei dem gegenwärtig herrschenden Chaos der Parteien, wohlthut, ihm zu begegnen. Die siebente „Bleditation“ führt die Überschrift, die wir unserm Artikel gegeben, und lautet in getreuer Uebersetzung folgendermaßen: „Ich gehe hier auf die Fragen über die Anthenticität der Bibel und der Bücher, aus denen sie besteht, nicht ein, indem ich dieselben in der zweiten Abtheilung dieses Werkes behandeln werde. Aber diese Fragen berühren die, welche mich in diesem Augenblicke beschäftigt, durchaus nicht. Aus welchem mehr oder weniger entfernten Alterthume ihre verschiedenen Theile herstammen, die Bibel ist der Zeuge des Gottes, an welchen das hebräische Volk glaubte und unter dessen