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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-11-15 · Heft 47 (15.11.1864) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 47 (15.11.1864)
Date
1864-11-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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88« Jahrgang. Allgemeine Zeitung des Zudcnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 15. November 1864. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstag-, in l1/* bis 2 Bogen. Preis de- Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Vierteljährig 22'/2Ngr. Inserate werden mit l'/rNgr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Beilagegebühren betragen für 1 Bogen 4 Thlr., für 1/2 Bogen 3 Thlr.. für Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitung-. Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt- Expedition für beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Haapt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel r Die Kämpfe um das Judenthum. — Rom. VI. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Hannover, Alzey. Preußen: Berlin, Posen. Oesterreichisch er Kaiserstaat: Prag. Italien: Aus Oberitalien. Donaufürstenthümer: Bukarest. Rußland: St. Petersburg. Nordamerika: New-Uork. (Korrespondenz: Indische Briefe von Albert Cohn. I. — Leitende Artikel. Bonn, 6. November. Wie Kämpfe um das Iudenthum. Es ist merkwürdig, daß das Iudenthum, so lange es besteht, niemals angegriffen hat und doch zu aller Zeit angegriffen worden, daß es niemals zur Offensive überging und es doch zu aller Zeit offensiv behandelt worden. Mit dem Augenblicke seines Entstehens begann der Kampf um seine Existenz. Aber in seiner ersten langen Periode von Moses bis Esra ging dieser Kampf im Innern der israelitischen Nation vor, während es sich in den Kämpfen nach außen nur um die nationale nnd politische Existenz handelte. So wenig ging die Religion Israels selbst bei der Eroberung Kanaans offensiv zu Werke, daß, während das mosaische Gesetz den Individuen aller Nationen (mit wenigen Ausnahmen, 5 Mos. 23, 4—9.) den Eintritt in „die Gemeinde des Ewigen" gestattete, nur durch Hinterlist die Gibeoniten als eine Gesammtheit (Jos. 9) in den Bund eintreten konnten. Aber das Heidenthum drang von außen immer wieder in Israel ein und so mußte die Religion des Einzigen mit ihm um ihre Existenz ringen. Das Beispiel, welches bezeichnend genug durch die Aufstellung des ägyptischen Kalbes am Fuße des S^ai gegeben worden, wurde bis zur Zerstörung des ersten Tempels immer wiederholt. Aber es war stets ein von außen hereingebrachtes Heidenthum, denn das israelitische Volk hat kein solches aus sich selbst geschaffen: es waren immer ägyptische, syrische und phönizische Götzen, deren Altäre in Israel aufgerichtet wurden. Der Kampf um die Religion im Innern Israels nahm unter den Königen bisweilen auch einen politischen Charakter an und die Bolkspartei mit den Propheten an der Spitze stand der monarchischen und aristokratischen gegenüber. Das Königthum zerbrach, das Volk blieb und verbannte mit der Herstellung des zweiten Tempels das Heidenthum aus seiner Mitte. Von da ab begann der Kampf um die Existenz des Äudenthums gegen außen. Vorspiele zu diesem hatten sich schon während des babylonischen Exils ereignet und so viel oder so wenig Geschichtliches an der goldenen Bildsäule des Baal mit dem Martyrium im feurigen Ofen und an der Löwengrube des Daniel sein mag, so viel geht sicherlich daraus hervor, daß hiermit

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