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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-11-08 · Heft 46 (8.11.1864) · p. Seite 722

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 46 (8.11.1864)
Date
1864-11-08
Page
Seite 722 (sequence 12)
Language
German
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722 Segen auf dem schwierigen Werke des neuen Herrn Ministers ruhe! Wien, 1. November. (Privatmitth.) In diesen Tagen ist der dritte Jahresbericht des „Vereins zur Unterstützung mittelloser israelitischer Studirender in Wien" erschienen. Wir heben aus demselben einiges hervor. Die Wirksamkeit des Vereins ist im letzten Jahre bedeutend größer und umfangreicher geworden. Im ersten Jahre, während einer achtmonatlichen Thätigkeit, unterstützten wir 48 Studirende mit 1483 fl. 85 kr.; im zweiten Vercinsjahre unterstützten wir 86 Studirende mit 2293 fl. 46 kr., und im letzten eben verflossenen Schul- und Bereinsjahre unterstützten wir 132 Studirende mit 2749 fl. 7 kr. Unter diesen 132 waren: 10 Rabbinats-Candidaten, von welchen mehrere philosophische Studien absolvirten (2 derselben erhielten Unterstützung zu 12 und 20 fl., 6 Collegiengeld von 9 fl. 50 kr. bis 24 fl., einer die Taxen für das erste Rigorosum 7 fl. und einer die Taxen für die Promotion zur Erlangung der philosophischen Doktorwürde 56 fl., in Summa 166 fl. 50 kr.); 101 Studirende der Medicin (71 erhielten ganz ober theilweise Collegiengeld in Beträgen von 5—36 fl., 2 erhielten Lehrbücher im Preise von 31 fl. 70 kr., 8 erhielten die Taxen pr. 42 fl. und einer 21 fl. zum ersten Rigorosum, 7 ganz oder theilweise die Taxe für das zweite Rigorosum in Beträgen von 33 — 66 fl. 15 kr., 7 ganz oder theilweise die Taxen für die Promotion von 22 —72 fl., 3 ganz oder theilweise die Taxen für das Doctorat der Chirurgie von 20—47 fl. und 2 Unterstützung ä 10 fl., in Summa 2196 fl. 80 kr.); 20 Hörer der Rechte (14 erhielten Collegiengeld in Beträgen von 8—15 fl., 4 ganz die Rigorosentaxen ä 37 fl. 80 kr., einer erhielt Lehrbücher zum Preise von 10 fl. 27 kr. und einer eine Unterstützung von 15 fl., in Summa 370 fl. 77 kr.). Ein Techniker erhielt behufs der Feldmessung 15 fl. Dem Vaterlande nach waren 4 aus Wien, 29 aus Mähren, 11 aus Böhmen, 5 aus Schlesien, 67 aus Ungarn, 15 aus Galizien und 1 auö Rußland. Die Einnahmen betrugen 2942 fl., wovon 70 in Cassa blieben. An Fond besitzt der Verein 2660 fl. und 300 fl. Reservefond. Man kann also diesem Vereine nur die schönste Entwickelung wünschen und den Bemühungen der Vorstandsmitglieder den besten Dank sagen. Es ist dies ein Gebiet der Wohlthätigkeit, auf welchem der Segen, der daraus fließt, gar nicht zu bemessen ist, da die ganze zukünftige Wirksamkeit der hier unterstützten Männer zum Theil auch an das Verdienst dieses Vereins sich knüpft. Anzeigen. Die Stelle eines zweiten geprüften Religionslehrers und Cantors, der einen Chor zu leiten versteht, ist in hiesiger Gemeinde sofort oder spätestens zum 1. April k. I. bei einem Fixum von jährlich 350 Thlr. und Accedentien zu besetzen, und wollen befähigte Bewerber ihre Zeugnisse franco einreichen. Hirschberg i/Schl., im November 1864. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Die Stelle eines Lehrers an der Fortbildungs- Schule in israelitisch Lengnau wird mit einer jährlichen Besoldung von Frcs. 1500 neuerdings zur freien Bewerbung ausgeschrieben, mit dem Bemerken, daß auch Lehrer christlicher Confession für dieselbe concurriren können. Der Lehrer hat höchstens 30 wöchentliche Unterrichtsstunden in den für Fortbildungsschulen reglementarisch vorgeschriebenen Fächern sowie in der französischen und hebräischen Sprache zu ertheilen. Schriftliche Anmeldung beim Titl. Bez. - Schulrath Zurzach bis zum 26. November nächsthin. Beizulegende Ausweise: Wahlfähigkeitsacte und Sittenzeugniß vom Gemeinderath des letzten Wohnortes. Aarau, den 26. October 1864. Für die Erziehungs-Direction: HollwaNN, Directionssecretär. „Die Stelle eines Lehrers und musikalisch gebildeten Vorbeters ist bei der israelitischen Gemeinde zu Oberstein sofort zu besetzen. Gehalt 300 Thlr. Meldungen nimmt der Unterzeichnete entgegen." Birkenfeld, den 24. October 1864. Landrabbiner Goldmann. Die Stelle eines Religions-Lehrers an der israelitischen Elementarschule zu Brüssel ist erledigt. — Die unverheiratheten Candidaten, der französischen Sprache mächtig, wollen sich (mit den nöthigen Zeugnissen versehen) an den Präsidenten des israelitischen Consisloriums zu Brüssel wenden.

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