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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-11-08 · Heft 46 (8.11.1864) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 46 (8.11.1864)
Date
1864-11-08
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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,M 46. 88, Jahrgang. Allgemeine Zeitung des Zudenthums. Ein ««parteiisches Orga« fi»r alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner L-r. Ludwig Phrlippfon in Bonn. Leipzig, den 8. November 1864. Diese Zcitunz erscheint wöchentlich einmal, Dienstag-, in l1/* bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs S Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Vierteljährig 22^2 Ngr. Inserate werden mit 1'/2Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Beilagegel'ühren betragen für 1 Bogen 4 Thlr., für r/2 Logen 3 Thlr., für 7* Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs. Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt« Expedition für beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Haupt-Zeitungs»Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel r Die Kämpfe nn Judenthum. — Rom. V. Spenden-Liste für die Nießer-Stiftung. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten r Deutschland: Aus dem Badenscheu, Bühl. Preußen: Berlin, Wesel, Berlin, Köln, Berlin, Kobylin. Oesterreichischer Kaiserstaat: Bonyhad, Brody, Wien. Leitende Artikel. Bonn, 30. Oetober. Dir Kämpfe im Zudenthum. Wir haben in voriger Nummer einen Blick auf die Kampfe und Zerwürfnisse geworfen, welche gegenwärtig im Christenthume vorhanden sind und mit großer Erbitterung von allen gegnerischen Seiten fortgeführt werden. Wir sahen sie gegen das ganze Fundament des Christenthums gerichtet, sahen sie ebenso zwischen den einzelnen Kirchen mit neuer Leidenschaftlichkeit entbrannt, sahen sie endlich innerhalb jeder einzelnen Kirche schroff gesonderte Parteien einander gegenüberstellen. Jeder Tag bringt hierüber neue Thatsachen, neue Kundgebungen. Wer, unbekannt mit der Entwickelungsgeschichte dieser Zerrüttungen, an den Anblick heranträte, den diese Zustände, wenn man sie mit einem Male überschaut, bieten, der würde kaum noch ein Band erkennen, das alle diese Parteien mit irgend einer Gemeinsamkeit umschlösse. Uns Juden aber muß doch die Sicherheit ausfällig sein, mit welcher die Missionäre der verschiedenen Kirchen zu uns kommen und uns auffordern, das Heil aus ihren Händen entgegenzunehmen, während über dieses bei ihnen selbst so viel Streit, so viele Verschiedenheit, so viele Gegensätzlichkeit obwaltet. Hier ist es nun, wo man uns entgegnet: finden nicht auch im Judenthume Parteien, Streitigkeiten und Kämpfe statt? Wird nicht auch dieses sehr verschieden aufgefaßt und in der Wirklichkeit dargestellt? Allerdings. Wir verkennen dies nicht, und der Inhalt dieses Blattes würde uns oft genug Lügen strafen, wenn wir jenes ableugnen wollten. Darum ist es billig, ja nothwendig, auch hierauf einen prüfenden Blick zu werfen. Die erste Frage, die sich hier uns aufdrängt, ist: worin besteht das Object der Parteiung im Judenthume? und wie unterscheidet es sich von dem Streitvbject im Christenthume? Der wesentliche Charakter des Christenthums, darüber werden wohl alle Parteien einig sein, beruht in seinen Dogmen, die sich als norhwendige Ergebnisse eines aus dem andern aufbauen, so daß kein Glied aus dieser Kette gerissen werden darf, ohne das Ganze zum Falle zu bringen, wenn auch in den verschiedenen Kirchen auf die Fundamentaldogmen immer neue und verschiedene ausgestellt werden. Daß diese Behauptung, der wesentliche Charakter des Christenthums

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