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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-10-25 · Heft 44 (25.10.1864) · p. Seite 691

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 44 (25.10.1864)
Date
1864-10-25
Page
Seite 691 (sequence 13)
Language
German
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691 dem Erlasse des Edictes des Sultans haben die Juden in vielen Theilen Marokkos sich geweigert, diese gezwungene Arbeit zu thun, und Dispute und Streitigkeiten mit den maurischen Autoritäten sind davon die Folge geworden." Nachtrag. Hirschberg i/Schl., 5. October. (Privatmitth.) Gestern feierte die hiesige Shnagogen-Gemeinde das Jubelfest ihres fünfzigjährigen Bestehens. Der Festgottesdienst, welcher von allen Confessionen zahlreich besucht war, begann vormittags um 9 Uhr. Vertreten waren auch die Behörden der Stadt und des Kreises, die evangel. Geistlichkeit und das Gymnasium Hierselbst. Die Festpredigt hielt Herr Rabbiner Dr. Jottl, im Anschluß an 3 Mos. 25, 10. nrr Dnanpi a'aann rt:a, in gediegener und ansprechender Weise die drei Fragen beantwortend: „Welche Stellung nimmt die Gemeinde in Israel ein? Welchen Beruf hat sie darin zu erfüllen und wie verhält sich die hiesige Gemeinde zu jener Stellung und zu diesem Berufe?" Von den 13 Begründern der hiesigen Gemeinde, welche noch bis zum Jahre 1814 ihre Leichen in Gr.- Glogau beerdigen mußte, ruhen auf ihrem erworbenen hiesigen Friedhofe bereits ,12. Nur Herrn Spediteur M. I. Sachs war es vergönnt, diesen Tag, der zugleich als Feier seines fünfzigjährigen Bürger- Jubiläums galt, zu erschauen, und er wurde daher als würdiger Jubilar, der hoch geachtet wird und sich bei aller seiner Bescheidenheit allgemein verdient gemacht hat, ganz besonders gefeiert. Die von hiesigen Gesangskräften unter Begleitung der Elger'schen Kapelle sehr gut ausgeführten Festgesänge leitete der evang. Cantor Herr Bormann, indem der Cantor der Shnagogen-Gemeinde, Herr A> Roscnthal, dem bestehenden Ritus gemäß als Vorsänger anderweitige Beschäftigung fand. Besonders verdient hatte sich noch Herr Kaufmann Friedenthal durch Schenkung einer neuen Gesetzesrolle an die Synagoge gemacht, während der dazu gehörige silberne Glockenaufsatz von anderen Gemeindegliedern beschafft worden war. — Das nachfolgende solenne Fest-Diner wurde in ebenso würdiger als gemüthlicher Weise durchgeführt. Auö der NeltMark, 4. October. (Privatmitth.) Die Gemeinde Zielen zig hat ganz aus eignen Mitteln ein neues Gotteshaus erbaut und dessen Einweihung ain 25. v. M. auf die feierlichste Weise begonnen. Als Geistlicher war der Gemeinde-Rabbiner von Frankfurt a. d. Over, Herr Dr. Löwenmeyer, nach Z. berufen. Im alten Bethause wurden von dem Gemeindelehrer Jacoby schöne „Worte des Abschieds" gesprochen, worauf sich, von Gemeindevorstehern geleitet, der Festzug nach der neuen Synagoge in Bewegung setzte. Die Erschließung der Pforten der letzteren geschah durch den Bürgermeister des Ortes, welcher diesen Act mit würdiger Ansprache einleitete. Im Innern des Hauses angelangt, wurden die bei solcher Gelegenheit üblichen Ceremonien vollzogen, und Herr Dr. Löwenmcyer hielt die Predigt in so ergreifender und begeisternder Weise, daß sie des tiefsten Eindrucks nicht ermangelte. Von der Oder, 5. Oktober. (Privatmitth.) Wik die Br. Z. berichtet, so ist in der Nacht vom 25. zum 26. v. M. ein Veteran der breslauer Lehrerwelt, Hr. Jnspectvr Schlesinger, in dem hohen Alter von 96 Jahren gestorben. Der Verblichene — fügt der Berichterstatter hinzu — hinterläßt einen bedeutenden Schülerkreis, der sich auf der ehemaligen Wilhelmsschule ausgebildet hat. Der Hingeschiedene ist durch Herausgabe von Jugendschriften auch literarisch thätig gewesen. Vor einiger Zeit erst ist sein 50jähriges Amtsjubiläum, unter lebhaftester Theilnahme von seiten seiner Freunde und Verehrer, festlich begangen worden. Anzeigen. Ein unverheiratheter Schächter und Religionslehrer wird für Luckenwalde gesucht. Einkommen circa 250 Thlr. Näheres auf portofreie Meldungen bei M. Marcus daselbst. Die israelitische Gemeinde zu Glückstadt sucht zum 1. November d. I. einen Schächter und Vorbeter, dessen jährliches Einkommen 200 Thlr. p. a. und Schächtgeld ist. Hierauf Reflectirende werden ersucht, sich sobald wie möglich zu wenden an H. I. Lübeck, p. t. Cultus-Vorsteher.

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