Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 28 (1864)
- Issue
- Heft 43 (18.10.1864)
- Date
- 1864-10-18
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
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Beilage zu No. 43 der Mg. Zeitg. des Judenth. Feier zu Ehren des Herrn J. Levy, ersten Vorstehers der Synagogen-Gemeinde zu Aachen. Die hiesige Gemeinde hat eine unvergeßliche Feier begangen. Diese Feier galt dem Präses des Löbl. Vorstandes, Hrn. I. Levy, der sich um die Gemeinde während eines Zeitraumes von beinahe 30 Jahren große, nicht genug zu würdigende Verdienste erworben, dessen rastlosem Bemühen wir die herrliche Synagoge verdanken, über welche vor 2 Jahren die Worte der Weihe gesprochen wurden. — Das geräumige, festlich erleuchtete Sessionszimmer war mit verschiedenen Topfgewächsen sinnreich geschmückt; die Repräsentanten und viele Gemeindemilglieder waren kurz vor 7 Uhr abends daselbst erschienen; das nach einer Photographie trefflich vom Maler Hastenrath in Oel gemalte Bild prangte mit Epheugewinden umgeben , und mit einer weißen Hülle versehen an der Hauptwand des Sitzungssaales. Die zu dieser Feier eingeladenen Cultusbeamten waren gleichfalls anwesend. Es wurde nun zunächst das folgende Protokoll der Sitzung vom 3. October a. pr. verlesen. Sitzung der Repräsentanten vom 3. October 1863. Tagesordnung: Antrag des Hrn. Jos. Salomon und Cons.r dem allseitig zugestandenen Verdienste des Hrn. I. Levy um den Synagogenbau seitens der Gemeinde eine Anerkennung zu zollen. Hr. S. Meyerhoff eröffnet um 7 Uhr die Sitzung und ersucht Hrn. Jos. Salomon, seinen Antrag zu motiviren. Hr. Salomon erörtert, wie das ununterbrochene uneigennützige Streben des Hrn. I. Levy zur Förderung unserer Gemeinde-Interessen allerdings stets Anerkennung gefunden und dieser bei Veranlassung auch wohl Ausdruck gegeben sei, und wenn sich dieselbe auch in dem harmonischen Zusammenwirken der Repräsentanten mit dem Vorstande fortwährend bekunde, so sei doch nach Vollendung des Synagogenbaues es so allseitig und unzweideutig laut geworden, wie man anerkenne, daß eine ungewöhnliche Opferwilligkeit in angestrengten, ausdauernden und thatkräftigen Bestrebungen deö Hrn. Levy auch hier wieder zu Tage getreten und sich um die gelungene Ausführung des dem hiesigen Gemeindeleben hochwichtigen Werkes neuerdings verdient gemacht habe; daß hierauf nun gestützt der Antragsteller der Ansicht sei, daß es sich seitens der Repräsentanten als das Organ der Gemeinde wohl zieme, die Initiative zu ergreifen, um dieser allgemeinen Stimmung einen passenden Ausdruck zu geben, und mache er zu diesem Zwecke also den Vorschlag, ein Portrait des Hrn. Levy in Oel von einem Künstler ausführen zn lassen und als eine dauernde und dankbare Erinnerung an das segensreiche Wirken des Hrn. Levy im allgemeinen, aber insbesondere an seine Verdienste um den Bau der Synagoge, dasselbe im Sitzungslocale aufzubewahren; die Kosten würden durch Subscription unter allgemeiner Betheiligung der Gemeinde aufzubringen sein. Er mache noch ferner den Vorschlag, ein ausführendes Comit6 zu wählen und bei dem allgemeinen Charakter der Angelegenheit sich bei der Wahl nicht auf die Mitglieder der Repräsentanten zu beschränken. Die Anträge des Hrn. Salomon wurden ohne Opposition einstimmig von der Versammlung angenommen und als Comite-Mitglieder wurden gewählt die Herren I. Salomon, L. Lippmann, Jacob Baruch, Moritz Meyer und Moritz Meyerhoff. Es wird ferner beschlossen, diese Verhandlung zur geeigneten Zeit nachträglich dem Protokollbuche einzuverleiben. Folgen die Unterschriften. Hierauf ergriff Herr S. Meyerhoff als Präses der Repräsentanten das Wort und hielt folgende ergreifende Ansprache: Meine Herren! Wenn die Vertreter einer Gemeinschaft jemals vollkommen im Sinne derjenigen gehandelt, die sie zu vertreten haben, so geschah es, als die Repräsentanten unserer Gemeinde den Beschluß gefaßt, den Sie, meine Herren, eben vernommen haben. Der Cinmüthigkeit, in welcher er gefaßt wurde, reihte sich eine wahrhafte Freudigkeit an, die ihn allseitig begrüßte, als das Comit6 zur Ausführung schritt. — Mag nun immerhin das wahre Verdienst öffentlichen Kundgebungen des Dankes wie der Anerkennung sich gern entziehen, so konnten wir uns doch nicht versagen, die Anwesenheit des Hrn. Levy für den Act in Anspruch zu nehmen, wo das vollendete Bild nunmehr hier inaugurirt wird, um bleibendes Zeugniß abzulegen von wahrhaftem Verdienst einerseits wie von sympathischer Würdigung von anderer Seite. Ja, meine Herren! es ist eine hohe Wahrheit in den Worten: „des Volkes Stimme ist Gottes Stimme •“ und fügen wir hinzu, sie ist Segen verkündend, wenn sie sich wie hier ausgesprochen. Vor ihr darf, ja muß