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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-10-18 · Heft 43 (18.10.1864) · p. Seite 674

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 43 (18.10.1864)
Date
1864-10-18
Page
Seite 674 (sequence 10)
Language
German
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674 Wahl handle, welche beantragt und die Bestätigung abgewartet werden müßte. In diesem Sinne ist die Entscheidung event. Bestätigung beantragt worden. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 26. September. Die Wiener Zeitung meldete gestern unter ihrer Rubrik „Rechtsleben", daß „dem Vernehmen nach die Staatsanwaltschaft wegen der in Nr. 37 der „Wiener Kirchenzeitung" enthaltenen -Zusammenstellung angeblich talmudischer Lehren über die Eigenschaften Gottes Erhebungen eingeleitet hat, indem sie darin eine Beleidigung der jüdischen Religionslehre zu erkennen scheint." — (Endlich, endlich. Andererseits fragt es sich, ob nicht gerade dadurch die so wenig gelesene „Wiener Kirchenzeitung" erlangt, was sie will — man soll von ihr sprechen!) Böhm.-Leipa, 26. September. (Privatmitth.) Wenn ich mir einen kleinen Raum in d. Bl. für die feierliche Einweihung unserer Synagoge erbitte, so geschieht dies, weil bei derselben die Theilnahme der hiesigen christlichen Bevölkerung in so ausgezeichneter und seltener Weise hervortrat, daß dies als ein schönes Zeichen der Zeit nicht übergangen werden darf. Die Einweihung fand am 23. September statt. Es war eine Freude, zu schauen, wie Christen in jenen Straßen, durch welche der Festzug sich bewegen sollte, schon am frühen Morgen mit der Ausschmückung ihrer Häuser beschäftigt waren; ja, an einem christlichen Hanse gewahrte man das alte Wappenschild Dadid's th p», in Laub- und Blumengewinden prangend. Nachmittags 2 Uhr erhob sich der Festzug, welchem sich die Officiere des bürgerlichen Scharfschützen-Corps in Uniform angeschlossen hatten, umgeben von den Turnern, welche die schönste Ordnung aufrecht hielten, ans dem provisorischen Betlocale nach der neuen Synagoge unter Vortragung der heiligen Thorarollen. Nachdem das i-in mit Orgelbegleitung abgesungen war, entzündete der Kreis-Rabbiner Herr David Pick von Teplitz die ewige Lampe, sprach das irnrns und hielt darauf eine weihevolle Rede über die Bedeutung des t T?:n< Zum Psalm 122 hatte der Domcapellmeister Herr Skraup aus Prag, sowie zu einer eigens verfaßten Festhymne der hiesige Chorrector Herr Czernicky die Musik componirt. Beide genannte Herren hatten die Güte, ihre Compositionen selbst mit der Orgel zu begleiten. Dann hielt Herr vc. Bäck, bisheriger Rabbiner unserer Gemeinde, nunmehr Rabbiner in Lissa, eine längere innigergreifende Rede, durchweht von dem Geiste der Liebe und Humanität, die ihren Eindruck nicht verfehlte. Ein Gebet für Sr. Majestät und die Volkshymne schlossen den seltenen erhabenen Act. Die Synagoge war in allen ihren Räumen gefüllt, und in den vordersten Reihen erblickte man die k. k. Behörden unserer Stadt, die Vorstände des hochw. Augustinerconvents, die Stadtvertretung und die übrigen Notabilitäten. Wenn eine Gemeinde wie die unselige ohne Fond, nur durch freiwillige Beiträge und den Ankauf von Sitzen einen so kostspieligen Bau bewerkstelligt, so gibt das ein sprechendes Zeugniß von der Wirksamkeit und dem Segen vereinter Kräfte. Nicht verschweigen können wir hier die wichtigen Verdienste unseres CnltusvorsteherS Herrn M. Zinner, der mit lobenswerther Ausdauer und' warmen Eifer die Angelegenheiten des Baues betrieb. S. Krakau, im September. (Privatmitth.) Zwei Gegenständen widmet man hier gespannte Aufmerksamkeit: der Genehmigung des der Behörde von Hrn. Deiches zur Bestätigung vorgelegten Gemeinde-Statuts, nach welchem die Wahl des Vorstandes in Zukunft nicht mehr durch Aufstellung von Candidaten seitens des Rabbiners, wie es bis jetzt üblich war, zu geschehen hat, sondern eine ganz freie sein wird, d. h. ein jeder kann den von ihm für geeignet erachteten Vorschlägen; und zweitens der endgiltigen Entscheidung der Gemeinde- Repräsentanz über die vom Rabbiner angeregte Errichtung eines Rabbiner-Seminars, vulgo Jeschi wa a la Pressbourg, in welchem selbstverständlich unser Rabbiner als Direktor fungiren soll. Merkwürdigerweise sind alle Parteien Mit diesem Projecte nicht einverstanden. Die Chassidim wittern schon int voraus Deutschthum und fürchten Culturbestrebungen. Die Deutschen und Culturfreundlichen sehen nur den Pferdefuß des Chassidismus darin, und hüben wie drüben wird der Stab über diesen Schwindel, dem doch nur eigennützige Motive zum Grunde liegen, gebrochen. Es ist daher bei dieser Stimmung zw hoffen, daß Vas Projcct nicht zur Ausführung kommen wird. Durch die Veranlassung des Herrn Deiches-, in Verbindung mit dem ehrwürdigen Herrn Schulrath Pr. Hirscher,

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