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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-09-27 · Heft 40 (27.9.1864) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 40 (27.9.1864)
Date
1864-09-27
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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88. Jchrgaug, Allgemeine 4V. Zeitung des Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippsott in Bonn. Leipzig, den 27. September 1864. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in l1/* bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Vierteljährig 22'/2Ngr. Inserate werden mit 1^/2 Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Beilagegebühren betragen für 1 Bogen 4 Thlr., für 1/i Bogen 3 Thlr.. für */* Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs. Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt- Expedition für beide Letztere hat sich das Königl. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die Arbeiterfrage vom Freiherrn v. Ketteler, Bischof von Mainz. IV. — Zur Geschichte der Emancipation der Juden in Oesterreich. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Aus Baden, Frankfurt a M., München. Preußen: Bonn, Berlin. Frankreich: Nimes. Italien: Rom. Schweiz: Zürich. Donaufürstenthümer: Bukarest. Holland: Aus dem Haag. Rußland: Mitau. — Nachtrag: Rom, Frankfurt, Tunis, Breslau, Aus Ungarn. Leitende Artikel. Bonn, 18. September. Die Arbeiterfrage vom Freiherrn v. Setteler, Bischof von Main;. IV. Wo also die Grundprincipien des ganzen modernen Lebens verneint werden, Principien, die längst unwiderrufliche Thalsachen geworden, von denen nirgends wieder abgelassen werden kann, sondern die sich überall, wo sie noch nicht ganz erfüllt sind, mit unwiderstehlicher Kraft zur Erfüllung drängen, wo, sagen wir, diese verneint werden, wie es vom Freiherrn von Ketteler geschieht, da laßt sich eigentlich gar nicht streiten, sondern nur die aufgeführten Argumente als factisch unrichtig Nachweisen, was wir denn, soweit Raum und Zweck es zuließen, gethan haben. Wir gehen daher in seine Widerlegung der Vorschläge von Schulze-Delitzsch und Laffalle nicht näher ein. Wir stimmen dem Herrn Bischof bei, wenn er diese Vorschläge für einseitig und durchaus unzureichend befindet; aber wenn er an ihnen alles Wahre und Richtige leugnet, wenn er an ihnen alles für Schein und Lüge, für unrichtig und zwecklos erklärt, so hat er es sich sehr leicht gemacht und seine Prüfung ist werthlos. Es ist wahr, daß die Selbsthilfe und Genossenschaft vorzugsweise nur dem Handwerk und kleineren Gewerbe wesentlich nützen können, dem eigentlichen Arbeiterstande aber kaum zugute kommen; es ist wahr, daß die von den Arbeiterbildungs- Vereinen angestrebte Bildung bis jetzt nur sehr formaler Natur ist, mehr zur Unterhaltung als zur geistigen Erhebung der Arbeiter dient; es ist wahr, daß der Geist, der in diesen Vereinen lebt, nur ein sehr äußerlicher ist, keinen religiös-sittlichen Kern und Charakter hat und daß aus diesem Grunde der Erfolg nur ein schwacher und schwankender sein kann. Aber darf nach den geringen Anfängen, nach den Irrungen und Schwächen der Urheber der Umfang und die Mächtigkeit der Entwickelung beurtheilt und geleugnet werden? Keime, die in die Erde gesteckt, Samen, der ausgestreut wird, bieten an sich noch keine Bürgschaft für das Maß der Ernte, die nach langer Zeit daraus ersprießen werde, wohl aber verheißen sie, wenn gute Arbeit und günstige Verhältnisse sich damit vereinen werden, daß gute und reichliche Frucht daraus gewonnen werden kann. So abenteuerlich, ungerechtfertigt, unausführbar und unzulänglich die von Lassalle vorgetragenen

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