Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 28 (1864)
- Issue
- Heft 37 (6.9.1864)
- Date
- 1864-09-06
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3224737-3226418-3226456--22415-3259686- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
88. Jahrgang. Allgemeine b7. Zeitung des Zudcnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philipp son in Bonn. Leipzig, den 6. September 1864. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in 1 ,/a bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Merteljährig 22^2 Ngr. Inserate werden mit 1^/rNgr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Beilagegebührm betragen für 1 Bogen 4 Thlr., für 1/z Bogen 3 Thlr.. für */* Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs - Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt- Expedition für beide Letztere hat sich das Königl. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Wir bringen den Herren Agenten in die Erinnerung, daß mit dem 3V. September c. der Schlußtermin des diesjährigen Abonnements eintritt, da mit diesem Tage der Druck der diesjährigen Schriften beginnen, also die Höhe der Auflage bestimmt werden muß. Für die Effectuirnng später einlaufender Bestellungen können wir nicht eintreten, und haben wir erst im vorigen Jnstitutsjahre eine bedeutende Anzahl Nachbestellungen unausgeführt lassen müssen. Das Institut zur Förderung der israel. Literatur. Inhalt. Leitende Artikel r Die Arbeiterfrage vom Freiherrn v. Ketteler, Bischof von Mainz. II. — Die Unterstützungskassen für jüdische Lehrer, ihre Witwen und Waisen. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Kassel, Stuttgart, Aus dem Badenschen. Preußen: Berlin, Berlin. Oesterreich isch erKaiserstaat: Szegedin, Fünfkirchen. Italien: Rom. Schweiz: Aargau. Rußland: Petersburg. Leitende Artikel. * Bonn, 28. August. Die Arbeiterfrage vom Freiherrn o. Rettet er, Bischof von Main;. n. In seinem ersten Capitel erhebt der Verfasser eine schwere Anklage, die er zwar zuerst gegen alle politischen Parteien, dann aber besonders gegen die liberale Partei richtet, auf die sie wohl auch von Anfang an gemünzt war. Er meint, die Liberalen verlockten das Volk durch die Verheißung, für seine Angelegenheiten wesentlich zu wirken, ihm Freiheit und Recht zu verschaffen, während sie nichts weiter wollten, als das Volk für Erlangung ihrer eigenen Zwecke zu verbrauchen, und sobald sie diese erreicht hatten, die Sache des Volkes fallen ließen. Das Volk habe daher vom Liberalismus nicht nur keinen Vortheil sondern vielmehr nicht geringen Schaden erlitten, wie denn überhaupt aus allen diesen politischen Händeln dem Volke kein Heil erwüchse, noch jemals erwachsen wäre. Das Volk verlange Brot und dies verschaffe ihm keine Politik. Wenn der Hr« Bischof es blos als einen Jrrthum der politischen Parteien bezeichnet hätte, zu glauben, daß aus ihren Händeln ein Heil für das Volk erwüchse, so würden wir dies auf sich beruhen lassen, denn es wäre dann nur eine Ansicht. Da er aber daraus eine so schwere Beschuldigung formulirt, da er den Liberalismus eines absichtlichen Betruges, einer schamlosen Feigheit,