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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-08-09 · Heft 33 (9.8.1864) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 33 (9.8.1864)
Date
1864-08-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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äs, Jahrgang. Allgemeine 3b Zeitung des Zudrnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippso« in Bonn. Leipzig, den 9. August 1864. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstag-, in ll/t bis 2 Dogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Vierteljährig 22^ Ngr. Inserate werden mit 1'/rNgr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Beilagegebühren betragen für 1 Bogen 4 Thlr., für */r Bogen 3 Thlr., für J/4 Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs,Expeditionen nehmen Bestellungen an,- der Haupt- Expedition für beide Letztere hat sich daS König!. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Leovold Zunz. — Die Juden und die Gewissensfreiheit. — Zerstreute Bemerkungen. — Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Mannheim, Stuttgart, Aus Würtemberg, Stuttgart, Aus Würtemberg, Hannover. Preußen: Berlin, Vlotho (Schluß), Aus dem Posenschen, Thorn. Donaufürstenthümer: Bukarest. Rußland: Warschau. Holland: Amsterdam. Spanien: Madrid. LeLtende Artikel. Bonn, 1. August. Leopold Zmy. Am 10. August vollendet Dr. Leopold Zunz, geboren 1794 zu Detmold, sein siebzigstes Lebensjahr. Einen solchen Abschnitt eines an Arbeit und Erfolg so überreichen Lebens können wir nicht ohne eine aufrichtige und innige Feier vorübergehen lassen. Der Mit- und Nachwelt das Verdienst des Mannes ins Bewußtsein zu rufen, oder vielmehr diesem Bewußtsein den Ausdruck zu leihen, dem Gefeierten selbst den Dank und die Anerkennung auszusprechen, ist an solchem Tage nicht sowohl Pflicht als vielmehr Drang des Herzens und eigene Befriedigung. Zunz, erzogen mit Jost zugleich in der Samsonschnle zu Wolffenbüttel, besuchte Gymnasium und Universität und begann seine Wirksamkeit in Berlin, wo er noch heute seinen Wohnsitz hat. Besonders sein Werk war die Bildung eines „Vereins für Cultnr und Wissenschaft der Juden", der auch bald eine „Zeitschrift für die Wissenschaft deS Judenthums" herausgab, von welcher das l. und 2. Heft 1822, das 3. und letzte 1828 erschien. Wir begegnen in derselben besonders den Namen: Dr. Eduard Gans, David Friedländer, Lazarus Bendavid und Ludwig Markus. Der Titel dieser Zeitschrift gibt zugleich den eigentlichen Inhalt der ganzen Lebenswirksamkeit des Dr. Zunz. Denn wenn auch jener Verein sich bald wieder anflöste und ebenso wie der späterhin von Zunz gegründete „Culturverein der Juden" ohne praktische Erfolge blieb, so war doch hiermit der erste Grundstein für die Wissenschaft des Zudenthums gelegt und Zunz war es, dem vorzugsweise der nächste Fortbau zu verdanken ist und welcher mit sicherer Hand das Fundament legte. Die „gottesdienstlichen Vorträge" (1832), „zur Geschichte nnd Literatur" (1845), „die synagogale Poesie des Mittelalters" (1855) und „die Ritus des synagogalen Gottesdienstes" (1859) bilden eine Kette kritisch-historischer Werke, welche den ganzen Gebetcultus des Judenthums umfaßt und zu wissenschaftlicher Klarheit bringt, andererseits aber überhaupt die wissenschaftliche Behandlung des jüdischen Schriftthums von den Psalmen und den letzten Büchern der Hagiographen an einleitete und begründete. Zunz vereinigt daher, wie dies selten der Fall ist, das zwiefache Verdienst, eine

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