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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-08-02 · Heft 32 (2.8.1864) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 32 (2.8.1864)
Date
1864-08-02
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Beilage z« No. 32 der Mg. Zeitg. des Zudenth. Warasdm in Kroatien, den 16. Juli 1864.*) beit langem haben Sie den Lesern Ihrer Blätter von dieser Gemeinde nichts berichtet, was dem theilnahmsvollen Glaubensgenossen zur wahrhaften Befriedigung hätte dienen können. Mehr als ein Jahr hat die bekannte unheilvolle Kriegsperiode zwischen Rabbiner und Gemeinde gedauert, bis die unleidliche Streitsache endlich vor ungefähr drei Wochen auch bei der letzten Instanz, der königl. kroatisch-slavonischen Hofkanzlei nämlich, zu Ungunsten des ersteren entschieden wurde. Als wir um dieselbe Zeit die beiden Parteien sich noch einmal in Ihrem Blatte journalistisch in zwei Expectorationen bekämpfen sahen, da erinnerten wir uns an die göthe'fche Sentenz: „Vor dem Gewitter erhebt sich zum letzten Male der Staub gewaltsam, der nun bald für lange getilgt sein soll." Und wirklich wirbelte damals zum letzten Male der Staub ein wenig auf, denn die gemeldete obergerichtliche Entscheidung hat diesen Kämpfen für alle Zeilen ein Ende gemacht. So vielfach auch die Maßregelungen waren, die sich die hiesige Gemeinde im *) Nachstehenden kleinen Aussatz sandte ich zur Veröffentlichung an den Redacteur der in Wien erscheinenden Zeitschrift: „Die Neuzeit." Statt nun diesen Bericht in seinem Blatte folgen zu lassen, hat es der erwähnte Herr Redacteur in einer Anwandlung von namenloser Parteilichkeit und Willkür verstanden, die Correspondenz geflissentlich mit einer allerdings bewunderungswürdigen Gemüthsruhe in einer Weise wiederzugeben, die mich meinem, wenn auch nur kleinem Kreise gegenüber arg compromittirt, in der überhaupt stellenweise daö stricte Gegentheil von dem ausgesagt wird, was ich eigentlich zu veröffentlichen beabsichtigte. Was Herr Szäntö aus meinen Zeilen zu seinen parteiischen Zwecken herausfabricirte, ist geradezu eine Blasphemie. Zur Wahrung meiner eigenen Ehre sehe ich mich daher genöthiHt, meine Correspondenz in ihrer ursprünglichen Fassung, m der ich sie der „Neuzeit' eingesendet, in diesem Blatte wörtlich zum Abdruck zu bnngen. Der Verfasser. Verlaufe dieser Angelegenheit zugezogen, so scharf und ätzend sich auch häufig der Tadel gellend machte, den entweder ganz Uneingeweihte oder oberflächlich Unterrichtete nicht müde wurden laut werden zu lassen: angesichts der drei völlig gleichlautenden gerichtlichen Entscheidungen zerfallen jetzt hoffentlich all diese öffentlichen Anklagen auch in den Augen des Berblendelsten von selbst. Der in Erledigung gekommene Rabbinatsposten sollte nicht lange unbesetzt bleiben. Unter den auf Grund der veröffentlichten Concursausschreibungeu sich angemeldeten Candidalen kam auf besondere Einladung vorerst Herr vr. Sonneschein, aus Thurocz St. Marton in Ungarn gebürtig, predigte und siegte. Dieser Umstand machte alle weiteren Versuche überflüssig und so geschah es, daß dieser jugendliche Gelehrte (Herr Dr. Sonneschein soll nicht mehr als 26 Jahre zählen) zur Freude seiner sich rasch erworbenen zahlreichen Freunde schon am vorletzten Freitag installirt wurde, um am darauffolgenden Sonnabend seine Amtsthätigkeit mit einem schlichten, populären und dabei doch mustergiltig würdevollen gottesdienstlichen Vortrag einzuleiten. Wir wollen dem verehrten Herrn gegenüber nicht voreilig in einen Enthusiasmus ausbrechen und dies einzig und allein nur deshalb nicht, weil einmal praktische Erfahrungen lehren, daß zum Verständnisse eines Menschen, und schon gar eines nicht gewöhnlichen Menschen, 14 Tage nicht genügen; aber was im ersten Augenblicke eine nicht genug zu rvürvigende Garantie seines künftigen Verhaltens bietet, daS ist zum allermindesten seine Jugendlichkeit und die daraus resultirende Reinheit und Ilnverdorbenheit des GemütheS.

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