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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-08-02 · Heft 32 (2.8.1864) · p. Seite 506

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 32 (2.8.1864)
Date
1864-08-02
Page
Seite 506 (sequence 16)
Language
German
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506 Eine ii^in ->vv, gut erhalten und von mittlerer Große, wird zu kaufen gesucht. Offerten mit Preisangabe nimmt der Unterzeichnete entgegen. H i r s ch b e r g i/Schles. Moritz Friedenthal. Soeben ist erschienen und durch jede Buchhandlung von Joh. Friede. Baerecke's,. Hofbuchhandlung in Eisenach zu beziehen: Die mosaische Religion. Katechismus für den israelitischen Religionsunterricht in Schule und Haus. Von Julius Löwenheim. Ladenpreis 10 Sgr. oder 36 Kr. rhein., in Partien billiger. Vorgenannte Schrift, die bereits als Manuskript von einigen bewährten Fachgelehrten eine günstige Beurteilung erfahren, ist nach einem ganr neuen Lehrgänge bearbeitet und hat dem Verfasser eine Reihe von Jahren als Leitfaden gedient. Dieselbe erstrebt eine wahrhaft sittlich religiöse Erziehung und macht es sich zur besonderen Aufgabe, die Innigkeit des jüdisch-religiösen Lebens wecken und pflegen zu helfen. Sie ist nach den Grundsätzen der modernen Pädagogik bearbeitet und hat dem Schüler als Handbuch, dem Lehrer als Leitfaden zur Grundlage eines katechetischen Religionsunterrichtes zu dienen. Als Anhang ist besonders für die Consirmation und Schulentlassung das Glaubensbekenntuiß mit den einschlägigen Schriftstellen angefügt, das für Rabbinen und Lehrer eine gewiß nicht unwillkommene Beigabe sein wird. In Baumgiirtner's Buchhandlung zu Leipzig ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Das wohlgetroffene Portrait von Dr. Ludwig Philippson. Stahlstich mit Facsimile. Preis: 7^/2 Ngr. Abermals mein Werk „^mlaebattl Ringamm" und resp. die „Nachlese." Cs ist eigentlich nicht sehr auffallend, wenn nach diesem Werke von seiten israelit. Theologen wenig Nachfrage geschieht, weil es im Gegentheil sehr auffallend und daher fast unglaublich erscheint, daß es einem Privatmanne Vorbehalten sein solle, noch viele schwierige Stellen in den heiligen Schriften zu erklären, nachdem im Laufe so vieler Jahrhunderte viele große und berühmte Gelehrte geschrieben und commentirt haben, und nach der Erscheinung des sehr schätzbaren Dr. Philippson'schm Bibelwerks, wo die Ansichten aller theologischen Autoritäten vertreten sind. Dennoch aber ist es also; die heiligen Schriften, die Mutter aller specisisch jüdischen, literarischen Werke, find noch lange nicht genügend erklärt und verstanden, wahrend ihre Kinder (Talmud, Poskim, Midrasch rc.) vielleicht nur zu weit cultivirt wurden. — Ich erlaube mir nun mehrere Stellen meines Werkes als« Beispiele anzuführen, wo noch kein Commentar eine dem gründlichen Forscher und Denker zusagende Erklärung gegeben hat. 1. Buch Moses, Cap. 2, B. 10—13, wo sind die 4 Ströme zu suchen? Ibid. Cap. 50, V. 20, warum führt man die irdischen Reste Jacob'S bis jenseits des Jordans hinaus? Warum verbringt eine so große Masse Menschen 7 volle Tuge in tiefster Trauer bei Gorn haatad zu? Ist das der passende Ort, die paffende Zeit? — 2. B. M. 22, B. 14., NS TÄ 28 1-122)2» Kann nach reiflichem Denken irgend eine der bisherigen Erklärungen als richtig angenommen werden? Und. 28, V. 30, was ist llrira und tliuöiim? 4. B. M. Cap. 21, V. 18., wie gräbt man einen Brunnen mit dem Stabe? Cap. 35, V. 4 und 5. Erst nach langem angestrengten Nachdenken fand ich den Sinn dieser 4 Verse ganz einfach und sich nicht widersprechend (durch Zeichnung versinnlicht). Es ist sehr zu bewundern, daß noch niemand auf diesen Gedanken gekommen ist. Jecheskel Cap. 40, 41 und 42. Man lese diese 3 Capitel durch und suche Belehrung darüber aus allen Cymmentaren; welchen Begriff gewinnt man von all diesem Bauwesen? Welcher Plan, Zusammenhang und Zweck liegt diesen Gebäuden zum Grunde? Nach welchem System, nach welcher Symmetrie sollten sie ausgeführt werden? Man vergleiche nun meine Erklärungen mit den beigefügten lithographirten Zeichnungen, nehme den Zirkel zur Hand und messe nach dem angefügten Maßstäbe, man findet dann großartige zusammenhängende, plan- und zweckmäßige Gebäude. Heber die Erklärung zu Hoscheah Cap. 5, V. 2 hat sich der berühmte Gelehrte David Ottensooser zu Fürth geäußert: Er hätte nie geglaubt, daß diesem Verse ein zusammenhängender Sinn abzugewinnen wäre. — Hohes Lied Cap. I, V. 16 und 17. Welch paffender Sinn und Zusammenhang liegt in diesen 2 Versen? — Psalm 132, V. 6.: „Wir haben es gehört in Cphratha, gefunden in Nehjaar;" was will damit gesagt sein? Ebenso Ps. 141, V. 6.? lieber Hiob wurde schon vieles geschrieben; die-hauptsächliche Tendenz und der zum Grunde liegende Sinn ist jedoch (meines Erachtens) noch nrcht hinlänglich erfaßt und gewürdigt worden. Diese und viele andere schwierige Stetten glaube ich mit Gottes Hilfe auf eine Weise erklärt zu haben, die jeden unbefangenen Sachkundigen befriedigen und erfreuen wird. 'Mag es daher nicht als unbescheidene Zudringlichkeit beurtheilt werden, wenn ich diese Werke dringend empfehle, nicht aus eitler Ruhmsucht, noch viel weniger aus pecuniärer Abficht, sondern damit die Früchte meiner außerordentlichen Geistesanstrengung gemeinnützig werden und zu weiteren Forschungen Veranlassung geben. Baiersdorf (Baiern), im Juli 1864. W. Lichteustäbter. Herr Lehrer H. Isaac in Alsfeld hat eine Agentur übernommen. Das Institut zur Förderung der israel. Literatur. Zur Notiz. Bei Glnscnduna von Inseraten bitten wir «m deutliche Schrift, namentlich der Unterschriften« Leipzig, im Juli 1884. Baumgärtner's Buchhandlung. Jüdisches Volksblatt Ro. »1.1864. Der neunte Ab. — Der Tod Salomon von Rothschild'^ — Früher und jetzt. — Die Tudas. — Zur Enrancipation der Juden. — NB. Durch alle Buchhandlungen und Postänüer zu beziehen. Jährlich 1 Thlr. Vierteljährlich 7* Thlr. Verlag von Baumgärtner's Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Htrschfeld. Verantwortlicher Redacteur: Gottfr. Fritzsche. (Hierzu eine Beilage.)

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