Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 28 (1864)
- Issue
- Heft 28 (5.7.1864)
- Date
- 1864-07-05
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Zweite Beilage zu No. 28 Allg. Zig, d. Judenth. Sihetbotf im Ries bei Bopfingen. n unserer Gemeinde hat am ersten Tage der ein Leben voll Geist und Gemüth seine Grenze erreicht, das ihr schwer zu ersetzen -.sein dürfte. Unser verehrter Mitbürger Rabbi Hessel Frankfurter Halevi — Wrt — ist eingegangen in jene bessere Welt, für die er diesseits sich wohl vorbereitet hatte. Hervorgegangen aus der Doppelschule des gediegenen Unterrichts und der herben Leiden, begann er seine Pilgerschaft mit der fruchtbaren Belehrung jüdischer Kinder in den Originalurkunden unserer Religion, deren Inhalt und tradirte Erklärung ihn sein seliger Vater, der Rabbiner unseres Ortes, gelehrt hatte. Die Genialität dieser Familie, aus der in der Vor- und Jetztzeit Männer des Ansehens und Ruhmes erwachsen sind, hat sich auch an ihm bewährt und würde weiteren Kreisen bekannt geworden sein, wenn sich classische Bildung damit vereinigt hätte. — Ti&bn NO'' yna "s-n W fnm beachtend, hat er den ofsiciellen Lehrstand zwar bald wieder aufgegeben und sich durch einen honneten Goldhandel allmählich ein ausreichendes Vermögen erworben, allein er hörte bis in sein auf 76 Jahre gekommenes Greisenalter trotz körperlicher Schwäche nicht auf, in ttmai zu forschen, Vorträge zu halten und das Studium der Thora zu fördern. Sein ehrwürdiges Aussehen, seine andächtige Stimmung, sein sinnentsprechender Bortrag ermunterten und ermahnten seine Gemeindegenossen zur Andacht im Gotteshause, das ihm nach dem Worte seines Lieblingsbuches: ‘■p'-isra ü-p niü t)l-?N73, eine zweite Heimat geworden war. Jede gottesdienstliche Verschönerung, jede erhabene Idee, wenn sie nur einmal seiner Ueberzeugung entsprachen, fanden in ihm einen glühenden Fürsprecher und thätigen Beförderer. Lobeuswerther noch als in rfrin bewährte er sich in tmöln mbTDii, wesentlich auch im Sinne jenes weisen Spruches: p ,bvw. Traf jemanden im Orte oder in der Nachbarschaft irgend welches unverschuldete Unglück, bat ein achtenswerther Reisender um eine Unterstützung, sollte einem strebenden Jünglinge unter die Arme gegriffen werden, so lieh er den Stummen seinen beredten Mund, war den Schüchternen Hand und Fuß, um im großen Kreise seiner Bekannten immer wieder und wieder zu sammeln, selbst wenn er dabei auch Unfreundlichkeiten begegnen mußte. So rasch er sonst