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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-06-14 · Heft 25 (14.6.1864) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 25 (14.6.1864)
Date
1864-06-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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28. Jahrgang. 23. Allgemeine Zeitung des Zudcnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Phtlippfon in Bonn. Leipzig, den 14. Juni 1864. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in 1 */2 bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Vierteljährig 22'/2 Ngr. Inserate werden mit l'/rNgr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Beilagegebühren betragen für 1 Bogen 4 Thlr., für 'fr Bogen 3 Thlr.. für */§ Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs»Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt- Expedition für beide Letztere hat sich das König!. Sächs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die individuelle Freiheit. — Der Entwurf zur Errichtung einer Rabbinerschule in Ungarn. (Schluß.) — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Krefeld. Preußen: Breslau, Paderborn, Aus Westfalen, Bonn, Köln, Warmbrunn. Oesterreichisch er Kaiserftaat: Gr.- Kanizsa, Papa, Krakau. Frankreich: Paris. Schweiz: Endingen. Rußland: Mitau, Von der russischen Grenze, Mitau. Leitende Artikel. Bonn, 5. Juni. Wie individuelle Freiheit. In No. 15 haben wir über das opus postlmmum des Prof. Dr. Stahl: „Die gegenwärtigen Parteien in Staat und Kirche. Akademische Vorlesungen. Berlin, 1863", ein Urtheil gefällt, das wir bis jetzt »och nicht näher erwiese» haben. Wir wählen hierzu die 8. Vorlesung, welche die „liberale Partei" dadurch charakterisire» will, daß sie als deren Intention „die individuelle Freiheit" hinstellt, wodurch sie ebenso sehr der Legitimität wie der Demokratie und dem Socialismus gegenüberstehe. Bevor wir jedoch in die Darstellung und Beurtheilung Stahl's über dieses wichtigste Moment des menschlichen Lebens und das, wie wir sehen werden, mit den Tendenzen dieser Zeitung nahe zusammenhängt, näher eingehe«, wollen wir dem Leser den richtigen Standpunkt unterbreiten, von welchem aus der Gegenstand betrachtet werden muß und den Stahl hier und in dem ganzen Werke absichtlich verschweigt. Das ganze Werk und das Verfahren Stahl's geht eben darauf hinaus, denjenigen zu verwirren, welcher über die schwebende Frage noch zu keinem festen Begriffe gekommen, ihn durch Acceutuirung der Kehrseite und durch falsche Voraussetzungen über die Thatsachen schwankend zu machen und womöglich zu sich herüberzuziehen. Es ist dies ganz und gar die Art und Weise, die in einer Zeit der Sophistik ganz und gebe ist, und daß wir in einer solchen Periode leben, erweisen zahllose Erzeugnisse der Gegenwart. Was der klare Menschenverstand und eine richtige Logik gibt, wird durch schlaue Windungen dem Auge entrückt, bis es sich in das Gewebe der Syllogismen verloren hat. Hiergegen hilft eben nur, daß man sich die Klarheit des Denkens bewahrt und nicht durch Verdächtigung und Verspottung verdunkeln läßt. Die individuelle Freiheit ist ebenso ein Postulat der menschlichen Natur, wie die Gesellschaft, also der Staat, ein Postulat derselben ist. Beide sind also von Gott in die Menschliche Natur gelegt. Das ganze menschliche Wesen ist auf die individuelle Freiheit gegründet, seine Thätigkeit, seine Sittlichkeit und seine Verantwortlichkeit werden allein durch die individuelle Freiheit getragen und sind ohne sie nicht vorhanden. Ebenso wenig kann aber der Staat aus der Natur des Menschen beseitigt

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