Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 28 (1864)
- Issue
- Heft 23 (31.5.1864)
- Date
- 1864-05-31
- Page
- Seite 358 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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- Tunis 4× ep/1048155
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358 in Znaim zuständig sind. Die Sache bleibt aber doch bezeichnend als Gradmesser der Toleranz, wie solche heute noch in vielen mährischen Orten gehandhabt wird. So hat Jglau, nach Brünn die bedeutendste Stadt Mährens, in welcher sich eine so starke jüdische Gemeinde befindet, noch keinem Juden die Zuständigkeit! ertheilt. j Frankreich. Paris, im Mai. Der General F. de Mhlius hat der französischen Akademie eine Rente von 501) Frcs. jährlich angetragen, um alle Jahre eine goldene Mej daille dem Verfasser der bestgeschriebenen Rede zu Gunsten „der allgemeinen religiösen Toleranz" zu ertheilen, um das gegenseitige Wohlwollen unter allen Völkern j zu befördern. Die Dotation soll mit dem 15. August b. I. in Kraft treten. (A. I.) Tuni s. Tunis, 7. Mai. Die öffentlichen Blätter haben über die in der Beyschaft Tunis ausgebrochene Jnsurrection berichtet. Die „Köln. Ztg." bringt ein unparteiisches Referat aus der Feder eines dortigen deutschen Arztes, nach welchem der Aufstand weniger gegen den Bey als dessen ersten Minister Sidi Mustafa Kasnadar, einen Griechen und den Finanzminister Kaid Nissim, einen Juden, und gegen die Constitution gerichtet. Letzj tere hob der Beh auf, dessen Widerstandsmittel auf das geringste Maß herabgesunken, während er seine Minister nicht entlassen will. Der Aufstand ist übrigens bis jetzt außerhalb der Stadt Tunis stehen geblieben. Daß die Europäer und die Inden von den Aufständischen viel zu fürchten haben, wird zugestanden, bis jetzt aber war die Furcht größer als die Gefahr. Der Brief fährt wörtlich fort: „Ich zweifle zwar nicht, daß im Augenblicke einer allgemeinen Aufregung, eines großen Umsturzes die Muselmänner nicht verfehlen würden, sich der gehaßten Rumis und der verachteten Juden zu entledigen, denn noch immer hält es die Masse für ein verdienstliches Werk, die Ungläubigen auszurotten. Doch bis jetzt ist Tunis im Zustande der allervollständigsten Ruhe, und wenn die Europäer, vor allem die Juden, nicht eine so kindische Furcht zeigten, würde kein vernünftiger Mensch die Möglichkeit einer Gefahr glauben. Die einzige Thatsache, welche dieser Furcht zum Grunde liegt, ist die Jnsultirung einiger Juden kurz nach Abschaffung der Constitution. Früher war ihnen nämlich das Tragen rother tunesischer Mützen, des rochen oder überhaupt bunten Turbans und der farbigen Schuhe untersagt. Die schwarze Farbe war ihr Antheil. Die Constitution emancipirte sie von diesen Bestimmungen, und jetzt nun, nach Abschaffung der Constitution, beeilten sich einige Mohamedaner der unteren Claffen, einigen Israeliten die rochen Mützen abzureißen. Die Uebelthäter wurden verhaftet und mit der Bastonnade belohnt; aber seitdem fanden wahre Auswanderungen jüdischer Familien nach der Goulette, dem circa 2 Meilen entfernten Hasenorte von Tunis, statt. Etwas ernsterer Natur, wenn auch nicht beängstigeuo für die allgemeine Sicherheit, sind die Vorkommnisse, welche von Sfaks, etwa vier Tagereisen von hier auf der Küste nach Tripolis liegend, durch europäische Flüchtlinge gemeldet worden. Man plünderte dort das Haus eines jüdischen Agenten, des oben genannten Schatzmeisters Kaid Nissim, und der Familienglieder desselben." Anzeigen. Der Cantorposten tu der hiesigen Synagogen-Gemeinde soll zum 1. September e. wieder definitiv besetzt werden. Fixirtes Gehalt: 800—400 Thlr. außer den festgestellten Nebeneinkünften. — Musikalische Bildung und die Fähigkeit den Chorgesang zu leiten und auszubilden, ist Bedingung; die Uebernahme der Schächterfunetion nur wünschenswerth. Candidaten belieben in frankirten Anträgen sich zu melden. Ostrowo, den 7. Mai 1864. Der Vorstand der Synagogen-Geiueinde. Verlangt. Die Gemeinde A n s h e C h e s e d zu New - Iork wünscht einen Rabbiner und Prediger auf 5 Jahre, mit einem Jahres-Gehalte von Fünf und zwanzig Hundert <D. 2500) Dollars aufzunehmen. Derselbe muß ein anerkannt .guter Prediger sein, gründliche theologische sowohl als wissenschaftliche Bildung besitzen, in einer Universität promovirt haben und zur Schule der gemäßigten Reform gehören. Bewerber haben ihre Applicationen mit entsprechenden Zeugnissen versehen, portofrei, an den Präsidenten der Gemeinde, Herrn M. Schwab, 264 East Broadway an oder bevor dem I. Juli nächst, einzusenden. Im Aufträge des Vorstandes: S. Hamburger, Secret.