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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-04-19 · Heft 17 (19.4.1864) · p. Seite 257

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 17 (19.4.1864)
Date
1864-04-19
Page
Seite 257 (sequence 7)
Language
German
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257 j Nekrologe. [ Worms, 25. März. Heute wurden die irdischen Ueberreste des 79jährigen Rabbi Bamberg er zu Grabe geleitet. Der Leichenzug bestand aus gegen 1500 Personen, gebildet aus den Gliedern aller Confessionen. Das hiesige Officier-Corps war sehr zahlreich vertreten, auch die evangelischen und katholischen Herren Geistlichen fehlten nicht. Lambsheim (Pfalz), 5. April. In der Nacht vom 30. zum ZI. März verschied der hochwürdige Rabbiner des Synagogenbezirks Frankenthal, Aron Merz, in einem Alter von 69 Jahren. Fast dreißig Jahre hindurch fungirte derselbe in rastloser Thätigkeit und in ungeheuchelter Frömmigkeit als Seelsorger in genanntem Bezirke. Glaubensgenossen aus allen Gemeinden des Sprengels, eine große Dien ge der achtbarsten Bürger, sämmtliche Lehrer aller Confessionen der Stadt Dürkheim sowie alle israel. Lehrer seines Rabbinatsbezirks, welche dem Sarge des. Verblichenen folgten, bezeugten die ungetheilte Achtung, welche der Verblichene sich erworben. Einen besonders ergreifenden Eindruck machten einige sehr gut vorgetragene Trauergesänge am Hause und vor der Stadt, sowie auch das Geläute der Glocken während des Zuges. Die Herren Rabbiner vr. Grünebaum aus Landau und Seligmann aus Kirchheimbolanden hoben in anerkennender und höchst würdiger Weise die Verdienste des Heimgegangenen hervor. Zeitungsnachrichten. Deutschland. München, 2. April. (Privatmitth.) Se. Mas. der König hat unterm 31. März folgendes allerhöchste Handschreiben an den hiesigen Rabbiner erlassen: „Mein lieber Herr Rabbiner Aub! Ihre Anzeige von dem durch die hiesige israelitische Cultusgemeinde abgehaltenen Trauergottesdienste und den Abdruck der hiebei von Ihnen gehaltenen Rede sammt den dabei vorgetragenen Gebeten habe Ich mit Befriedigung entgegengenommen.*) Indem Ich für die bewiesene Theilnahme an Meiner Trauer danke, verbleibe Ich mit königlicher Huld und Gnade Ihr wohlgewogener König Ludwig." Auch Prinz Luitpold K. H. hat dem Rabbiner Aub ein Dankschreiben zukommen lassen, worin es heißt: „Es ist Mir Bedürfniß, Ihnen hiefür Meinen Dank mit der Versicherung auszusprechen, daß Ich mit wahrer Rührung die erhebenden Worte gelesen habe, mit welchen Sie Ihrer bewährten Anhänglichkeit an den allgel. König einen würdigen Ausdruck gegeben." Hamburg, im März. (Privatmitth.) Unsere Organisations-Angelegenheiten haben einen Schritt vorwärts gemacht, indem der Bericht des bürgerschaftlichen Prüfungs-Ausschusses den Entwurf mit nur unbedeutenden Monituren zur Annahme empfiehlt. Wie die Stimmung im jüdischen Publicum sich bis jetzt zeigt, werden nicht allein nur wenige aus der Gemeinde treten, sondern auch das geistige Leben in einem großen, wenn auch mannigfach nüancirten Verbände bleiben. Jeder sieht ein, daß das Zusammenleben der 2 Hauptclassen ihnen beiden nützlich und förderlich ist, und so werden auch die neuen hirnlosen Spaltungsversuche hier keinen Eindruck machen. Uebrigens wollen wir es gar nicht bestreiten: es gibt allerdings im Judenthum einen Standpunkt, aus welchem jeder, der mit voller Zurechnung am Samstag eine Cigarre raucht u. dgl. m., dem Judenthum entsagt hat; aber ebenso gut und vielleicht noch richtiger kann man zu einem andern sagen: du bist kein Jude, denn du fürchtest dich vor dem Agie ha-ra, du glaubst dein Schicksal nicht von Gott sondern von den Sternbildern (Nasal) abhängig, du hältst auf glückliche und unglückliche Tage und Stunden, du rufest nicht nur sogenannte Engel an, sondern du suchst dieselben Engel zu überlisten, indem du einem Kranken geschwind einen andern Namen beilegst u. s. w. Kurz, überall die alte Geschichte vom Splitter und Balken, ktak emetb we- Schalom ahebii! ihr lieben Brüder alle: das ist die Hauptsache. *) Die Predigt, d-e auch uns zugekommen, wendet sehr passend die Worte 2 Ehr. 31, 20. 21. ruf den feC. König an, indem sie ihn von seiner Herzensgute, Gerechtigkeit und Wahrheitsliebe zeichnet. Maximilian II. verdiente in der That so hohes Lob. Die Redaction.

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